Schwere Lkw und Lasten sind sein Leben

Von: Manfred Kistermann
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Auch mit 80 Jahren noch fit: SHB-Firmengründer Kaspar Staerck hat mit seinem Unternehmen beizeiten den richtigen Weg eingeschlagen. Foto: Manfred Kistermann

Würselen. Kaspar Staerck ist das, was man in Amerika einen Selfmademan nennt, jemand, der aus kleinsten Anfängen heraus seinen Erfolg im wahrsten Sinne des Wortes einfuhr. Heute zählt sein Unternehmen, das er vor genau 50 Jahren aufbaute und später mit Partnern unter dem Namen SHB erfolgreich weiterführte, über 60 Lkw und ist ein sehr gefragter Partner bei großen Bauaktivitäten.

Die SHB dient vor allem der Zulieferung und Entsorgung von Baustellen, aber auch Spezialdienste wie Kehrmaschinen, Container, Sattelschlepper, Planierraupen oder Radlader gehören zum Angebot. Auf Großbaustellen wie beispielsweise am Autobahnkreuz Aachen oder der Aachener Kaiserplatz-Galerie sind derzeit die Fahrzeuge zu finden.

Begonnen hat vor 50 Jahren alles mit einer Schnapsidee. Kaspar Staerck, der am 23. September 80 Jahre alt wird und noch topfit ist, bekam durch die Kriegswirren wenig Schulbildung mit. „Ich konnte nur lesen und schreiben“, blickt er bescheiden zurück. Er lernte Schreiner, ging in die Würselener Zeche Gouley und landete nach seiner Militärzeit als Lkw-Fahrer bei einer Baustofffirma. In seinem Kegelclub, dem der gebürtige Eilendorfer noch immer angehört, kam zur vorgerückten Stunde dann – wohl eher in einer Bierlaune, wie Kaspar Staerck meint – der Vorschlag: „Wir machen uns selbstständig, wir kaufen uns einen Lastwagen.“

Am Tag danach rückten die ernüchterten Kegelbrüder von der Idee allerdings wieder ab. Nicht so Kaspar Staerck. Er machte ernst, fing an, sich weiterzubilden, und bereitete seinen Start als eigenständiger Unternehmer vor.

Durch einen Unfall, den er in der Zeche erlitt, stand ihm eine Versicherung zu – das Startkapital von 11.000 D-Mark. Der gewünschte Lkw, ein Mercedes Typ 322, 5,6 Tonnen-Allrad-Kipper, kostete allerdings 36.000 DM. Ein Kredit gab dem jungen Staerck eine Chance. Es folgte der Startschuss für den Transporteur.

Abfälle von Zuckerrüben zählten anfangs zur Fracht, Aufträge von Baufirmen zum Transport von Materialien und Schutt kamen hinzu. Eines Tages war der Kipper weg – gestohlen. Staerck musste mangels Unterstellmöglichkeiten nämlich sein Arbeitsgerät nachts am Straßenrand parken – gute Gelegenheit für Diebe. Glücklicherweise kam die Versicherung für den Schaden auf, ein neuer Laster rollte an. Verschiedene Baufirmen bedienten sich der Dienste des Einmann-Betriebes.

Partner mit ins Boot geholt

Doch in einem strengen Winter lief kaum noch etwas. Staerck wollte schon das Handtuch werfen, als ihn plötzlich der Anruf einer großen Baufirma rettete. Für viele Jahre besorgte diese dem zuverlässigen Transporteur Aufträge, so viele, dass er anfangs gar Subunternehmer beschäftigen musste, um die Aufträge zu erfüllen. Zwischenzeitlich war auch die heutige Ehefrau von Kaspar Staerck mit im Unternehmen tätig und half tatkräftig als Bürokraft beim Aufbau des Geschäfts.

Mit der Zeit wuchs natürlich auch der eigene Fuhrpark. Als Kaspar Staerck 60 Jahre alt wurde, holte er sich mangels eigenem Firmennachwuchs Partner ins Unternehmen. Er nannte 1993 seine Firma SHB. Die Buchstaben stehen für die Namen Staerck, Handels, Braun, Bartz und später noch Blees. Das Betriebsgelände im Gewerbegebiet Aachener Kreuz wuchs, Hallen zur Wartung der Fahrzeuge entstanden. Über sieben Jahre lang fuhr das Unternehmen unter anderem Material zum Verfüllen der geschlossenen Zechen im Aachener Revier.

Heute ist die SHB Baulogistik und Transporte GmbH mit 75 Mitarbeitern der Spezialist für Entsorgung, Transporte und Baustoffhandel in der Euregio Maas-Rhein. Kaspar Staerck hat sich vor einiger Zeit aus der Geschäftsführung zurückgezogen, sein Büro aber hat er im Firmensitz in Würselen behalten. Guido Bartz und Hans-Dieter Handels führen das Unternehmen jetzt. Die Werkstatt für den recht umfangreichen und sehr individuellen Fuhrpark des mittelständischen Unternehmens mit seinen vielen Spezialfahrzeugen und Aufliegern leitet Michael Bartz.

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