Schwimmhalle Kohlscheid: Noch viele Fragen zu klären

Von: mabie
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Bild aus vergangenen Wettkampfzeiten: Wann in Kohlscheid wieder Schwimmsport möglich sein wird, ist noch ungewiss. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Kohlscheid soll als Bäderstandort erhalten bleiben, darüber ist sich die Politik in Roda einig. Alleine um das Wie beginnt auch angesichts der neuen finanziellen Situation mit dem Nothaushalt ein reges Tauziehen.

Ein nächstes Kapitel hat in dieser Hinsicht der Bau- und Verkehrsausschuss in seiner jüngsten Sitzung aufgeschlagen. „Uns allen ist gemeinsam, dass wir ein Familien- und Sportbad in Kohlscheid erhalten wollen“, sagte etwa SPD-Vertreter Wolfgang Goebbels.

Das Gutachten, das nicht nur seiner Ansicht nach zu dem Schluss komme, ein Neubau sei die beste Alternative, wollte er aber so nicht nur zur Kenntnis nehmen. Vielmehr regte er unter anderem eine Prüfung des Standorts auf alte Bergbauschächte an, will in Zusammenarbeit mit den nutzenden Vereinen klären, wie viele Bahnen nötig seien, wie es um die Zukunft von Bistro, Außenflächen und auch der Sauna bestellt ist, oder auch, ob ein anderer Standort als an der Zellerstraße infrage komme.

Externe Fachbüros

Den Vorschlag, sich zusammen mit dem Ausschuss andere neu gebaute Bäder in der Region anzuschauen, nahm der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda gerne auf. „Das sollten wir auf jeden Fall tun“, betonte er. Für die weiteren Detailfragen will er auf Grundlage der aktuellen Finanzlage der Stadt auch externe Fachbüros einschalten. Das wird auch nötig sein, denn es gibt einen vermuteten alten Bergbauschacht unter dem Gelände, von dem aber weder klar ist, ob er tatsächlich existiert und ob er, wenn vorhanden, einer Sicherung bedarf.

In diesem Fall könnten die Worte von Fachbereichsleiter Rolf Kalmbach noch Gewicht bekommen. „Eine Untersuchung kostet 120.000 Euro, eine Schachtsicherung wird wohl bei um 280.000 Euro Kosten liegen“, sagte Kalmbach. Geld, das auf die derzeitig angeschlagenen Sanierungskosten von 2,8 Millionen Euro aufgeschlagen werden müsste. Kalmbach dachte zudem laut darüber nach, ob die Sanierung als „ernsthaftes Konzept“ angesehen werden könne. „Das ist eine alte Hütte“ sagte er deutlich, „zu ihrer Zeit war die Halle ein Palast, aber es bleibt eine Konstruktion aus den 70ern“, fand er und plädierte für einen Neubau.

„Vor 40 Jahren hatten wir ganz andere Energiepreise“, betonte auch CDU-Vertreter Reimund Billmann. Gleichzeitig sah er die Sauna als „erheblichen Zuschussbetrieb“ an. Auch er wünschte sich für die Zukunft ein Familien- und Sportbad. „Unser Ziel ist es nicht, die Hall Zellerstraße zu verbessern, sondern wir müssen prüfen, ob das verantwortbar ist“, schloss Billmann.

Dass 40 Jahre lang nichts geschehen sei, wie Freizeitschwimmer Michael Hilse in der vorangegangenen Bürgerfragestunde bemängelte, wollte Billmann so nicht gelten lassen. „Es wurden Millionen im Keller verbaut, schließlich ist die Wasserqualität sehr wichtig“, verwies er auf die auch von Ragnar Migenda angeführten Investitionen in die Technik des bisherigen Kohlscheider Bads an.

Zweifel an Investoreninteresse

Einen Schnellschuss wollte in der Frage nach dem künftigen Erscheinungsbild des Kohlscheider Bads kein Ausschussmitglied wagen. Dass ein Neubau sinnvoller erscheine, fand auch Grünen-Sprecher Dr. Bernd Fasel. Ein Investoren-Engagement sah er jedoch als „wenig bis nicht machbar“ an, allerdings plädierte auch er für den Erhalt eines Bads in Kohlscheid. Und er brachte die Frage auf, ob nach einem Bau oder einer Sanierung in Kohlscheid das Bad an der Bergerstraße in Mitte geschlossen werden könnte.

Viele Fragen also, die es noch zu beantworten gilt. Doch in einem Punkt zeigten sich die Ausschussmitglieder einig – in der Informationspolitik der Vorgängerverwaltung: „Es zeigt sich immer mehr, dass wir in der Vergangenheit hinsichtlich des Zustands dieses Bads von der Verwaltung ordentlich verschaukelt worden sind“, unterstrich Fasel. Das fand auch Norbert Voß von der FDP. „Wir sind von den Vorgängern der aktuellen Verwaltung verarscht worden“, sagte er und stellte sich die Frage, was sich Herzogenrath in Sachen Kohlscheider Bad leisten könne.

Toni Ameis von den Linken schließlich betonte, dass in einem Familienbad eine Sauna „unbedingt notwendig“ sei.

Was nun kommt, will der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda mit ruhiger Hand ordnen. „Qualität geht vor Eile“, hob er hervor, „denn bei einer falschen Entscheidung könnte es die Stadt richtig Geld kosten.“ Wenn allerdings ein Neubau käme, könnte dies schon in den kommenden drei bis vier Jahren umgesetzt werden und nicht erst, wie von manchen befürchtet, in fünf bis sechs Jahren. Allerdings müsse zunächst der genaue Bedarf der Herzogenrather Bäderlandschaft festgestellt werden, schloss Migenda.

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