Baesweiler - Seit 50 Jahren eine gute Seele der Kirche

Seit 50 Jahren eine gute Seele der Kirche

Von: mas
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Baesweiler. In der Geste steckt Symbolkraft. Während des lebhaften Schilderns ihres Arbeitslebens fasst sich Marianne Schmidt häufig an ihre Halskette. Gern erzählt sie von Begegnungen mit den Menschen.

Dabei spürt man, dass sie selbst eine Perle ist. So wie die kleinen Kugeln an ihrer Kette. Marianne Schmidt erzählt sehr emotional aus 50 Jahren ihrer Tätigkeit für die evangelische Kirche in Baesweiler. Am Tag, an dem sie ihr Jubiläum feiert. Mit vielen Wegbegleitern tat sie das im Café an der Evangelischen Friedenskirche. „Man leidet und freut sich mit allen Menschen, die hier in meinem Büro gesessen haben“, sagte die „halb“ in Rente gegangene Sekretärin.

Die ersten Jahre als junge Sekretärin „bin ich heulend nach Hause gegangen, wenn jemand gestorben ist und die Verwandten waren bei mir“. Natürlich hat sie auch mit den jungen Eheleuten gelacht, die ihre kirchliche Hochzeit oder eine Taufe angemeldet haben. Marianne Schmidt war und ist immer noch in der „Firma“ evangelische Kirche die gute Seele. Oder, mit den Worten der Presbyteriums-Vorsitzenden Annegret Ludwig beschrieben: „Marianne ist der sichere Hafen, der unser Gemeindeschiff zusammengehalten hat.“

Besinnlicher Gottesdienst

Zu ihrem Jubiläum dankte Pfarrer Jochen Gürtler und segnete sie. In einem besinnlichen Gottesdienst, zu dem sich die Jubilarin die Predigt selbst ausgesucht hatte.

In 50 Jahren hat Marianne Schmidt drei Pfarrer erlebt. Wilfried Pluntke zu Beginn, dazwischen Christoph Döhrer, und nun arbeitet sie – mittlerweile als Teilzeitkraft – mit ihrem Chef Jochen Gürtler. „Jeder Tag war für sich spannend“, blickte Marianne Schmidt zurück. Es habe keine Erlebnisse, die sie als außergewöhnlich bezeichnen möchte. Dennoch: „Die Kirche hat sich in den 50 Jahren sehr verändert.“ So waren 1965 die Pfarrer noch „Pfarrherren“.

Das hieß fürs Personal: „Wir machten das, was die Pfarrer wollten.“ Heute ist der Umgang zwischen Belegschaft und Chef lockerer. „Wir trauen uns auch schon mal, das eine oder andere Widerwort zu geben“, sagte Marianne Schmidt schmunzelnd. Richtig loslassen kann und will die Oma von Tim und Tom aber noch nicht. Zweimal in der Woche ist sie trotz Ruhestand an ihrem Schreibtisch. So wird möglicherweise aus dem halben Jahrhundert auch noch ein Jubiläum, dass eigentlich nur Karnevalisten begehen: das 55-Jährige. Fit genug fühlt sich Marianne Schmidt jedenfalls.

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