Seltenheit beim Jahresabschluss: Stadt Alsdorf macht Plus

Von: apa/vm
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Alsdorf. Fast schon als historischen Moment muss man das bezeichnen, was Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders in der nächsten Stadtratssitzung verkünden wird: einen Haushaltsüberschuss und dann auch noch in Millionenhöhe. „Das Ergebnis ist positiv auf der ganzen Linie“, resümiert Sonders.

Kämmerer Michael Hafers will den Stadtverordneten am Dienstag (ab 18 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses) einen Jahresabschluss für 2016 vorlegen, der mit einem satten Plus von rund 5,3 Millionen Euro punkten kann.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie außerordentlich das jetzt erzielte Ergebnis ist: 1992 war das letzte Jahr, in dem ein Überschuss im Haushalt der Stadt Alsdorf erwirtschaftet wurde.

Abzusehen war das Ergebnis für das vergangene Jahr nicht, um nicht zu sagen: Es ist eine große Überraschung, auch wenn der Sparwille der Verwaltung die Planungen nicht nur für das abgelaufene Haushaltsjahr prägte: Ursprünglich wurde eine Einnahmeseite in Höhe von rund 102,1 Millionen Euro angepeilt. Dem standen in den Planungen der Verwaltung Aufwendungen in Höhe von rund 105 Millionen Euro gegenüber.

Doch stattdessen kamen rund 123,6 Millionen Euro in die Kasse und die Ausgabeseite pendelte sich auf rund 118 Millionen Euro ein. Summa summarum wurde das geplante Minus in Höhe von rund drei Millionen Euro durch ein ordentliches Plus in Höhe von sogar rund 8,4 Millionen Euro ersetzt. Abzüglich der Ausgaben bleibt unter dem Strich der besagte Überschuss von etwa 5,3 Millionen Euro übrig. Damit nimmt die Stadt Alsdorf wohl im Nordkreis – und darüber hinaus – eine Sonderstellung ein.

Ein Grund für das Kassenplus: Die Alsdorfer Wirtschaft floriert, die Gewerbesteuereinnahmen gingen steil nach oben. Gerechnet wurde in den seinerzeitigen Haushaltsplanungen mit Gewerbesteuereinnnahmen in Höhe von rund 14,6 Millionen Euro. Eine Zahl, die weit übertroffen wurde: 22,5 Millionen Euro flossen schließlich in die Kasse. Das Plus von rund 7,9 Millionen Euro enthält auch rückwirkende Erstattungen. Weitere Mehreinnahmen stammen aus der Vergnügungssteuer, der Grundsteuer B und dem Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer. Und kann die Stadt Alsdorf das Geld jetzt mit vollen Händen ausgeben? „Nein“, sagt Alfred Sonders.

Unter dem Strich verbleiben von den Mehrerträgen lediglich etwa 1,6 Millionen Euro bei der Stadt, da über den Finanzausgleich zusätzliche Erträge angerechnet werden. Stichworte: Schlüsselzuweisungen, Städteregionsumlage (übrigens der größte Posten in der Haushaltsbewirtschaftung, der weiter ansteigen wird).

Den Mehreinnahmen stehen auf der anderen Seite auch Mehrausgaben gegenüber. Die Kosten für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind ebenso wie die Aufwendungen für Leistungen nach dem Asylberwerber-Leistungssetz oder auch die Kosten für das Kultur- und Bildungszentrum gestiegen. Allerdings erhielt die Stadt dafür auch erhöhte Kostenerstattungen von Seiten des Landes NRW.

Ein Vorteil des Jahresüberschusses: Das negative Eigenkapital wurde abgebaut, die 5,3 Millionen Euro gehen im Ausgleich der Überschuldung auf. Anders ausgedrückt: Das negative Eigenkapital reduziert sich um 5,3 auf 5,8 Millionen Euro. Weitere positive Auswirkungen hat das Jahresergebnis auf die Liquidität der Stadt.

Fazit: Die gute Ertragslage hilft, Mehrkosten zu kompensieren.

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