Würselen - Schulsanitäter wissen, dass bei Herzstillstand jede Sekunde zählt

Schulsanitäter wissen, dass bei Herzstillstand jede Sekunde zählt

Von: Conny Stenzel-Zenner
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Ohne Üben und Fortbildung geht es nicht: Christian (16) und Jasmin (16) sind schon seit vier Jahren Schulsanitäter. Foto: Conny Stenzel-Zenner

Würselen. „Ich möchte anderen Leute helfen. Und später möchte ich gerne im medizinischen Bereich arbeiten. Also engagiere ich mich heute schon bei den Schulsanitätern.“ Christian (16) macht seit der siebten Klasse mit bei den Schulsanitätern.

Neun davon gibt es im Gymnasium im Alter zwischen 14 und 16 Jahren. Jeder von ihnen hat ein Mal in der Woche Dienst. Jeweils zu zweit sind sie. Sind Ansprechpartner für Schüler, wenn es denen nicht gut geht. Haben das Notfall-Handy dabei, mit dem sie zu einem Notfall gerufen werden können.

Reanimation einleiten

Jetzt waren die Schulsanitäter vom Medizinischen Zentrum der Städteregion (MZ) eingeladen, um während der Woche der Wiederbelebung von Fachmann Klaus Claßen in zweieinhalb Stunden unterrichtet zu werden. Gemeinsam saßen sie im Hörsaal der MZ-Pflegeschule mit Pflegepersonal und Ärzte vom MZ, die alle zwei Jahre die Reanimationsschulung auffrischen müssen.

Also hieß es an einer Puppe üben. Jeweils zwei Personen übernahmen die Beatmung, „weil das echt anstrengend ist“, wusste MZ-Mitarbeiter Claßen, der als Intensiv-Pfleger qualifiziert ist. „Menschen, die einen Herzstillstand erleiden, sind auf unsere sofortige Hilfe angewiesen“, sagte Claßen, der betonte, „dass wirklich jede Sekunde zählt.“ Also hieß es konzentriert zu beatmen, mit einer Herzdruckmassage die Zeit gut zu überbrücken, bis schnelle und professionelle Hilfe mit einem Notarztwagen kommt.

„Eine Hand muss in der Mitte des Brustraumes bei dem Menschen platziert werden, der nicht mehr normal atmet oder gar nicht“, sagte Claßen, „die andere Hand darüber.“ 100 Mal pro Minute heißt es dann für die Sanitäter drücken. Mindestens fünf Zentimeter tief. „Deshalb müssen die Arme ausgestreckt sein und die Kraft muss aus dem Rücken kommen“, sagte der Reanimationsprofi.

Und dann? 30 Mal drücken. Die letzten drei Mal laut zählen: achtundzwanzig, neunundzwanzig, dreißig, damit der Partner ohne Zeitverlust drei Mal den in Lebensgefahr befindlichen Menschen beatmen kann. Danach beginnt sofort wieder die Herzmassage. 30 Mal. Wenn das fünf Mal durchgeführt ist – Herzmassage und Beatmung -, heißt es: Wechsel. Jeweils der andere massiert und beatmet. „Solange, bis der Notarzt da ist“, wusste Claßen.

Pflaster benötigt

Im Schulbetrieb gibt es Wiederbelebungen nicht. „Da gibt es täglich Schüler, denen nicht gut ist oder die ein Pflaster benötigen“, erzählte Benedikt Schneider, der als betreuender Lehrer ein Auge auf die Schulsanitäter hat.

„In regelmäßigen Treffen besprechen wir jeweils alle Vorfälle, um daraus zu lernen“, sagte Schneider. Schnell sind die Sanitäter immer und willkommen. Sie helfen gekonnt Betroffenen.

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