Sieben Millionen Euro fließen in Kanalsanierung

Von: -ks-/ssc
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Millionenaufwand: Im Alsdorfer Ortsteil Schaufenberg soll das Kanalsystem ertüchtigt und auf ein einheitliches System umgebaut werden. Foto: Stüber

Alsdorf. Die „Kanalsanierungsstrategie” für Schaufenberg steht im Prinzip - mehr aber auch nicht. Die Notwendigkeit ist unumstritten. Nun geht es erst um die konkrete Vorbereitung und Detailplanung.

Die Firma IWB Aachen, Ingenieurbüro Weitz-Jany und Bürger GbR, wurde vom Betriebsausschuss für den Eigenbetrieb Technische Dienste in nicht-öffentlicher Sitzung mit den weiteren Schritten beauftragt. In öffentlicher Runde hatte zuvor IWB-Mitarbeiter Dipl.-Ing. Josef Molitor eine grundlegende Konzeptuntersuchung für die Kanalerneuerung und -renovierung in Schaufenberg vorgestellt. Demnach wird bis zum Jahre 2024 ein Systemwechsel anvisiert. Damit ist gemeint, dass flächendeckend das aus dem alten Trennsystem resultierende Zwei-Rohr-Mischsystem in ein Ein-Rohr-Mischsystem umgebaut wird.

Für den Neubau entsprechender Kanäle würden nach Stand der Dinge rund 6,3 Millionen Euro (netto) investiert werden müssen. Um die Kanäle bis zum Systemwechsel betriebssicher zu halten, entstehen laut Molitor „weitere Kosten in Höhe von 390000 Euro” - ebenfalls netto. Das schon in Teilbereichen liegende Ein-Rohrsystem zu „renovieren”, also betriebsfähig zu halten, kommen weitere 360000 Euro dazu. In der Summe geht es also um mehr als sieben Millionen Euro an Kosten.

Auf Nachfrage wollte Molitor keine Prognose zu den mit den Jahren tatsächlich entstehenden Kosten anstellen, allerdings sei je nach -Einstufung der Schäden eine Kostenabweichung von 20 bis 40 Prozent durchaus möglich.

Jörg Theißing, Geschäftsführer des Eigenbetriebs Technische Dienste, verwies auf positive Erfahrungen beim Einhalten der Kosten im Bereich Neuweiler, Mitte und Nord. Dort werde bei den vorrangigen Reparaturen nach demselben Ausbauprinzip verfahren, das auch in Schaufenberg zur Anwendung kommen soll. In Neuweiler würde man mit der geschlossenen Bauweise eine Punktlandung hinlegen.

Der Vorteil der Kanalsanierung in geschlossener Bauweise liegt auf der Hand: Sie ist günstiger als die offene, weil das Erdreich nicht geöffnet werden muss. In den Kanalschacht wird eine Verschalung eingezogen, in die ein Material gepresst wird, das an der Außenhaut des Kanals haftet, verhärtet und ihn komplett abdichtet.

Theißing macht aber auch deutlich, dass die Baumaßnahmen in Schaufenberg über Jahre gestreckt werden müssen. „Es kann nicht sein, dass wir die ganze Stadt dort auf einen Schlag aufgraben. Da wäre ja kein Straßenverkehr mehr möglich.”

Auf Gebühren Rücksicht nehmen

Zudem könnten die Investitionen nicht auf einmal aufgebracht werden. „Dann wären die Gebühren nicht mehr vertretbar”, sagte Theißing auf die Nachfrage von Dietmar Brühl (FWA), warum man nicht besser die 390000 Euro für Reparaturen spare und gleich die Sanierung in der Fläche angehe.

Molitor ergänzte, dass ein schrittweises Vorgehen auch mit Blick auf das unterschiedliche Alter von Kanalabschnitten anzuraten sei. So sollten Kanäle dann erneuert werden, „wenn sie ihre Laufzeit erreicht haben”. Anders ausgedrückt: Es mache keine Sinn, einen 30 Jahre alten Kanal auszuwechseln, „der noch 20 Jahre in der Abschreibung ist”.

Das Netz im Boden des Alsdorfer Ortsteils ist 25,7 Kilometer lang
Die Grundlagen für die von IWB Aachen erarbeitete „Kanalsanierungsstrategie Alsdorf-Schaufenberg” beruhen auf Grundlagen, welche die Stadtverwaltung der Fachfirma zur Verfügung gestellt hat, wie Dipl.-Ing. Josef Molitor sagte.

Das Kanalnetz im Einzugsgebiet Schaufenberg zählt 25,7 Kilometer. Davon sind 10,4 Kilometer Mischwasserkanäle, 7,1 Schmutz- und 8,2 Regenwasserkanäle.

Die Altersstruktur: 62 Prozent des Netzes wurde vor 1969 gebaut, 14 Prozent wurden zwischen 1969 und 1975 angelegt, 8 zwischen 1976 und 1985 sowie 13 Prozent zwischen 1986 und 1995. Neueren Datums sind ganze 3 Prozent (zwischen 1996 und 2007).

Die Zustandsklassen (Stufen 0 bis 5, wobei 5 für sofortigen Handlungsbedarf steht) sind nach den Ergebnissen einer Analyse einer gewerblichen Firma aus dem Jahre 2009 den einzelnen Kanalabschnitten zugewiesen worden.

Die Verteilung der Zustandsklassen: Note 5 wurde für 16 Prozent vergeben, für 18 gilt die Einschätzung 4, die 3 ging an 23, die 2 an 10 und die 1 an 27 Prozent. Eine glatte 0 verdienten 27 Prozent, zwei Prozent des Kanalnetzes wurde (bislang) nicht untersucht.

Die vorläufige Kostenermittlung hat das Ingenieurbüro IWB Aachen vorgenommen.

Bei Erstellung der Prioritätenliste wird auch der Zustand der jeweiligen Straße berücksichtigt. Molitor sagte: „Man reißt natürlich ungern die Straße auf, die noch in Ordnung ist.” Dies dient auch der Kostenreduzierung bzw. -vermeidung.

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