Alsdorf - Schulzentrum wird nun doch noch teurer

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Schulzentrum wird nun doch noch teurer

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
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So soll das neue Kultur- und Bildungszentrum auf dem Annagelände in Alsdorf aussehen: In der Mitte das neue Schulgebäude für Gymnasium und Realschule, am rechten Bildrand das alte Langhaus, das der kulturellen Gemeinschaftsnutzung dienen wird. Skizze: gmp/Planungsgruppe MWM Aachen

Alsdorf. Wann wird denn nun endlich das Kultur- und Bildungszentrum (Kubiz) auf dem Annagelände gebaut? Wann können die Schulgemeinschaften von städtischem Gymnasium und Realschule von Ofden endlich dorthin umziehen? Oder müssen sie vor Ort bleiben, weil das Projekt scheitert?

Eigentlich sollte die Ausschreibung zum Bau im Mai oder Juni erfolgen, aber Bürgermeister Alfred Sonders hat das Ganze erst einmal gestoppt, wie er auf Nachfrage unserer Zeitung berichtet. Der Grund: Der Kostenrahmen wird überschritten. Sind es 37,5 Millionen Euro oder mehr? Zwei Gründe spielen dabei eine Rolle. Zum einen überschreitet offenbar der architektonische Entwurf des beauftragten Unternehmens die Kostendeckelung, auf die sich der Stadtrat geeinigt hatte. Zum anderen wird Bauen nicht billiger, je länger man wartet. Die Rede ist von einer Steigerung des Baukostenindex in Höhe von 2,5 Prozent im Jahr.

Wesentlicher Punkt ist aber offenbar der Architektenentwurf. Es geht um gmp – Architekten Gerkan, Marg und Partner (Hamburg), die mit ihrem Entwurf vom künftigen Kubiz den Architektenwettbewerb für sich entschieden. gmp ist kein Unbekannter. Die Gruppe entwarf den neuen Hauptbahnhof von Berlin und auch den neuen Flughafen Berlin-Brandenburg, dessen Inbetriebnahme immer noch auf sich warten lässt.

Leistungsverzeichnis

Das Kubiz muss her, weiß Sonders. Er fährt dabei offenbar jetzt eine Doppelstrategie. Zum einen spricht er davon, den Architekten „einzubremsen“, um die Kosten nicht aus dem Ruder laufen zu lassen. Zum anderen aber wird jetzt offenbar die Kostendeckelung nicht mehr dogmatisch gesehen. Das Leistungsverzeichnis wird erneut durchforstet. Muss jeder Raum sein? Welche Ausstattung benötigt er, welche Infrastruktur steht dahinter? Wenn ja, kann an der Größe geknapst werden? Was ist mit den Fluren? Und, und, und. Das kommt bekannt vor. Zuletzt hatte sich die Stadt von der Vierfachturnhalle verabschiedet. Jetzt soll es nur noch eine Dreifachturnhalle sein. Erneut werden Sparpotenziale gesucht.

Der Trend dabei? Sonders spricht davon, dass der Kostenrahmen „nur noch“ um eine Million durch den Architektenentwurf überschritten wird. Und er sagt: „Ich gehe davon aus, dass im Oktober das fertige Leistungsverzeichnis vorliegen wird.“ Dann muss der Stadtrat erneut entscheiden. Es werde verschiedene „Bandbreiten“ geben, so Sonders. Will wohl sagen: Die Verwaltung wird verschiedene Entscheidungsmöglichkeiten aufzeigen. „Wird mehr Geld ausgegeben oder schrumpfen wir das zusammen?“, beschreibt der Bürgermeister die Dimension der Verantwortung, welche die Mandatsträger übernehmen müssen.

Und wie sieht dies das Land NRW, das das Großprojekt im erheblichen Umfang unterstützen will? Wäre eine Kostenüberschreitung förderschädlich? Laut Sonders hätte eine Kostenüberschreitung „haushalterisch keine Konsequenzen“, müsste die Stadt nicht am Investitionshaushalt knapsen oder gar mehr Schulden machen – mal losgelöst von der Frage, ob die klamme Kommune mehr Schulden überhaupt der Kommunalaufsicht schmackhaft machen könnte. Die Antwort lautet einfach: „Wenn wir mit dem Kubiz teurer werden, wird eben die Miete dafür höher“, meint jedenfalls Sonders mit Blick auf die GSG – Grund- und Stadtentwicklung Alsdorf, sozusagen die kommerzielle Schwester der gemeinnützigen GSG, beides Töchtergesellschaften der Stadt Alsdorf.

Die Grund- und Stadtentwicklung wurde speziell auf Anraten des Landes gegründet, um das Kultur- und Bildungszentrum realisieren zu können. Nach dem Bau würde also diese GSG die Räume zum Betrieb von Gymnasium und Realschule an die Stadt vermieten, eine Kostenverlagerung über die Zeit also. Sonders hält eine Kostenüberschreitung angesichts der Größe des Projekts nicht für schlimm. „Wir sind ja nur zwei bis drei Prozent drüber.“

Die Stunde der Wahrheit wird aber erst noch kommen: das Ausschreibungsverfahren. Wird sich überhaupt ein Unternehmen finden lassen, das das Kubiz zu dem dann hoffentlich klaren Maximalbetrag bauen kann? Oder werden Bewerber dankend ablehnen? Sonders ist auch hier optimistisch. Wenn der Stadtrat im Oktober entschieden hat, dürfte das Ausschreibungsverfahren etwa drei Monate in Anspruch nehmen, meint er. Baubeginn fürs Kubiz soll Frühjahr 2014 sein.

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