Schwarzmeer-Kosaken-Chor: Einblick in die russische Seele

Von: ehg
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Gemeinsames Lied: der Männergesangverein Linden-Neusen und die Schwarzmeer Kosaken von Peter Orloff.

Würselen. Stimmen so schön und gewaltig wie Russland erfüllten die bis auf den letzten Platz besetzte ehemalige Klosterkirche in Broich. Auf Einladung des Männergesangvereins Linden-Neusen gestaltete dort der Schwarzmeer-Kosaken-Chor ein die Besucher von der ersten bis zur letzten Minuten begeisterndes facetten- und nuancenreiches Konzert.

Der Chor wird seit 1993 von dem einstigen Schlagersänger und heutigen Ataman Peter Orloff geleitet. Der hochkarätige aus lauter namhaften Solisten bestehende Chor, der singend betet und betend singt, hinterließ ob seiner starken gesanglichen Leistungen einen derartigen Eindruck, dass der Wunsch nach Mehr bei den Besuchern keine Ausnahme war.

Begleitet wurden die Ausnahme-Sänger von einem Trio exzellenter Musiker – mit Bajan, einem russischen Knopfakkordeon, mit einer Bassbalalaika und mit einem Domra, einem kleinen Zupfinstrument. Was die drei Instrumentalisten boten, war über weite Strecken atemberaubend, immer fein auf den Gesang abgestimmt. Irina Kripakova, Ilya Kurtev und Slava Kripakow entpuppten sich als Meister ihres Fachs.

In das Konzert der Kosaken von Peter Orloff stimmten rund 40 Sänger des MGV-Linden-Neusen und des MGV Alsdorf unter der Leitung von Chordirektor Heinz Dickmeis ein. Er rollte mit drei Chorwerken für den Gastchor den roten Teppich aus. Es erklang „adeste fideles“. Es folgte ein Auszug aus der Oper „Fürst Igor“ von Alexander Borodin.

Sanft und einfühlsam brachte der Ataman (Kosakenoberhaupt) die alte Klosterlegende „Die zwölf Räuber“ zu Gehör. Er wirkte wie der Mönch, der selbst einmal Räuber gewesen war. Die von ihm erzählte Geschichte erzeugte Gänsehaut-Feeling. Igor Ishchak zelebrierte mit seiner außergewöhnlichen Sopranstimme Franz Schuberts „Ave Maria“. Zu hören waren sakrale Werke wie unter anderem „Ich bete an die Macht der Liebe“ von Dimitri Bortnjanskij und Pjotr Tschaikowsky sowohl im Original als auch in altslawischer Sprache sowie russische Volksweisen und Balladen in den Originalversionen.

Daneben standen Opern-Ohrwürmer wie „Gefangenenchor“ von Guiseppe Verdi und „Nessun dorma“ aus „Turandot“ von Giacomo Puccini auf dem Programm.

„Auf viele Jahre“ brillierte der tiefe kaum zu bändigende Bass Stefan Arnininsky, Stellvertreter von Peter Orloff.

Noch einmal setzte sich brillant der Counter-Tenor Igor Ishchak bei Schuberts „Leise flehen meine Lieder“ in Szene.

In der „Ballade vom Kosaken-Hauptmann Stenka Rasin“ lebte sich Bariton Peter Orloff temperamentvoll mit seinen acht Kosaken in vollen Zügen aus.

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