Alsdorf - Seit zehn Jahren ist Doris Keller als Schiedsfrau aktiv

Seit zehn Jahren ist Doris Keller als Schiedsfrau aktiv

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Um Ausgleich bemüht: Doris Keller möchte auch weiterhin als Schiedsfrau aktiv bleiben. Foto: apa

Alsdorf. Wenn man von Doris Keller wissen möchte, ob sie die Alsdorfer für gute Nachbarn hält, dann muss sie nicht lange überlegen. „Ja, das sind sie ganz sicher!“ Sie sagt das, obwohl gerade sie es des öfteren mit denen zu tun bekommt, die sich ein verbales Gerangel am Gartenzaun liefern. Nachbarschaftsstreitigkeiten sind ein Thema für sie.

Denn seit zehn Jahren ist Doris Keller eine Schiedsfrau. Und das ist eine Aufgabe, die sie auch in den kommenden fünf Jahren nicht missen möchte.

Sicher: Es landen immer wieder Menschen bei ihr, die sich durch Lärm vom Nachbargrundstück belästigt fühlen oder von Pflanzen, die über die Grundstücksgrenze wuchern. Ein-, zweimal pro Monat ist das im Schnitt der Fall. Dann ist es ihre Aufgabe, diese Streithähne möglichst wieder miteinander zu versöhnen – damit die ganze Sache nicht am Ende vor Gericht landet. „Das funktioniert in den allermeisten Fällen“, sagt sie, „jeder vernünftige Mensch möchte sich doch tunlichst keinen Streit mit einem Menschen antun, der gleich nebenan wohnt.“

Meist braucht es einfach ein Treffen auf „neutralem Boden“, wie Doris Keller ihn als Schiedsfrau anbietet. Die verfeindeten Parteien bringt sie dort auf Augenhöhe ins Gespräch miteinander. „Ich lege gerne die Basis für ein verträgliches Miteinander. Es ist schön zu erleben, wie mit meiner Hilfe ein Streit geschlichtet werden kann.“

Und da schließt sich dann der Kreis: Ja, die Alsdorfer sind gute Nachbarn – nur schaukeln sich hier und da schon mal die Emotionen hoch, selbst wenn der Auslöser eine Banalität gewesen sein mag. Der Weg zu einer Schiedsperson kann da genau das Richtige sein. Was man für diese Aufgabe mitbringen muss? „Eine gesunde Portion Menschenverstand, eine vermittelnde Qualität und ein Händchen dafür, den Streit auf eine sachliche Ebene zurückzuführen.“

Wie sie zu dieser Aufgabe gekommen ist? Als vor zehn Jahren eine Schiedsperson gesucht wurde, war Doris Keller im Rathaus mit der Leitung der Bürgerdienste betraut. Eine Aufgabe, für die es vieles braucht, das auch im Schiedsamt zum Tragen kommt. „Das passte einfach gut“, erinnert sie sich an den Beginn. Und nun? Möchte sie noch einmal weitere fünf Jahre zur Verfügung stehen. „Ich finde, dass das Ehrenamt einfach wichtig für unsere Gesellschaft ist. Viele Menschen verfügen über große Lebenserfahrung – ich finde es schade, wenn das nicht zum Tragen kommt.“

Eine Urkunde zum Zehnjährigen hat Doris Keller jüngst bei einer Feierstunde im Amtsgericht Aachen erhalten, überreicht von Richter Dr. Thomas Moosheimer. „Sie sind als Schiedsfrau ein wichtiger Teil unseres Rechtswegs“, hob er in seiner Laudatio hervor. Die große Erfahrung von Doris Keller unterstrich bei der Feierstunde auch Hermann-Josef Schmitz, Vorsitzender der Bezirksvereinigung Aachen des Bundes Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen.

Doris Keller ist zuständig für Alsdorf-Mitte sowie die Stadtteile Schaufenberg, Kellersberg, Bettendorf, Ost, Neuweiler, Duffesheide, Ofden, Busch und Zopp.

Den übrigen Teil der Stadt betreut Günter Riepe als Schiedsmann. Erreichbar ist Doris Keller in ihrer Tätigkeit als Schiedsfrau unter Telefon 02404/21517.

 

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