Siedlungsstrukturen sollen die Bergbauvergangenheit lebendig halten

Von: Beatrix Oprée
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Modernisierungen sind nötig. Eine Gestaltungssatzung soll einheitliche Vorgaben machen. Foto: Oprée
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Beschauliche Häuserfronten: Roter Backstein ist typisch für die Architektur rund um die Dechenstraße. Foto: Oprée

Herzogenrath. Sie sind neben den Halden die sichtbarsten Spuren der Bergbauvergangenheit, homogen und beschaulich in ihrer Architektur, aber nicht mehr unbedingt heutigen Wohnstandards entsprechend. Umbauten waren und sind deswegen angesagt in den charaktervollen Siedlungen und Kolonien in den Nordkreisstädten.

Doch nicht immer regiert Stilsicherheit bei den angestrebten Maßnahmen. „... zum Schutz bestimmter Bauten, Straßen, Plätze oder Ortsteile von städtebaulicher, künstlerischer oder geschichtlicher Bedeutung sowie von Denkmälern und Naturdenkmälern“,  heißt es in Paragraph 86 der Bauordnung NRW, können die Gemeinden örtliche Bauvorschriften als Satzung erlassen. In Alsdorf etwa gibt es entsprechende Gestaltungssatzungen zum Teil schon über zehn Jahre für die Bereiche Blumenrath, Alt-Busch Ost und West sowie Neuweiler.

In Herzogenrath sind satzungsgemäß unter anderem seit 2004 Bauvorschriften für den Bereich Römerplatz/Birkenstraße in Merkstein geregelt. Diese Satzung wurde 2010 auf Antrag von CDU und Grünen an zeitgemäße Ansprüche bezüglich Wärmedämmung und Haustüreinbau (auch Holz, Kunststoff oder Aluminium, mit runden oder eckigen Türausschnitten ) angepasst. Die Wahrung des einheitlichen Charakters auch bei der Farbgestaltung wird aber nach wie vor betont.

Doch im Einzugsgebiet der früheren Grube Adolf gibt es noch weiteren Handlungsbedarf, bevor der Siedlungscharakter ganz verschwindet, befindet die Stadtverwaltung.

Als Gartenstadt geplant

Etwa im Bereich obere Dechen-straße: Ähnlich wie die Kruppsiedlung in Essen sei die 1910/11 im Auftrag des EBV begonnene Bergarbeiterkolonie Streiffeld als Gartenstadt geplant gewesen, erläutert die Beratungsvorlage. Die dritte Bauphase, zwischen Heinitz- und Theklastraße habe 1926 begonnen, vorwiegend Doppelhäuser aus Backstein wurden hier seinerzeit errichtet. Die alten Siedlungsstrukturen seien noch gut erkennbar.

Eine neue Gestaltungssatzung soll nun dafür sorgen, dass dies auch so bleibt. Das Ziel: „Die vorhandenen historischen Werte werden erhalten und eventuelle negative Entwicklung gestoppt beziehungsweise möglicherweise auch rückgängig gemacht.“ Darüber hinaus bestehe die Notwendigkeit, an Eintracht-, Knappen- und Friedensstraße „eine geordnete Nachverdichtung mit Wohnhäusern zu ermöglichen sowie die Gestaltungsqualität der ehemaligen Bergarbeitersiedlung sicherzustellen“.

Der Umwelt- und Planungsausschuss folgte dem Verwaltungsvorschlag nach einer Ortsbesichtigung. Allerdings unter der Maßgabe, wie Ausschussvorsitzender Werner Spiertz (CDU) auf Nachfrage erläutert, dass die Gestaltungsvorgaben nicht bis ins kleinste Detail geregelt werden: „Das kann man von jungen Familien nicht verlangen. In der Hauptsache geht es darum, den Charakter der Fassaden zu erhalten und Wildwuchs zu verhindern.“

Mit Nachdruck arbeite die Verwaltung an der Satzung, die schon im Planungsausschuss am 9. Dezember vorgelegt werden könnte.

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