Sofort in die Region verliebt: US-Stipendiaten im Nordkreis

Von: Yannick Longerich
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Die beiden Stipendiaten Miles Höckel (sitzend unten links) und Natalie Beesinger (sitzend, 2.v.r.) leben seit August letzten Jahres bei ihren Gastfamilien im Nordkreis. Bundestagsabgeordneter Helmut Brand (stehend, 2.v.r.) sprach mit beiden über den „German Lifestyle“. Foto: Yannick Longerich

Nordkreis. Für Natalie Beesinger und auch für Miles Höckel war es im August 2016 eher ein „Wiederkommen“. Das Mädchen mit den giftgrünen Haaren lebte als Kind eines US-Soldaten bis zu ihrem dritten Lebensjahr in Süddeutschland, während Miles aus Oregon einen deutschstämmigen Vater sowie einen deutschen Pass hat.

Trotzdem war es für die beiden Stipendiaten ein Moment der großen Ungewissheit, als sie noch nicht wussten, was die kommenden Monate in „Germany“ mit sich bringen würden. Knapp sieben Monate später traf Bundestagsabgeordneter Helmut Brand (CDU) aus Alsdorf die jungen US-Amerikaner zum Erfahrungsaustausch wieder.

Familie Keller ist seit wenigen Monaten die Gastfamilie von Miles, da die Vorgänger sich aus organisatorischen Gründen im Vorfeld leider nur für gut fünf Monate für die Aufnahme bereiterklären konnten. „Natürlich war das schade, vor allem, weil ich mich auch dort sehr wohl gefühlt habe. Über die Schulklasse wurde der Kontakt zu den Kellers hergestellt, mit denen ich mich sofort super verstanden habe“, berichtet Miles.

Natalie aus Washington wohnt derweil bei Familie Braun. Die rockige Schülerin hat sich seit der ersten Minute in die Kaiserstadt und ihre Umgebung verliebt. „Wir unternehmen viel, waren bereits zweimal in den Niederlanden und auch schon mehrfach in Köln. Aber nirgendwo ist es so schön wie im Aachener Raum.“ Nur mit dem „German-Karneval“ hadert sie etwas. Trotz ihrer imposante Haarfarbe – sie wechselte in den letzten Monaten mehrfach – wollte sie es etwas ruhiger angehen lassen.

Da Baseball dem „gemeinen Mitteleuropäer“ traditionell suspekt und schwer verständlich ist, hat Miles kurzerhand für seine Zeit im Aachener Nordkreis auf Fußball „umgeschult“. Studieren möchte die Sportskanone auf jeden Fall einmal in Deutschland, wobei die Richtung noch offen ist. Kulinarisch konnten sich beide Stipendiaten mit der Region anfreunden, mit einem großen Wermutstropfen: „Ich liebe mexikanisches Essen. Leider gibt es in der Region kaum Restaurants, die es so zubereiten, wie in den Staaten“, meinte Miles lachend.

Aus organisatorischer Sicht haben die Gastfamilien positive Erfahrungen gemacht und würden jederzeit gerne wieder Gastschüler aufnehmen. Michael Keller verriet, dass eine solche Entscheidung gut überlegt und vorgeplant sein muss: „Natürlich steckt immer Aufwand dahinter. Die tollen Erlebnisse mit unseren Gästen und die Erfahrungen entschädigen dafür aber umso mehr.“ Die Familien schlugen vor, dass der wirtschaftliche Aufwand von „Zeit, Raum und Geld“ besser von den Organisatoren unterstützt werden könnte. Die Anzahl der bereitwilligen Familien sei unter den aktuellen Bedingungen weitaus geringer.

Leichte Kritik erfährt das Programm in puncto Chancengleichheit für deutsche Schüler. Trotz der Voraussetzung, dass deutsche Austauschschüler perfekt Englisch beherrschen müssten, seien laut beider Familien im Gegenzug die Deutschkenntnisse der Amerikaner sehr unterschiedlich. „Es ist schade, da wir mitbekommen, wie schnell sich die Sprachkenntnisse unserer Gäste verbessern. Vielen deutschen Schülern wird da vermutlich aufgrund nicht so guter Englischkenntnisse eine Erfahrung genommen“, erläuterte Margret Keller. Für beide Stipendiaten steht im Juni der Rückflug in die Staaten an. Es ist ziemlich sicher, dass es nur ein Abschied auf Zeit ist. Während Natalie Kunst studieren möchte, hat Miles Großeltern im Saarland, die sich auf ihn freuen.

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