Schweller sind umstritten

Von: Daniel Gerhards
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Raser wirksam ausbremsen: In der Ringstraße sollen die Autofahrer nach Willen der SPD gezwungen werden, langsamer zu fahren. Foto: Daniel Gerhards

Alsdorf. Auf der Ringstraße fahren viele Autos zu schnell. Das gefährdet spielende Kinder und Fußgänger in dem Kellersberger Wohngebiet. In den Augen des SPD-Ortsvereins Kellersberg muss sich daran etwas ändern.

Daher brachten die Sozialdemokraten einen Antrag ein, demzufolge Bodenschweller auf der Straße angebracht werden sollen (zwischen Hausnummer 3 und 78). Damit wollte man die Autofahrer zwingen, sich an die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit zu halten.

Das wiederum gefiel nicht allen Kellersbergern. Es formierte sich eine Initiative gegen den Einbau der Schweller. Jetzt lud die SPD nun zur Aussprache zu dem Thema ein. Bei der Informationsveranstaltung saßen Experten von Verwaltung und Feuerwehr, interessierte Bürger und Politiker an einem Tisch.

„Wir bemühen uns schon seit 2007, eine Verkehrsberuhigung im Bereich Ringstraße herbeizuführen”, erklärte Jürgen Neesen, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Kellersberg. Dabei ist den Sozialdemokraten der Dialog mit den Anwohnern wichtig. Neesen erklärte, dass man neben persönlich geführten Gesprächen mit Anwohnern auch Informationsblätter verteilt und eine Befragung durchgeführt habe.

Trotzdem schien die Lage vor der Informationsveranstaltung einigermaßen verfahren. Befürworter der Schweller wollen dadurch ihre Kinder vor Rasern schützen. Gegner glauben, dass die Erhöhungen auf der Fahrbahn ihren Autos schaden oder die Anfahrt für Rettungsfahrzeuge erschweren. Ralf Kahlen, Erster Beigeordneter Alsdorfs, erklärte, dass Eingriffe in den Verkehr oft Konflikte mit sich bringen.

Es könne passieren, dass ein Teil des Verkehrs durch einen baulichen Eingriff in die Straße auf die umliegenden Straßen ausweicht. „Verkehrsregelnde Maßnahmen sind eine hochemotionale Geschichte, da die Menschen unmittelbar betroffen sind”, sagte Kahlen. Fakt sei, dass sich das Verkehrsauskommen in den letzten 20 Jahren verdreifacht habe. Das Straßennetz wurde allerdings nicht in gleichem Umfang erweitert.

Jüngste Zählungen ergaben auf der Ringstraße ein Verkehrsaufkommen von 3000 Fahrzeugen pro Woche. Davon hielt sich rund ein Drittel nicht an die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit (dabei werden Fahrgeschwindigkeiten bis zu 20 Kilometer pro Stunde toleriert). Allerdings fuhren 94 Prozent der Fahrzeuge weniger als 30 Kilometer pro Stunde.

Echte „Rennen” finden in den Augen der Anwohner zwischen 7.45 und 8.30 Uhr statt. Dann versuchen die Schüler des angrenzenden Berufskollegs, pünktlich zum Unterricht zu kommen, wie es hieß. Dagegen halten es andere Kellerberger schon jetzt für ein „mittleres Abenteuer”, vorbei an falsch parkenden Autos und Bäumen durch die teils enge Straße zu fahren.

Feuerwehr „kritisch”

Auch Stadtbrandinspektor Peter Adenau sieht schon die derzeitige Situation „kritisch”. Der Einbau von sieben Schwellern auf einer Strecke von 400 Metern - so sieht es der SPD-Antrag vor - könne die Feuerwehr nach seiner Schätzung im Ernstfall eine knappe Minute kosten. Zudem müsse man pro Schweller mit 400 bis 500 Euro Kosten zuzüglich des Einbaus durch den technischen Dienst der Stadt rechnen.

Kahlen plädierte dafür, nicht gleich durch eine bauliche Maßnahme, wie sie die Schweller darstellen, eine mehr oder weniger endgültige Lösung herbeizuführen. Er schlug vor, zunächst zusätzliche Schilder aufzustellen und mehr Geschwindigkeitsüberwachungen durch die Polizei anzuregen.

Ordnungsamtsleiter Jürgen Kochs schlug vor, in der Ringstraße bis zu 24 weitere Parkplätze einzurichten. Dadurch müsse man langsamer fahren. Gleichzeitig soll aber auch stärker kontrolliert werden, ob richtig geparkt wird.

Zudem sollen an die Anwohner und die Schüler des Berufskollegs Flugblätter verteilt werden, die darauf hinweisen, dass im Verkehrsberuhigten Bereich auf der Ringstraße Schrittgeschwindigkeit zu fahren ist. Eine abschließende Meinung habe sich die Verwaltung, so Kahlen, allerdings auch noch nicht gebildet.
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