Singergelände: Lärm, Dreck und Ärger

Von: Karl Stüber
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Anlass zu Protesten von Anliegern der Bahnhofstraße in Würselen: Nur eine kleine Wasserspritze ist an der Zufahrt zum Singergelände installiert (linkes Bild), um den Staub zu binden, der von schweren Lkw aufgewirbelt wird. Fotos (2): Karl Stüber Foto: Karl Stüber
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Anlass zu Protesten von Anliegern der Bahnhofstraße in Würselen: Nur eine kleine Wasserspritze ist an der Zufahrt zum Singergelände installiert (linkes Bild), um den Staub zu binden, der von schweren Lkw aufgewirbelt wird. Fotos (2): Karl Stüber Foto: Karl Stüber

Würselen. Reger Schwerlastverkehr herrscht auf der Bahnhofstraße in Würselen. Und der erregt die Gemüter von Anliegern. Der Bauschutt aus dem Abriss der Gebäude auf dem Singergelände wird abgefahren. Baugruben werden mit angeliefertem Material gefüllt.

 Zudem gilt es, kontaminierten Boden abzufahren. Das lärmt und sorgt für reichlich Staub und Dreck.

Eine Mini-Spritze an der Zufahrt, die Mühe hätte, eine kleinere Rasenfläche zu besprengen, kämpft vergeblich gegen den Dreck an. Sie bewirkt sogar Schlimmes: Von dort aus fließt Schlamm auf die Fahrbahn. Sediment rinnt in die öffentliche Kanalisation. „Das bleibt drin liegen. Dann muss der Kanal aufwendig durchgespült werden – zu Lasten der Allgemeinheit“, zürnt Anlieger Karl-Heinz Speicher. Der Mann hat sich in einer Bauverwaltung unter anderem mit Straßenbau befasst, ist also vom Fach. Er spricht einen der Lkw-Fahrer an. Der Mann entgegnet, er würde ja nur seinen Job machen. Der Ärger ging am Montag los, erzählt Speicher. Seitdem wird jeden Morgen um 7 Uhr der Bagger „angeworfen“ und rollt wenig später der erste Schwerlaster heran. Das geht nun bisher jeden Tag so und dauert bis etwa 16 Uhr.

Als es am Montag regnete, verwandelte sich die Straße in eine Schlammlandschaft. Der Anlieger berichtet, dass deshalb ein Radfahrer fast zu Fall gekommen ist. Speicher und wohl auch andere Betroffene intervenierten bei den Behörden.

Die Polizei sei nicht zuständig, erfuhr Speicher auf der Wache in Würselen. „Es geht doch auch um die Sicherheit im Straßenverkehr“, sagt Speicher. Selbst beim städtischen Ordnungsamt sei er auf wenig Verständnis getroffen. Solche Baumaßnahmen seien immer mit Beeinträchtigungen verbunden, habe man ihm dort bedeutet.

Angesichts der Auswirkungen wirkt es wie Hohn, dass die Abrissfirma vor Beginn der Maßnahmen die Anlieger per Flugblatt mit beigefügtem Staubtuch informierte.

Immerhin wurde seitens der Firma punktuell eine Kehrmaschine eingesetzt. Viel zu selten, sagt Speicher. Er und Nachbarn arbeiteten mit dem Besen an Stellen nach, an die die Maschine nicht herankam. Speichers Vorschlag, noch auf dem Abbruchgelände die Reifen der Lkw vom Schlamm zu befreien, sei von der Firma abgelehnt worden. Das eingesetzte Wasser würde in die Baugruben laufen. Der Anlieger befürchtet weitere Belastungen. Zwei Brecheranlagen sollen bald eingesetzt werden, um Material vor dem Abtransport zu zerkleinern. Das würde noch mehr Lärm, Staub und Erschütterungen verursachen.

Auf Nachfrage sagte Würselens Stadtsprecher Bernd Schaffrath, das Tiefbauamt habe die Firma angewiesen, die Straße regelmäßig und gründlich zu reinigen. Zudem prüfe die Stadtverwaltung weitere Möglichkeiten, auf die Firma einzuwirken, um die Belastungen für die Anlieger zu minimieren, sagte Schaffrath. Eine Stellungnahme des Abbruchunternehmens steht noch aus.

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