FuPa Freisteller Logo

Schulpolitik: SPD wirbt bei Bürgerabend für mutige Lösungen

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:

Baesweiler. Die Frage bleibt offen: „Welche Schulen braucht die Stadt?“ Unter diesen Titel hatte die SPD in Baesweiler eine Bürgerveranstaltung in der Barbaraschule gestellt. Doch die erwies sich eher als Forum für Lehrer und Politiker, denn die waren vornehmlich unter den rund 40 Zuhörern. Junge Eltern nutzten die Gelegenheit hingegen kaum, um sich über mögliche künftige Schulformen für ihre Kinder zu informieren.

Aus Sicht der Sozialdemokraten hätten sie gut daran getan. Angesichts „dramatischer Rückgänge“ bei den Schülerzahlen – vor allem an der Hauptschule – sei es „dringend vonnöten, in Baesweiler über neue weiterführende Schulformen nachzudenken“, wie der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Dr. Karl Josef Strank zu Beginn bemerkte.

„Wir müssen jetzt nach Alternativen suchen – damit wir nicht böse überrascht werden, wenn die Anmeldezahlen an der Goetheschule so sehr sinken, dass das Ministerium dazwischen haut und die Schule schließt!“ Von jetzt auf gleich werde das zwar nicht geschehen, wie Eva-Maria Voigt-Küppers, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, mit Blick auf den Schulkonsens in NRW bemerkte. „Jeder Schüler, der jetzt eingeschult wird, kann auf seiner Schule den Abschluss erreichen“, sagte sie. Jedoch seien die Tage der Hauptschulen mit Blick auf sinkende Nachfrage wohl gezählt. „Sobald es nicht genug Anmeldungen gibt, wird eine Schule knallhart auf ‚auslaufend‘ gestellt.“

„Frühzeitig planen“

Frühzeitig planen – diese Notwendigkeit betonte auch Joachim Fehrmann, Ministerialrat im NRW-Schulministerium. Er stellte die Vorzüge der so genannten Sekundarschule in den Mittelpunkt seines Vortrags. Eine neue Schulform, die viele Vorteile biete. In den beiden Eingangsklassen werden die Kinder im Klassenverband beschult, „anschließend bieten sich umfangreiche Möglichkeiten, die Schüler je nach ihren Leistungen in verschiedenen Fächern gezielt in Gruppen zu fördern“.

Ein weiterer „Bonus“: „Finanziell werden solche Schulen im Ganztagsbetrieb vom Land besser ausgestattet, ebenso stehen mehr Lehrer im Verhältnis zu den Schülern zur Verfügung.“ Eine eigene Oberstufe hat die Sekundarschule – im Gegensatz zur Gesamtschule – nicht. Auch diese Schulform war im Blick. Als ehemaliger Leiter der Alsdorfer Gesamtschule warb Volker Klüppel für Offenheit. „Dass Widerstände gegen neue Schulformen da sind, ist klar. Vor allem das, was wir kennen, finden wir gut. Aber wenn eine neue Schulform erst mal da ist, wagen sich die Eltern auch ran.“

Am Ende blieben Gedankenspiele. 250 bis 280 Schüler können pro Jahr an weiterführende Schulen in Baesweiler wechseln – ein Potenzial für je drei bis vier Eingangsklassen in Gymnasium und Realschule sowie drei in einer Sekundarschule. Eine Rechnung für die „mutige Lösung“ wurde auch vorgestellt: Ein Gymnasium mit vier bis fünf Eingangsklassen und sechs Klassen an einer Gesamtschule.

Die Zukunft von Haupt- und Realschule? Offen. Die Frage danach wolle die die SPD künftig noch häufiger stellen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert