Seit 25 Jahren leitet Alois Erdweg die Schach-AG der Sebastianusschule

Von: nt
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So wird‘s gemacht: Alois Erdweg (r.) erklärt den Kindern, hier mit Björn Brockhaus, bei der Schach-AG alle wichtigen Taktiken des Spiels. Foto: Tocay

Würselen. Der 79-jährige Alois Erdweg sitzt an einem Tisch der Sebastianusschule in Würselen. Vor ihm liegt ein Schachbrett. Mit seiner rechten Hand greift er über das Brett und nimmt langsam eine Spielfigur herunter, seinen schwarzen Läufer. „Das hast du gut gesehen, Björn. Den Zug hast du“, lobt er den achtjährigen Jungen, der ihm gegenübersitzt.

Es ist Freitagnachmittag, und somit wieder Zeit für eine der vier Schach-AGs der Schule. Seit 25 Jahren leitet Erdweg diese nun schon und hat damit sozusagen sein Silberjubiläum erreicht. „Es hält geistig fit mit Kindern zu arbeiten“, ist er sich sicher. Und auch die Leiterin der Schule, Susanne Drews, ist begeistert: „Es ist toll, dass wir einen Schachlehrer haben, der seit so vielen Jahren mit so viel Herzblut bei der Sache ist“, freut sie sich.

Während des Unterrichts läuft Erdweg durch den Raum und gibt den Schülern Tipps. „Ich sehe mir die Spiele an und greife korrigierend ein“, erklärt er, während sein Blick über die Schachbretter schweift. Unterstützt wird er bei seiner Arbeit von seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Heinrich Erdweg und von einem Freund, dem 71-jährigen Hans Dombrowski. „Die beiden spielen simultan mit den Schülern – so nennt man das“, berichtet er. Sie seien also die direkten Gegner der Kinder. So könne man bestimmte Züge und Taktiken besser einstudieren. Die restlichen Schüler ordnet er der Stärke nach einander zu.

„Herr Erdweg, gucken sie mal, was ich hier jetzt machen soll“, ruft ein Junge vom Nachbartisch zu ihm rüber. „Du musst zusehen, dass du wenigstens noch den Springer erhältst“, antwortet er. Ihm sei wichtig, dass sich keiner langweile, sonst führe das nur zu Chaos, unterstreicht der Schachtrainer. Und seine Lehrmethoden funktionieren. Mit seiner Schulmannschaft, die er aus den besten Kindern der AGs zusammenstellt, sammelte er bei Schachturnieren schon viele Erfolge.

So auch beim dem Grundschulturnier des Würselener Schachvereins, das alle zwei Jahre stattfindet. „Wir haben schon fünf Mal in Folge den Pokal erspielen können“, schildert er. Dieses Jahr wolle man den Sieg zum sechsten Mal holen. „Wir sind sicher, dass wir das schaffen“, zeigt sich auch Drews optimistisch.

Erdweg selbst konnte als Schachspieler vor vielen Jahren auch Siege verbuchen. „Ich war zum Beispiel mal Vereinsmeister bei der Aachener Schachgesellschaft“, sagt er. Wann genau das war, daran könne er sich aber nicht mehr erinnern. 1952 hätten seine Eltern den beiden ältesten Söhnen der Familie ein Schachbrett geschenkt, damals sei seine Leidenschaft für das Spiel entflammt.

Zehn Jahre später trat er der Schachgesellschaft bei. Seit er 1975 nach Würselen zog, ist er dort im Schachverein. Und als Vereinsmitglied sei es ihm natürlich auch immer an gutem Nachwuchs gelegen. Daher sei die Talentsichtung in den AGs sehr wichtig, erklärt er. Doch meistens würden gerade Jungen ihr Fußballtraining dem Schachunterricht vorziehen, schmunzelt er, während er auf die Uhr an seinem linken Handgelenk blickt.

Es ist zehn nach eins. Die Stunde ist fast vorüber. „So, und jetzt: Aufräumen! Nächste Woche geht’s weiter“, sagt er den Kindern.

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