Serie von Vandalismus-Fällen geht weiter

Von: Pia Sonntag
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Mutwillig abgeflext: An diesem Kreisverkehr in Baesweiler waren reihenweise Schilder „umgelegt“ worden. Foto: Landesbetrieb Straßenbau

Baesweiler. Unzählige Feiern haben hier schon stattgefunden, vor allem Jugendliche haben das Jugend-Camp am Carl-Alexander-Park gerne genutzt – und nun hat diese Nachricht unsere Zeitung erreicht: Einer der beiden sogenannten Campboxen – umfunktionierte Seecontainer, in denen Aufenthaltsraum, Küche, WC-Anlage und ein Lagerraum untergebracht sind – ist in Flammen aufgegangen.

Das teilte uns ein Leser mit. Dass es sich um Brandstiftung handelt, gilt inzwischen als sicher. Wie die Feuerwehr auf Nachfrage mitteilte, war bei ihr am Samstag um viertel vor acht eine Meldung eingegangen. Es waren ungefähr 30 Mann im Einsatz, die das Feuer innerhalb von einer Viertelstunde löschen konnten, berichtete Dieter Kettenhofen, Leiter der Feuerwehr Baesweiler. Die Inneneinrichtung eines Containers sei vollständig ausgebrannt gewesen, der andere Container unbeschädigt geblieben.

Kostspielige Schadensbehebung

Dieser Fall gehört zu einer ganzen Reihe von Sachbeschädigungen in Baesweiler, die sich innerhalb einer Woche zugetragen haben. Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, Diebstahl, Sachbeschädigung und Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen lauten die Tatbestände, die seit voriger Woche bei der Polizei eingegangen sind.

Angefangen hatten die Taten am Mittwoch vergangener Woche. In der Zeit von Mittwochabend bis Donnerstagmorgen wurden im Kreisverkehr an der Bundesstraße 57 und Landesstraße 240 mehrere Verkehrszeichen, vermutlich mit einer Flex, fast durchtrennt und dann umgeknickt.

Am Ludwig-Erhard-Ring wurden vier Ampelmaste beschädigt und in den Kreisverkehren auf der Geilenkirchener Straße Hakenkreuze auf die Statuen gesprüht. Des Weiteren wurde eine Laternenabdeckung in der Goethestraße gestohlen und bei der Tat so beschädigt, dass sie nicht mehr funktionierte.

Am Freitag stellte ein Polizist dann bei einer Schulwegsicherung in der Josefstraße in Loverich fest, dass jemand mutwillig die Plastikabdeckung an einer Laterne entfernt hatte und dadurch die Stromkabel freilagen.

Bürgermeister Dr. Willi Linkens zeigte sich schockiert über das Ausmaß der Ereignisse. Gerade die Container am Carl-Alexander-Park seien ein beliebter Ort bei den Bürgern gewesen. Man würde nun versuchen, eine Lösung zu finden, die eine wesentlich bessere Sicherung der Container gewährleiste. Denn die Schäden zu beseitigen sei sehr zeitaufwendig und kostspielig.

Die Schmierereien an der Skulptur auf dem Kreisverkehr wurden direkt am Freitag, einen Tag nach der Tat, entfernt. Der Schaden bei dem Brand beträgt nach einer ersten Schätzung um die 60.000 Euro. Der Schaden bei den abgeflexten Verkehrsschildern und den beschmierten Skulpturen lag nach einer ersten Schätzung zwischen 10.000 und 15.000 Euro.

Linkens sagt, er tendiere nicht dazu, eine Verbindung zwischen den Schmierereien an der Skulptur auf dem Kreisverkehr, den abgeflexten Verkehrsschildern und dem Containerbrand zu sehen.

Dankbar für jeden Hinweis

Es gehe noch ein Schreiben an das Polizeipräsidium raus, in dem um mehr Polizeipräsenz in Baesweiler gebeten werde, so der Bürgermeister weiter. Er würde auch an einem Konzept arbeiten, um gegen diese Kriminalität mit entsprechenden Mitteln vorzugehen: „Diese Vorfälle stimmen mich sehr wütend, und mit aller Kraft werde ich mich gegen Rechtsradikale wehren. Jetzt hat es schon eine ganze Reihe an Vandalismus-Vorfällen gegeben, die schnellstmöglich aufgeklärt werden müssen“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Er sei dankbar für jeden Hinweis, der zu den Tätern führt.

Natürlich habe die Stadt Baesweiler bei der Polizei Strafanzeige gestellt. Er setze aber trotzdem vor allem auf die Bevölkerung, damit die Täter ermittelt werden können. Hinweise an den Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Baesweiler, Pierre Froesch, Telefon 02401/800-107.

„Der Anruf kann anonym geschehen, so dass der Betreffende nicht als Zeuge gelten muss. Leider gab es bisher nur einen Hinweis zu dem Containerbrand, der aber ins Leere geführt hat“, bedauerte Linkens. Er appelliere darum an die Bevölkerung, die Augen offen zu halten und auch weitere Vorfälle direkt der Polizei zu melden.

Auch Paul Kemen, Pressesprecher der Polizei Aachen, betonte, dass die Polizei nun verstärkt gerade um die Karnevalszeit im Nordkreis auftreten werde. Er könne auch noch nicht sagen, ob ein Tatzusammenhang zwischen den Fällen bestehe. Dafür wären es zu viele verschiedenen Örtlichkeiten gewesen, um klar sagen zu können, ob es sich um ein und denselben Täter handle.

Bisher seien nicht genug Hinweise bei der Polizei eingegangen, erklärte Kemen.

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