Singergelände: Das letzte Gebäude fällt

Von: Karl Stüber
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„Charme“ eines vergangenen Baustils: Das Pförtnerhäuschen am ehemaligen Singergelände ist auch schon Geschichte. Foto: Stüber

Würselen. Nun fällt auch das letzte Gebäude auf dem ehemaligen Singergelände, das Pförtnerhäuschen am Haupttor, dem Abrissbagger zum Opfer. Diesen flachen Bau hätte gerne der Erste und Technische Beigeordnete Till von Hoegen erhalten gesehen.

Das im Stil der 1950er Jahre errichtete Funktionsgebäude an der Bahnhofstraße wollte er in den noch aufzulegenden Bebauungsplan einbeziehen, aus städtebaulichen Gründen und zur Erinnerung an die ehemalige Nutzung.

Daraus wird genauso wenig wie aus den Vorstellungen der Kulturstiftung Würselen, ehemaliges Hauptgebäude der Zigarrenfabrik und Treppenaufgang für eine neue Nutzung zu erhalten. Diese beiden Backsteingebäude sind längst abgerissen. Berge von zerkleinerten Baumaterial sind auf dem weitläufigen Gebäude zu sehen – und Baugruben. Dort sind die Fundamente der ehemaligen Gebäude ausgegraben worden.

Marcel Eckert, Bauleiter der Firma Frauenrath Recycling, die im Auftrag der SNF Personal- und Immobilien GmbH, einer Tochterfirma des Grundstückseigners Groz-Beckert (Albstadt), mit den Abräumarbeiten beschäftigt ist, sagte auf Nachfrage, dass sich die Arbeiten noch etwas hinziehen.

Nichts Überraschendes gefunden

Zum einen habe seine Firma mehr Gebäude abzureißen gehabt als ursprünglich geplant – eben besagte Backsteingebäude und das Pförtnerhäuschen. Dieses sei bislang nur noch mit Blick auf die bis zuletzt zu erhaltende Toranlage für Zu- und Abfahrt stehen geblieben.

Zum anderen sei der Fortgang der Erdarbeiten grundsätzlich von Witterungseinflüssen abhängig. Regen und Frost würden zu Verzögerungen führen. Weiterer Grund für das zeitliche Strecken der Arbeiten sei in der Rücksichtnahme auf Anwohner zu sehen. „Würde der Transport von Material schneller abgewickelt werden, wäre die Belastung durch Lkw-Verkehr höher“, sagte Eckert.

Mit Blick auf Altlasten werden laut Bauleiter die Maßnahmen auf dem Areal von der Kühn Geoconsulting GmbH begleitet. Abbruch und Sanierung seien mittlerweile weit fortgeschritten. „Wir haben nichts Überraschendes oder Zusätzliches gefunden im Erdreich“, sagte Eckert. Die Baugruben würden nun zügig verfüllt, vornehmlich mit zulässigem Recyclingmaterial ohne Belastungen. Obendrauf folge als letzte Schicht Schotter. In Absprache mit dem Auftraggeber würden die Restarbeiten abgewickelt. Auf eine „Restdauer“ wollte sich der Bauleiter aber nicht festlegen.

Was geschieht dann auf dem Gelände? In der Sitzung des Umwelt- und Stadtentwicklungsausschusses am Donnerstag, 9. Februar, soll nach Stand der Dinge erneut der Versuch unternommen werden, zwei an der Übernahme des Geländes interessierte Investoren bzw. Projektentwickler zu Wort kommen zu lassen. Zuletzt hatte noch eine der beiden Firmen, die wohl für den Ankauf des Geländes bei Groz-Beckert in die engere Wahl gekommen sind, signalisiert, noch nicht so weit zu sein, um ein Nutzungskonzept im Ausschuss vorzustellen.

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