Würselen - Seine Kraft ist die Stimme: Max Mutzke auf der Burg Wilhelmstein

Seine Kraft ist die Stimme: Max Mutzke auf der Burg Wilhelmstein

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
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Mit „Kleinem Jazzbesteck“ in Form seiner Band „Monopunk“ kam Max Mutzke zu seinem zweiten Besuch auf die Freilichtbühne der Burg Wilhelmstein. Foto: Stefan Schaum
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Mit „Kleinem Jazzbesteck“ in Form seiner Band „Monopunk“ kam Max Mutzke zu seinem zweiten Besuch auf die Freilichtbühne der Burg Wilhelmstein. Foto: Stefan Schaum
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Mit „Kleinem Jazzbesteck“ in Form seiner Band „Monopunk“ kam Max Mutzke zu seinem zweiten Besuch auf die Freilichtbühne der Burg Wilhelmstein. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Max Mutzke macht momentan keine Kompromisse, er setzt ganz auf Jazz. Seine Stimme war im Grunde immer schon dort, bloß hatte der Weg ihn über ein paar Pop-Alben geführt. Jetzt aber lässt der 32-Jährige die Dinge einfach mal laufen, wie am Samstag auf Burg Wilhelmstein.

Eigene Songs und Stücke von Soul-Legenden hat er so frei, unkonventionell und kraftvoll interpretiert, dass die vielen Ovationen am Ende mehr als verdient waren.

Mit „Kleinem Jazzbesteck“ in Form seiner Band „Monopunk“ kam er zu seinem zweiten Besuch auf der Freilichtbühne. Schlagzeuger Tobias Held und Bassist Danny Samar, dazu Sevan Gökoglu der erst wenige Tage vor dem Konzert für Keyboarder Maik Schott eingesprungen war. Von einer Ersatzlösung konnte hier keine Rede sein: Virtuos gingen die drei Musiker zu Werk und wirkten zu jeder Sekunde eingespielt wie eine Combo, die schon seit Jahren unterwegs ist. Mit dem markanten Klang seiner Hammond-Orgel sorgte Gökoglu obendrein für ganz besondere Sound-Tupfer.

Die Gitarren, die auf dem aktuellen Album „Durcheinander“ auf manchen Songs zu hören sind, vermisste man live nicht. Nicht mal beim Song „Creep“, der im „Radiohead“-Original seine Kraft aus der verzerrten E-Gitarre zieht. Mutzkes Kraft ist seine Stimme. Die hat Soul, die macht Druck. Hier und da hielt sich der Sänger das Mikro ganz weit weg vom Mund – doch selbst ohne Verstärkung drang sein Gesang locker ganz hoch bis in die letzte Reihe.

Das schaffen nicht viele. Und die dürften Songs wie „Me & Mrs. Jones“ auch nicht so stark rüberbringen wie Mutzke. Der machte das in Würselen gefühlvoll und kantig zugleich. Dass er es mit den ganz Großen aufnehmen kann, bewies er in einem langen Medley, in dem er seinen Vorbildern huldigte. Michael Jacksons „Human Nature“, Marvin Gayes „Whats going on“ – alles tadellos. Michael, Marvin, Max – den Platz in dieser Reihe hat Mutzke sich verdient.

Mehr als zwei Stunden lang bot er vieles, das man so noch nicht von ihm gehört hat. Auch seinen ersten Hit „Can’t Wait Until Tonight“ nicht. Die schöne Schnulze hatte jetzt ein ganz eigenes Tempo deutlich mehr Biss. Gut so. Dass er ein ganz charmanter Plauderer ist, bewies Mutzke zwischen den Songs immer wieder. Und auch nach der Show, als er sich viel Zeit für Small-Talk und Autogramme nahm. So entspannt geht das, wenn ein Künstler erst mal so richtig bei sich selbst angekommen ist.

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