Sehr persönliche Fragen: Martin Schulz besucht Grundschule

Von: Leandra Kubiak
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EU-Parlamentspräsident Martin Schulz stellte sich am Freitag den neugierigen Fragen der Schüler der 4d der Verbundsschule Weiden-Linden. Themen waren Europa, aber auch der Arbeitsalltag eines Politikers. Foto: Leandra Kubiak
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Die Klasse 4d der Verbundschule in Linden-Neusen freute sich über den Besuch von Martin Schulz. Foto: Leandra Kubiak

Würselen. Für die Klasse 4d der Verbundschule Weiden-Linden am Standort Linden-Neusen war die erste Schulstunde am Freitag eine ganz besondere: Europaparlamentspräsident Martin Schulz kam zu Besuch – und einen bedeutenden Politiker wie ihn hat man ja schließlich nicht alle Tage im eigenen Klassenzimmer sitzen.

Es war ein Besuch, der auch für Martin Schulz eine Besonderheit war, denn „sowas macht man natürlich ganz selten“, wie er sagt. Der Terminkalender des SPD-Politikers ist voll, trotzdem nahm er sich am Freitag die Zeit, mit der Grundschulklasse über Europa zu sprechen. Zu verdanken hatte die 4d das nicht zuletzt auch Mitschülerin Greta, denn sie ist die Großnichte von Martin Schulz und hat bei ihm sozusagen Überzeugungsarbeit geleistet, der Klasse doch einmal einen Besuch abzustatten.

Thematisch waren die Schüler gut vorbereitet, denn mit Europa und der EU beschäftigen sie sich nun schon seit einigen Wochen. „Wir haben uns zuerst mit der Stadt Aachen befasst, dann mit dem Land NRW, danach mit Deutschland und schließlich mit Europa“, erklärt Klassenlehrerin Carolin Mehl. Eine Reihenfolge, die nicht ganz zufällig gewählt war – man hätte das Ganze auch genau umgekehrt machen können, von der Europaebene bis hin zur Stadt Aachen. „Das hatte auch damit zu tun, dass ja aktuell die Fußball-EM läuft“, verrät Carolin Mehl. So hätten die Schüler natürlich einen Anreiz mehr, sich aktuell mit Europa zu befassen.

So wurde Martin Schulz – nachdem die Klasse allmählich warm geworden war – dann auch mit zahlreichen Fragen gelöchert. „Wie kommt ein Land in die EU?“, wollten die Schüler beispielsweise wissen. Martin Schulz zog den Vergleich mit einer Schulklasse und erklärte, dass zum Beispiel geprüft werde, ob die Länder denn auch „ihre Hausaufgaben“ gemacht hätten und sich an bestimmte Regeln halten würden. Neugierig waren die Schüler auch in Bezug auf die Frage, wann denn wohl das nächste Land in die EU eintreten würde.

Es gebe einige Beitrittskandidaten, erklärte Schulz. Serbien beispielsweise, Mazedonien oder auch die Türkei. Dass es bald dazu komme, dass ein weiteres Land Mitglied werde, das vermute er aber nicht.

Was die Kinder neben den politischen Fragen aber besonders brennend interessierte, waren vor allem die ganz persönlichen Themen. Von der Frage nach dem Lieblingsessen bis zu Fragen nach Urlaubszielen war so einiges dabei. Für Martin Schulz war das sicher ungewohnt, er nahm es aber gelassen und war um keine Antwort verlegen. So verriet er beispielsweise, dass er gerne Weihnachtsgans isst, er aber genauso gerne auch zu Currywurst und Fritten greift und, dass eines seiner „Lieblingsländer“ Frankreich sei. Dort verbrachte er schon in seiner Schulzeit am Heilig-Geist-Gymnasium in Würselen eine schöne Zeit während eines Schüleraustauschs.

Auch über seinen Arbeitsalltag sprach Martin Schulz, denn die Schüler wollten wissen, wie viele Termine er an einem Tag hat, was er macht, wenn er keine Reden im Parlament hält und wie viel Freizeit da überhaupt noch bleibe. „Naja, das sind schon meist mindestens acht bis neun Termine pro Tag“, sagte Schulz. Viel Freizeit bleibe da nicht, er arbeite oftmals 14 bis 16 Stunden am Tag.

Nachhaltig beeindruckt hat die Kinder, dass der längste „Arbeitstag“ bei einer langen Verhandlung kürzlich bei 36 Stunden lag. „Und was verdienen Sie?“, wurde prompt nachgefragt. „Ich verdiene das selbe wie auch alle Bundestagsabgeordneten“, so Schulz. „Etwa 13000 Euro im Monat.“ Eingerechnet seien da aber beispielsweise auch Kosten, die er für die Anmietung eines Büros, Telefongespräche und ähnliches habe.

Etwas schmunzeln mussten die Lehrer, als einer der Schüler fragte, welche Politiker er am liebsten möge. „Mit Sigmar Gabriel zum Beispiel bin ich gut befreundet“, verriet Schulz. Und großen Respekt habe er auch vor Barack Obama.

„Ich war erstaunt, was da alles an Fragen kam und wie gut die Schüler vorbereitet waren“, meinte Schulz. Viel Zeit, in seiner Heimatstadt zu verweilen, blieb ihm nach dem Besuch in der Grundschule nicht. Mit dem Zug ging es weiter nach Paris – der Auftritt in einer politischen Fernsehshow stand an. Auch Carolin Mehl zog eine positive Bilanz: „Martin Schulz ist sehr nett auf die Kinder eingegangen.“

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