Würselen - Singerglände: Würselen klopft bei Eigentümer an

Singerglände: Würselen klopft bei Eigentümer an

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
singergelände
Der Bebauungsvorschlag der Stadt Würselen. Grafik: Stadt Würselen

Würselen. Das klang schon im Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss ein wenig nach Angst vor der eigenen Courage, was da in Sachen Singergelände ablief. CDU-Ratsherr Alexander Eck ging der Beschlussvorschlag über das von der Verwaltung entwickelte Bebauungskonzept zu weit. Wo endet das Eigentumsrecht, wo sind die Vorgaben der Bebauung noch berechtigtes Interesse der Kommune?

Eck warnte davor, mit den nun in Rede stehenden Zielen in ein Gerichtsverfahren „reinzugehen“. Dafür sei das Konzept zu dünn. Ohne Rechtssicherheit sollte kein Beschluss gefasst werden.

Eigentlich war bis dahin Konsens, dass die Stadtverwaltung ein eigenes städtebauliches Konzept für das Gelände entwickelt, um auf dieser Basis mit dem Eigentümer Groz-Beckert und dem interessierten Investor über das Machbare zu verhandeln. Das Ganze vor dem Hintergrund einer „städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme“, die auf eine Enteignung des Geländes mit Entschädigung hinauslaufen könnte.

Groz-Beckerts Kaufinteressent will hoch hinaus, bis zu sieben Geschosse sollen die Wohngebäude haben – wohl um den gegenüber dem Kaufangebot der Stadtentwicklungsgesellschaft Würselen (SEW) deutlich höheren Kaufpreis für das Areal wieder reinzuholen. Der Stadt ist die vom Investor gewünschte Bebauung zu dicht. Zudem will sie unter anderem noch einen gehörigen Anteil an sozialgebundenen Wohnungsbau dort realisiert sehen. Andererseits gibt es auch Gemeinsamkeiten in der Planung, etwa bezüglich einer Tiefgarage oder der Zufahrt zum Areal via ehemaligem Haupteingang Bahnhofsstraße und der L-förmig angelegten Erschließungsstraße (siehe auch Skizze).

Erster und Technischer Beigeordneter Till von Hoegen bat noch einmal eindringlich darum, für eine Gesprächsgrundlage mit dem Grundstückseigentümer zu sorgen. „Wir sollten das nicht vertagen, sondern den nächsten Schritt tun.“ Es gehe dabei nicht um die bindende Qualität eines Bebauungsplanes, sondern um ein Konzept, in der die Stadt Grundpfeiler der Planung formuliert habe. So sollen zum Beispiel mit der Forderung nach überschaubaren Verkaufsflächen für den Einzelhandel die Attraktivität der Kaiserstraße gesteigert und der Beschränkung der Höhe der Gebäude eine angemessene Einbindung in die umgebende Häuserstruktur ermöglicht werden. Über ein Geschoss mehr oder weniger müsse man reden können.

„Irgendwo werden wir uns treffen können“, zeigte sich von Hoegen zuversichtlich. Zudem würde das Verhandlungsergebnis wieder der Politik vorgelegt und nochmals beraten. „Hier wird jetzt nichts festgelegt“, sagte er.

Sachkundiger Bürger Dr. Irg Müller (SPD) sprach sich für „zeitnahe Ergebnisse“ bei den Verhandlungen aus und plädierte für eine Modifizierung des Beschlussvorschlags.

Letztlich einigte man sich auf die Kriterien „maßstabsgerechte Quartiersentwicklung“, Einzelhandel an der Kaiserstraße, Schaffen von Parkraum und ein Drittel sozialer Wohnungsraum.

Die CDU fand mit ihrer Klarstellung Berücksichtigung, dass nur Verhandlungsziele definiert werden und kein Element davon Bestandskraft erwirke. Außerdem wurde aus einem Beschluss eine bloße Kenntnisnahme.

So gerüstet sucht nun die Stadtverwaltung das Gespräch mit Groz-Beckert – in der Hoffnung, endlich eine kompromissfähige Bebauung dieses für die weitere Stadtentwicklung wichtigen Geländes in zentraler Lage aushandeln zu können.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert