Würselen - „SMS”-Training für Sprachmuffel

„SMS”-Training für Sprachmuffel

Von: Conny Stenzel-Zenner
Letzte Aktualisierung:
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Auch bei der Berufsfeuerwehr wird das Sprechen geübt: Henrik Schmidt (Mitte), „SMS”-Projektbetreuer für die Feuerwehr, bringt den Schülern Robin Steudel (l.) und Marco Hümmer bei Rettungsübungen mit einer Puppe auch die Fachsprache nahe. Foto: Conny Stenzel-Zenner

Würselen. Mit dieser Abkürzung können Teenager garantiert etwas anfangen. Ihr Inhalt ist jedoch neu. „SMS - Schüler meistern Sprache” heißt ein Projekt des Integrationsbüros der Städteregion Aachen für Schüler, das in Kooperation mit den beiden achten Klassen der Gemeinschaftshauptschule Würselen umgesetzt wurde.

35 Schüler haben vier Wochen lang etwas ganz Besonderes gelernt: „Im Sportunterricht und in unterschiedlichen Betrieben haben unsere Schüler Sprache kennengelernt. Vor allem die jeweilige Fachsprache”, sagte Schulleiter Paul Kuck. Jede Firma wurde von Kleingruppen besucht, die von einem Lehrer begleitet wurden. „Eine klare, sachbezogene und achtungsvolle Sprache ist ein wichtiges Merkmal für die berufliche Kompetenz”, sagte Dietmar Havenith, Leiter der Regionalen Arbeitsstelle für Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilie in der Städteregion.

„Viele Schulabgänger haben beim Start in das Berufsleben allerdings Probleme, sich überhaupt in der deutschen Sprache auszudrücken.” Das sei der Grund, warum er dieses Modellprojekt in Würselen angestoßen habe. Schüler mit Migrationshintergrund seien von der Problematik der schlechten Verständigung verstärkt betroffen. Das Projekt „SMS” setze genau dort an. In Betrieben vor Ort lernen die Schüler die Bedeutung von Fachsprachen und Fachausdrücken kennen. „Außerdem lernen die Schüler, dass sie in ganzen Sätzen reden müssen”, erklärte Schulleiter Kuck.

Praxisnah und handlungsorientiert haben die Schüler erfahren, dass so mancher Begriff im Berufsleben anders verwendet wird als in der Alltagssprache. Vorbereitet wurden die Betriebsbesuche durch gezielte Trainingseinheiten in der Sporthalle. „Denn gerade in diesem Bereich lässt sich die Bedeutung von Fachausdrücken gut verdeutlichen. Wer auf dem Platz nicht die richtigen Worte findet, gerät sonst schnell ins Abseits”, sagte Havenith. Er freut sich auf viele weitere Schulen, die das Projekt nachahmen wollen. „Das Schulamt wird allen interessierten Schulen eine umfangreiche Dokumentation zur Verfügung stellen”, sagte Dietmar Havenith.
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