Schutzgebiet: Radweg-Trasse scharf kritisiert

Von: nt
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Im Wurmtal: Bruno Barth erläutert den Interessierten an Ort und Stelle seine Bedenken. Foto: Nadine Tocay

Herzogenrath. „Unsinnig, überflüssig und ökologisch bedenklich“, so hat Bruno Barth, Vorsitzender der Ortsgruppe Herzogenrath-Merkstein der Naturfreunde Deutschlands, bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung im Herzogenrather Stadtteil Straß die Planung einer Trasse durch das Wurmtal kritisiert.

Die von der Städteregion Aachen favorisierte Streckenführung, die im Zuge des Baus eines Radschnellwegs von Aachen nach Herzogenrath entstehen solle, laufe mitten durch das Landschaftsschutzgebiet, erklärte Barth bei einer Begehung des Abschnitts.

„Die Zuständigen haben die Planung vom Schreibtisch aus gemacht“, ärgerte er sich. Wenn sie sich die Gegebenheiten vor Ort ansehen würden, würden sie feststellen, dass ein enormes Ausmaß an Flächenversiegelung notwendig sei. Hinzu kämen Erdbewegungen und Baumfällungen. „Es bedeutet einen erheblichen Eingriff in die Natur. Der Weg für Radfahrer und Fußgänger muss sechs Meter breit sein, asphaltiert, beleuchtet und steigungsarm.“

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) unterstützt Barth. „Nicht, dass durch die Einrichtung eines Radweges mehr Natur kaputt gemacht wird, als dass durch den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad wieder gut gemacht wird“, so Franz-Josef Emundts, Sprecher der BUND-Kreisgruppe Aachen-Land.

Ein Eingriff in die Natur sei mit immensen Kosten verbunden, aber die Trassenführung durch diesen Abschnitt sei nicht nur die teuerste Variante, sie sei auch abseits der potenziellen Nutzer. Barth kämpft deshalb für eine Führung über die Neustraße. „Die Einrichtung einer Fahrradstraße auf der Neustraße wird darüber hinaus aus weiteren Fördertöpfen erheblich unterstützt und würde eine moderne Verkehrspolitik widerspiegeln“, ergänzte Emundts. Viele Bürger protestieren mit Barth.

Der Anwohner Herbert Schmerz initiierte eine Unterschriftensammlung. „Bisher haben circa 1000 Leute unterschrieben, um sich gegen die Trassenführung durch das Wurmtal auszusprechen“, berichtete er stolz. Im Herbst wird von der Stadt Aachen und der Stadt Herzogenrath sowie vom Städtregionsrat der Beschluss über den Bau gefasst. „Die Meinung der Bürger ist eindeutig“, so Schmerz. Wenn man diese berücksichtige, müsse die Städteregion diese Trassenführung komplett aus ihrer Planung herausnehmen.

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