Schwarz-rot-goldene Party: Der Knoten platzt erst in der 55. Minute

Von: Lukas Weinberger und Laura Beemelmanns
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Mit einer Tour durch die Innenstadt, vorbei am Kirchplatz und den jubelnden Fans, feierten die Baesweiler den Sieg der deutschen Nationalmannschaft. Auf den Siegtreffer hatten sie eine knappe Stunde warten müssen. Foto: Beemelmanns/Weinberger
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Großes Mitfiebern bis zum Schluss: In der Burg Baesweiler wurden über 300 Daumen gedrückt. Foto: Beemelmanns/Weinberger

Baesweiler. Es läuft die 55. Spielminute, Deutschland spielt im letzten WM-Vorrundenspiel gegen die USA. Thomas Müller kommt an den Ball, schießt, trifft – und die Burg Baesweiler steht Kopf. Jubel brandet auf, Fahnen werden geschwenkt.

Fans mit schwarz-rot-goldenen Hawaiiketten liegen sich in den Armen, einer deutet immer wieder mit beiden Daumen auf die Nummer 13 und Müllers Namen auf seinem Deutschland-Trikot. So hat Baesweiler am Donnerstagabend den deutschen Siegtreffer gefeiert. Weit über 300 Deutschland-Anhänger waren in die Burg im Herzen von Baesweiler gekommen, die meisten in Fan-Kleidung, mit Deutschland-Hüten, viele hatten sich kleine schwarz-rot-goldene Fähnchen auf die Wangen gemalt.

Auf gleich vier großen Leinwänden konnten die Fans das Spiel der Deutschen gegen die USA verfolgen – und sie fieberten volle 90 Minuten lang mit: Wenn die deutsche Elf gute Torchancen vergab, ging regelmäßig ein Raunen durch die Burg. Wenn die Amerikaner den Vorwärtsgang eingeschaltet hatten, wurde so manches Mal kurz der Atem angehalten, sogar die Hände betend zusammengefaltet. Man versuchte eben mit allen Mitteln, die deutsche Nationalmannschaft von Baesweiler aus zu unterstützen.

Wichtige Würstchen

In den wenigen Momenten ohne die ganz großen Emotionen saßen die Fans stillschweigend vor der Leinwand. Und zu Beginn der zweiten Halbzeit waren für viele kurzzeitig die Leckereien am Würstchenstand interessanter als das, was da über die Leinwand flimmerte. Doch dann kam Müller. Nach nur zehn Minuten Ruhepause waren auch die Fans wieder voll im Spiel.

Als der starke Bastian Schweinsteiger ausgewechselt wurde, verabschiedeten ihn die Baesweiler mit viel Applaus. Turbulent wurde es dann noch einmal kurz vor dem Abpfiff: Philipp Lahm blockte in der Schlussminute einen gefährlichen Angriff der US-Amerikaner so gerade noch ab, die Fans feierten die Rettungstat des Kapitäns fast so ausgelassen wie Müllers Treffer. Erleichterte Gesichter soweit das Auge reicht – der Sieg von Jogis Jungs war endgültig in trockenen Tüchern.

Grund genug, um nach alter Tradition in der Innenstadt zu feiern. Leidenschaftlich wurde auf dem Weg von der Burg in Richtung Kirchplatz über das Spiel und die kommenden Gegner philosophiert. „Die deutsche Mannschaft kann noch viel mehr“ – so lässt sich die Meinung der Baesweiler zusammenfassen.

Denn ein grandioses Feuerwerk war das nicht, was die deutsche Elf gegen die USA zeigte, da war man sich einig. In Baesweilers Innenstadt wurden nach dem Erfolg und dem damit verbundenen Gruppensieg dennoch einige Raketen und Böller gezündet. Und auch hupende Autos drehten dort traditionsgemäß ihre Runden. Einige Fans sangen und tanzten am Straßenrand. Am Ende war’s einfach eine große schwarz-rot-goldene Party. Eine, die ruhig noch ein paar Tage weitergehen kann. Am Montagabend wollen alle Fans schließlich gerne wieder jubeln.

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