Alsdorf - SEK-Einsatz: Vater verschanzt sich mit Dreijährigem

SEK-Einsatz: Vater verschanzt sich mit Dreijährigem

Von: vm
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In diesem Mehrfamilienhaus spielte sich das stundenlange Drama am Mittwochabend ab. Foto: Verena Müller

Alsdorf. Der 34-jährige Mann, der sich am Mittwochabend in einer Wohnung in Alsdorf-Mariadorf mit seinem dreijährigen Sohn verschanzt hatte, ist für die Polizei kein unbeschriebenes Blatt, wie Polizeisprecher Paul Kemen auf Anfrage dieser Zeitung mitteilte. Spezialkräfte der Polizei konnten den Mann nach längerer Zeit überwältigen.

„Er ist bereits mehrfach unter anderem wegen Körperverletzung und häuslicher Gewalt in Erscheinung getreten.“ Der zuständige Staatsanwalt habe keine ausreichenden Gründe für eine Untersuchungshaft gesehen, „da jedoch aus polizeilicher Sicht durchaus die Gefahr einer Fremd- und einer Eigengefährdung besteht, ist der 34-Jährige derzeit im Krankenhaus“, so Kemen weiter.

Von Spezialkräften überwältigt

Der 34-Jährige musste in der Nacht von einem Spezialkommando überwältigt werden, nachdem es offenbar eine familiäre Auseinandersetzung gegeben hatte. Die Polizei konnte den Mann über Stunden nicht dazu bewegen, die Wohnung zu verlassen. Da nach Einschätzung der Polizei eine Gefahr für das Kind nicht ausgeschlossen werden konnte, stürmten Spezialkräfte schließlich die Wohnung und überwältigten den Mann.

Das Kind blieb unverletzt und wurde in die Obhut der Mutter gegeben, der Vater musste mit leichten Verletzungen ambulant behandelt werden. Gegen ihn läuft ein Strafverfahren wegen Nötigung, Bedrohung und Körperverletzung gegen die Mutter des Kindes.

Fluchtgefahr besteht nicht

Laut Jost Schützeberg, Sprecher der Staatsanwaltschaft Aachen, hat sich die Staatsanwaltschaft aus Gründen der Verhältnismäßigkeit gegen eine U-Haft entschieden. Gegen den Mann sei aber ein Platzverweis und ein Rückkehrverbot ausgesprochen worden. Er sei eindringlich darauf hingewiesen worden, dass er sich daran halten müsse.

U-Haft kommt laut Schützeberg nur bei Fluchtgefahr in Frage, etwa nach einem Banküberfall und absehbar hoher Haftstrafe oder bei Wiederholungsgefahr, zum Beispiel bei Beschaffungskriminalität eines Süchtigen.

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