Alsdorf - So entstehen DVD und Blu-ray in Alsdorf

So entstehen DVD und Blu-ray in Alsdorf

Von: Stefan Schaum
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Hier wird die Blu-ray-Disc pro
Hier wird die Blu-ray-Disc produziert: Cinram-Verkaufsdirektor Cappi Frenger (l.) erklärt den Besuchern, wie das funktioniert. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Selbst für Cappi Frenger ist dieser Rundgang eine echte Premiere. Und das nach immerhin 28 Jahren hier im Werk. Zwar hat er Maschinenbaustudenten schon des öfteren durch die Produktionsräume geführt, auch Kunden und Techniker.

Doch das waren allesamt Fachleute. Mit Branchenfremden ist der Verkaufsdirektor des international agierenden Cinram-Werks am Alsdorfer Standort noch nicht losgezogen. Umso exklusiver ist die Führung, in deren Genuss jetzt gut 30 unserer Leser gekommen sind.

„Tage der offenen Tür gibt es bei uns eigentlich nicht”, sagt der Profi im Produktionsbusiness. Solch ein Blick hinter die Kulissen passt nicht recht in das Tagesgeschäft im Dreischicht-Betrieb mit gut 1000 Festangestellten. Dennoch soll hier nichts verborgen bleiben. Ganz offen geht Frenger mit der aktuellen Entwicklung des Unternehmens um.

„Nein”, sagt er gleich zu Beginn der Führung, „es läuft nicht gut für unsere Branche.” Die weltweiten CD-Verkäufe sind schon vor langem eingebrochen, auch die DVD schwächelt merklich. Zwar ist das Alsdorfer Werk der größte europäische Produktionsstandort von „Cinram International” mit Sitz im kanadischen Toronto, doch die Kapazität wird oft nicht mehr ausgeschöpft: 900.000 DVDs könnten derzeit pro Tag in Alsdorf produziert werden.

Als die Lesergruppe das Werk betritt, sind auf einem Monitor die Vorgaben für diesen Produktionstag zu lesen: 620.000 Stück. Manche Maschine bleibt ausgeschaltet, ein rotes Flatterband trennt einen Bereich der großen Halle ab, in dem alles stillsteht. Nur wenn Blockbuster wie „Harry Potter” in gewaltigen Mengen produziert werden müssen, laufen auch diese Maschinen, sagt Frenger.

Andernorts im Werk tut sich hingegen viel. Im Sekundentakt heben Greifarme die CDs- und DVDs durch lange Apparate, die luftdicht abgeschlossen sind. „Früher war die ganze Fabrik ein einziger Reinraum, heute ist jede Maschine für sich ein Reinraum”, erklärt Frenger. Das ist praktisch, so müssen die Arbeiter keine Hauben oder andere Schutzkleidung tragen und auch die Besucher können sich ganz frei bewegen.

Jeden Arbeitsschritt zeigen Frenger und seine Kollegen den Gästen. Vom Rohling bis zur fertig bedruckten DVD geht es dabei. Und dann zu dem, was übrigbleibt: In große Kartons voller Polycarbonatstücke können die Besucher ihre Hände tauchen. Das, was Maschinen aus den Rohlingen herausgestanzt haben, wird der Rohstoff für die künftige Produktion sein.

„Schnelligkeit ist unsere Existenzberechtigung”, sagt Frenger, „wenn ein Kunde heute einen Film auf DVD bei uns bestellt, können wir in zwei Tagen das komplette Produkt ausliefern.” Eine eigene Druckerei sorgt für die Hülle, ein riesiges Lager für die Logistik. Über sechs Hallen ist der Alsdorfer Produktionsstandort mittlerweile verteilt. Manche davon können die Besucher betreten, so machen sie sich von der Verpackung der Datenträger ebenfalls ein Bild.

Für mehr bleibt keine Zeit, gut vier Stunden dauert der Rundgang. Anschließend stellen die Gäste Fragen. Zum Beispiel zur Blu-ray, dem jüngsten digitalen Bild- und Tonträger, der in Alsdorf gefertigt wird. „Dessen Produktionszahlen klettern derzeit noch”, sagt Frenger. „Was für ein Format kommt wohl danach?”, will ein Leser wissen. Frenger hat die Anwort gleich parat: „Keins mehr. Die Tage der physischen Datenträger für Musik und Filme sind wohl gezählt.”
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