Herzogenrath - Schulweg: Besondere Gefährlichkeit?

Schulweg: Besondere Gefährlichkeit?

Von: Thomas Vogel
Letzte Aktualisierung:
Blick vom Fuße der Grachtstra
Blick vom Fuße der Grachtstraße Richtung Kohlscheider Bahnhof: die Straße verengt sich, soll im Winter laut Elternschaft schlecht gestreut sein und weist weitere Gefährdungen für die Kinder auf.

Herzogenrath. Der Banker Tunnel eignet sich nicht als Teil eines Schulwegs - zu schmal sind die Bordsteine, zu nah der Verkehr. Aus diesem Grund waren die Fahrtkosten der Schüler, deren Schulweg durch die „Banker Schlauch” genannte Unterführung verlief, anteilig übernommen worden.

Besondere Gefährlichkeit lautet der Grund in Verwaltungsdeutsch. Durch den Fußgängertunnel am Kohlscheider Bahnhof gibt es jedoch eine Alternative.

Die haben die Polizei als zuständige Fachbehörde und Herzogenraths Verkehrsingenieur ebenfalls auf die besondere Gefährlichkeit hin überprüft und sind zu einem negativen Ergebnis gekommen. Folge: kurz vor den Sommerferien wurden die Eltern betroffener Kinder darüber informiert, dass sich die offizielle Schulwegempfehlung der Stadt ändern werde.

Der neue Schulweg verläuft von der Amstelbachstraße kommend die Grachtstraße hoch, durch die Fußgängerunterführung unter dem Bahnhof entlang zur Banker Straße. Der Banker Tunnel wäre somit umgangen. Da er für viele Kinder unter zwei Kilometern lang ist und nicht besonders gefährlich, fiele auch der Zuschuss zur Fahrkarte gemäß Schülerfahrkostenverodnung weg.Die Eltern aber sehen auch im neuen Schulweg besondere Gefährdungen für ihren Nachwuchs und fordern eben jenen Zuschuss von rund 50 Prozent. Das School-and-Fun Ticket kostet für Selbstzahler 24 Euro pro Monat. In besagtem Szenario haben Eltern jedoch nur 12 Euro selbst zu tragen.

In der letzten Sitzung des Ausschusses für Bildung. Sport und Kultur (BSK) wurde eine gemeinsame Besichtigung der als gefährlich angesehenen Stellen vereinbart. Zur Begehung des neuen Schulwegs haben sich Vertreter der Verwaltung, Kommunalpolitiker aller Fraktionen und rund 20 Eltern, deren Kinder diesen Weg zur Schule nutzen, am Kohlscheider Bahnhof getroffen. Nicht gekommen, obwohl eingeladen, war die zuständige Fachbehörde Polizei. Sie komme, so die von Bruno Barth, Vorsitzender des BSK-Ausschusses, verkündete Begründung der Behörde, nur zu Behördenterminen und nicht zu öffentlichen wie diesem.

Das Klärungsbedarf besteht wurde beim Abschreiten der von Elternseite bemängelten Stellen deutlich. Die Grachtstraße sei als Schulweg gänzlich ungeeignet, erklärten die Eltern. Die Straßenbreite sei viel zu gering, um Autos auszuweichen. Anstatt, wie von der Polizei in der Grachtstraße gemessen, eine Breite von wenigstens fünf Metern, sei diese in Wirklichkeit an der engsten Stelle um mehr als einen Meter geringer, so die Eltern. In Teilen - besonders am Ausgang des Fußgängertunnels - sei die Übersicht schlecht.

Gefährlich sei das vor allem deshalb, weil es sich nicht, wie von Polizei und Verwaltung angegeben, um eine Einbahnstraße handelt. Weitere Kritikpunkte: Kein Gehsteig, nicht befestigte Randstreifen oder Regenläufe, mangelhafte Beleuchtung sowie gefährliche Straßenquerungen auf der gesamte Strecke, auch der Amstelbachstraße.

Barth: „Mein persönliches Fazit: Mir ist es unverständlich, wie man diesen Schulweg für 6-10jährige Kinder als ungefährlich einstufen kann! Es bleibt jetzt abzuwarten, ob Polizei und Verwaltung nach dieser Ortsbegehung ihre Einstufung überdenken. Ich hoffe es jedenfalls im Sinne der Kinder!”. Tatsächlich wird es eine neue Verkehrszählung und Einschätzung der Polizei geben. Bleibt sie bei ihrer Einschätzung, werde es der Kommunalpolitik so mitgeteilt und auf ihre Reaktion gewartet, war aus dem Rathaus zu erfahren.

Erkennt sie jedoch eine besondere Gefährlichkeit, so dürfen die Eltern weiterhin mit der anteiligen Übernahme der Fahrtkosten ihrer Kinder rechnen.
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