Senegalhilfe: Über 850 Schüler und Lehrer beim Sponsored Walk

Von: mabie
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Sponsored Walk am HGG fördert günstige Futtermittel für Hühner. Nahrungsgrundlage in senegalesischen Familien. sponsor HGG

Würselen. Bange Blicke richtete Maria Foerster am Mittwochmorgen gen Himmel. „In Sachen Wetter haben wir bei unserem Sponsored Walk schon alles erlebt“, sagte die Lehrerin und Initiatorin der Aktion. Seit 1996 helfen Schüler, Lehrer und Freunde des Heilig-Geist-Gymnasiums (HGG) in Broich Menschen im Senegal.

Und natürlich helfen sie auch ihren Altersgenossen, denn an inzwischen elf Schulen in dem afrikanischen Land ist die Hilfe aus Würselen greifbar. Zwar spürt auch Maria Foerster, dass es an der Schule nun einen Jahrgang weniger gibt. Trotzdem machen alle aktuell rund 850 Schüler und natürlich auch die Lehrerschaft mit, als es an diesem später doch regnerischen Tag auf die Wanderstrecke geht.

Drei Stunden unterwegs

Vorab wurde dazu eine neue Strecke festgelegt, die dann – zum Beispiel durch Kanalarbeiten – doch noch „umgestrickt“ werden musste. Rund drei Stunden, je nach Startzeit, Alter und Fitness, waren die Schüler und ihre Lehrer unterwegs, um vom Startpunkt hinter dem Schulgebäude aus über eine lange Schleife durch die im satten Grün stehende Natur wieder zurück zur Schule zu finden.

Doch nicht allein der Lauf war Teil des riesigen Events, der im wahrsten Wortsinn die Massen bewegte. „Wir haben zusätzlich noch ein tolles Rahmenprogramm aufgelegt“, sagte Maria Foerster. Dabei spielte die Schulband „Barber’s Daydream“ keine unwesentliche Rolle. Denn schon vor dem ersten gestempelten Schritt beim Sponsoren-Gang, griffen die Damen und Herren auf dem Schulhof zu Tasten, Saiten, Stöcken und Mikrophon. Mit Klassikern aus der jüngeren und jüngsten Rock- und Popgeschichte wussten sie schon beim offiziellen Start des Programms morgens um acht Uhr zu begeistern. „Die Band hat schon um fünf Uhr angefangen, alles aufzubauen“, lobt Maria Foerster den freiwilligen Einsatz aller Teilnehmer.

Einen besonderen Gag hatten sich die Sportlehrer einfallen lassen: Sie führten nicht nur ein Bewegungslied vor, sondern forderten die Kinder gleichzeitig auf, es ihnen nachzutun. Derart schwungvoll aufgewärmt, ging es leichten Fußes und schweren Rucksacks auf die lange Strecke. Getränke und Verpflegung für unterwegs hatten alle Teilnehmer ebenso dabei wie wandergeeignetes Schuhwerk.

Bischof dankt persönlich

Und noch während die letzten Schritte in Richtung Rundweg verhallten, war die Initiatorin glücklich, dass mit Monsignore André Gueye der Bischof von Thies im Senegal vor Ort war, um den Sponsoren und Wanderern zu danken. Denn die Mitläufer durften sich nicht nur nach der „Ich-bin-dann-mal-weg“-Methode auf ihren persönlichen Pilgerpfad zur Hilfe für andere Menschen machen, sondern hatten im Vorfeld bereits Familie, Freunde und Bekannte abgeklappert, um Geld für den Sponsored Walk locker zu machen. 30 000 Euro sind so schon einmal zusammengekommen, und Maria Foerster hofft bei diesem Mal natürlich auch auf ein tolles Ergebnis. Denn die Mission, die sich das HGG und die Diözese Thies in Senegal auf die Fahnen geschrieben haben, ist nicht einfach.

„Für uns ist es nur allzu selbstverständlich, jeden Tag aus einem großen Angebot an Lebensmitteln auswählen zu können“, sagte Maria Foerster. „Wir können essen, worauf wir Appetit haben, und es mangelt auch nicht an Abwechslung“, sagt sie und weiß von eigenen Besuchen – auch mit Schülern, dass solche Zustände im Senegal einem schönen Traum gleichen. Minder- und Unterernährung, nur wenig Familieneinkommen während der Regenzeit in einem von Landwirtschaft geprägten und mancher Krise geschüttelten Land sind an der Tagesordnung.

Um eine langfristige Hilfe gegen das Ernährungsproblem zu haben, werden HGG und die Diözese Thies in einem über zwei Jahre angelegten Projekt versuchen, künftig günstigeres Futtermittel für Hühner anzubieten. „Die küstennahen Gewässer des Landes sind leer gefischt, seitdem die Hochseefischerei nahezu ausschließlich in den Händen ausländischer Trawler liegt“, berichtet sie. Daher gebe es kaum eine Möglichkeit, sich mit Eiweiß zu versorgen.

Das Futtermittel für die in den meisten Familien gehaltenen Hühner wird aber von einem Monopolisten hergestellt, der den Preis nach Belieben gestalten könne. „Diesen Kreis zu durchbrechen, ist unser Ziel“, sagt Maria Foerster über das Projekt, dass um die 40 000 Euro kosten wird. Und dazu braucht sie keinen bangen Blick zum Himmel, denn, auch wenn das Wetter nicht zugunsten des Sponsored Walk ausfiel, war die Beteiligung groß und damit das Ergebnis sicherlich gut.

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