Würselen - Schwerpunkt Altenarbeit bietet Chancen

Schwerpunkt Altenarbeit bietet Chancen

Von: Karl Stüber
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Das Krankenhaus in Bardenberg: Die Knappschaft Bahn-See wehrt sich gegen die Schließung dieses Standortes des Medizinischen Zentrums Würselen. Foto: Karl Stüber
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Soll gegebenenfalls einem Neubau weichen: das alte Schwesternheim im hinteren Bereich des MZ-Standortes Bardenberg.
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Das Richtfest ist bereits gefeiert: Am Standort Marienhöhe wird kräftig an dem rund 11 000 Quadratmeter großen Erweiterungsbau gearbeitet.

Würselen. Nun soll das ehemalige Knappschaftskrankenhaus in Bardenberg zwar Krankenhaus bleiben, aber kräftig umgekramt werden. Das haben Städteregionsrat Helmut Etschenberg und der Geschäftsführer des Medizinischen Zentrums (MZ), René A. Bostelaar, in Abstimmung mit dem Mitgesellschafter Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See verkündet.

Das birgt möglicherweise Nachteile, aber auch Chancen für die Weiterentwicklung der Ortslage Bardenberg, die Würselens Bürgermeister Arno Nelles und Technischer Beigeordneter Till von Hoegen nutzen wollen. Unsere Zeitung befasst sich in der speziellen Serie „MZ im Umbruch“ mit verschiedenen Aspekten – auch bezüglich des Standorts Marienhöhe.

Eigentlich war ja für den Standort Bardenberg anderes vorgesehen. Hier befinden sich die Krankenhausentwicklungsflächen für das MZ, wie im Flächennutzungsplan ausgewiesen und im Einvernehmen mit der Bezirksregierung Köln entwickelt, bestätigt Beigeordneter von Hoegen. Nach der Richtungsentscheidung der Gesellschafter Städteregion und Knappschaft Bahn-See soll nun das Areal zu einem allgemeinen Wohngebiet deklariert werden, wenn es nach der Stadt Würselen geht. Dabei gilt es, die Aufsichtsbehörde in Gesprächen von der Sinnhaftigkeit des Anliegens zu überzeugen. Außerdem handelt es sich teilweise um „heterogene“ Flächen, wie von Hoegen sagt, also Flächen auch im privaten Besitz. Nahe der L 223 sind es landwirtschaftlich genutzte Böden. Auch hier will Überzeugungsarbeit seitens der Stadt Würselen geleistet werden.

Bürgermeister Arno Nelles weiß von reger Nachfrage nach Möglichkeiten zum seniorengerechten Wohnen zu berichten. Das macht in mehrfacher Weise Sinn. Zum einen dürfen sich Senioren – wenn sie denn einmal nicht mehr allein parat kommen sollten – in einem günstigen Umfeld wissen. Der Grund: Die Städteregion will auf dem Gelände des MZ in Bardenberg das Amt für Altenarbeit der Städteregion unterbringen. Die gesamte Aus- und Fortbildung zur Alten- und Krankenpflege in Verbindung mit einem Konferenzzentrum soll zudem hier konzentriert werden. Das „schreit“ geradezu nach positiven Auswirkungen ins Umfeld – und sollte entsprechende Investoren für barrierefreies Bauen hellhörig machen.

Aber sind auch Bedarf und Platz da für ein Pflegeheim? Die Abdeckung des Bedarfs ist – mit Blick auf Gesamt-Würselen – recht hoch meinen Nelles und von Hoegen. Sie wollen keinen ruinösen Wettbewerb unter den Anbietern haben. Aber in Bardenberg, das rund 6000 Einwohner zählt, gibt es kein Pflegeheim. Wie es nun um den tatsächlichen Bedarf steht, will die Stadt Würselen nun gemeinsam mit der Städteregion konkretisieren. „Bislang hat sich in dieser Frage noch kein Investor gemeldet“, sieht dies von Hoegen als aussagenkräftigen Indikator dafür an, dass sich ein Pflegeheim in Bardenberg nicht rechnen würde.

Genauer untersuchen will die Stadt Würselen den Generationswechsel in ihren Wohnquartieren – auch in Bardenberg. „Wir brauchen eine genauere Datenbasis für weitere Entscheidungen“, sagt Nelles. „Die Straßen fallen jedenfalls nicht leer“, hat der Technische Beigeordnete beobachtet.

Und noch eine generelle Aufgabe ist in Würselen zu erledigen: der barrierefreie Umbau in der Wohnsubstanz. Und: „Wir stellen fest, dass Senioren in Häusern oft nur noch alleine leben und nur wenige Räume bewohnen.“ Nelles ergänzt: „Da muss die Stadt moderieren und andere Formen des Wohnens erarbeiten und anbieten.“ So will die Verwaltung in Bardenberg nach erfolgreichem „Volllaufen“ des rund 7,3 Hektar großen Neubaugebiets „Schützenwiese“ erst einmal kein weiteres Neubaugebiet ausweisen. „Der Bedarf an Ein- und Zweifamilienhäusern in Bardenberg ist erst einmal gedeckt“, konstatiert der Technische Beigeordnete. „Wir wollen den Innenbereich von Bardenberg weiterentwickeln“, sagt der Bürgermeister – also auch den Kern von Bardenberg rund ums ehemalige Knappschaftskrankenhaus.

Welche Rolle ist der Stadtentwicklungsgesellschaft Würselen (SEW) zugedacht, deren Aufsichtsratsvorsitzender der Bürgermeister ist? Nelles weiß, dass die SEW nicht alles stemmen kann, sucht die Zusammenarbeit mit privaten Investoren. Indes komme der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) eine wichtige Rolle zu. Sie verhandele mit dem MZ über Flächen und suche zu klären, ob und wie das Gebäude der ehemaligen Pathologie, das in privater Hand ist, in die Planungen einbezogen werden kann.

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