Schwarz-Meer-Kosaken: Ein Chor aus starken Solisten

Von: ehg
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Mit Beifall bedacht: Das Konzert mit dem Schwarzmeer-Kosaken-Chor unter der Leitung von Peter Orloff in der ehemaligen Klosterkirche in Broich fand großen Anklang. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

Würselen. Auf Einladung des Männergesangvereins Linden-Neusen gestaltete in der komplett besetzten ehemaligen Klosterkirche in Broich der seit 1993 von dem Schlagerstar der 1960er und 1970er Jahre und heutigen „Ataman“ Peter Orloff geleitete Schwarz-Meer-Kosaken-Chor erneut ein die Besucher begeisterndes facettenreiches Konzert.

Auch dieses Mal hinterließ der hochkarätige, aus lauter namhaften Solisten bestehende Chor, der singend betet und betend singt, einen nachhaltigen Eindruck. Ihn und die vielen Besucher hieß der Vorsitzende des gastgebenden, durch Sänger des MGV Alsdorf verstärkten rund 40-köpfige Chores, August Rößner, herzlich willkommen.

Unter der souveränen Leitung von Heinz Dickmeis bereitete dieser mit dem „Vater unser“ von Hanne Haller und „Engel auf den Feldern singen“ den Boden für den musikalischen vorweihnachtlichen Leckerbissen, den die Sänger aus Russland und der Ukraine „servierten“. Begleitet wurden die Ausnahmesänger von einem exzellenten Trio mit Bajan, einem russischen Knopfakkordeon, mit einer Bassbalalaika und mit einem Domra, einem kleinen Zupfinstrument.

Was Irina Kripakova, Ilya Kurtev und Slava Kripakow, die sich von Darbietung zu Darbietung als Meister ihres Faches entpuppten, boten, war über weite Strecken atemberaubend, immer fein auf den Gesang abstimmt. Eine erste Kostprobe ihres Könnens lieferten die Sänger, die sich allesamt auch solistisch bis in die höchsten und tiefsten Töne in Szene zu setzen vermochten, durch einen Auszug aus der Oper „Fürst Igor“ von Alexander Borodin ab.

Erster frenetischer Beifall brandete auf, der nicht der letzte an diesem gelungenen Konzertabend war. Subtil und einfühlsam brachte der 73-jährige „Ataman“ als Solist die Klosterlegende „Die zwölf Räuber“ zu Gehör. Die von ihm erzählte Geschichte erzeugte Gänsehaut. Igor Ishchak zelebrierte mit seiner außergewöhnlichen Sopranstimme Franz Schuberts „Ave Maria“.

Sowohl mit geistlichen Gesängen wie „Ich bete an die Macht der Liebe“ von Dimitri Bortnjanski als auch mit Volksweisen lotete der Schwarzmeer Kosaken die russische Seele aus. Die landschaftlichen Schönheiten brachte er auf hohem gesanglichen Niveau zum Klingen.

Es standen aber auch Opern-Ohrwürmer wie der Gefangenenchor aus „Nabucco“ von Giuseppe Verdi und das „Nessun dorma“ aus „Turandot“ von Giacomo Puccini auf dem Programm. Die berühmtesten Opernbühnen der Welt mit all ihren Stars grüßten. „Eintönig klingt das Glöckchen“ von Michail Glinka durch den Kirchenraum.

Noch einmal brillierte der Counter-Tenor Igor Ishchak bei Schuberts „Leise flehen meine Lieder“. In der Ballade vom Kosakenhauptmann Stenka Rasin lebten sich Barition Peter Orloff mit den übrigen Kosaken temperamentvoll in vollen Zügen aus.

Am Ende der großartigen Demonstration russischer Gesangskunst stimmten sie noch das eine oder andere Weihnachtslied an, bei dem die Besucher leise mit summten. Gemeinsam boten Gäste und Gastgeber den Gefangenenchor aus Verdis Oper „Nabucco“ dar. Wenn das keine Herz ergreifende Einstimmung auf das Fest der Geburt des Jesus im Stall von Bethlehem war!

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