Schulpolitik: SPD, Grüne und Linke in Roda einigen sich

Von: Beatrix Oprée
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Herzogenrath. Ein bisschen habe er sich an 1994 erinnert, als die schwarz-grüne Kooperation geboren wurde, schmunzelt Dr. Bernd Fasel, Ortsverbandschef von Bündnis90/Die Grünen, der Partei, die derzeit umworben wird wie keine zweite.

„Vor 16 Jahren haben wir Protest geerntet, besonders aus dem linken Spektrum.” Jetzt stehe wieder eine „Pioniertat” an, spürt Fasel Aufbruchsstimmung: Denn beim rot-grünen Treffen am Wochenende saß erstmals in der Städteregion auch die Linke mit am Tisch, um über Mehrheitsbildungen zu verhandeln.

Die Linke mit am Tisch

Harmonisch sei auch diese zweite Gesprächsrunde verlaufen: „Jeder weiß, dass es nicht einfach ist, aber alle sind bemüht.” Neben Fasel saßen Vize-Bürgermeisterin Anne Fink, Fraktionschef Folker Moschel sowie Schulexperte Johannes Wallbrecht auf Seiten der Grünen in der Runde, für die SPD waren Schulausschussvorsitzender Bruno Barth, der die Gesprächsführung innehatte, Vize-Bürgermeister Dr. Manfred Fleckenstein, Fraktionschef Gerhard Neitzke und sein Stellvertreter Wolfgang Goebbels dabei, für die Linke Fraktionschef Toni Ameis und Schulausschussmitglied Wolfgang Brose.

„Kein Mensch”, so betont Fasel nochmals, habe je über eine Schließung der Grundschule Ebertstraße gesprochen: „Letztlich aber entscheiden die Eltern über den Fortbestand einer Schule. Wo es genügend Anmeldungen gibt, werden wir auch nichts in Bewegung setzen wollen.” Dass in Kohlscheid alle Grundschulen „zunächst für die Dauer des aktuell vorliegenden Schulentwicklungsplans (vier Jahre) erhalten bleiben”, heißt es in der neuen rot-grün-roten Erklärung, die zudem feststellt, dass „in Herzogenrath-Mitte und in Merkstein kein Handlungsbedarf besteht”.

Der Wunsch: „Eine Zusammenarbeit der Haupt- und Realschule

Darüber hinaus wünschen sich die drei Parteien „eine Zusammenarbeit der Haupt- und Realschule im Konsens mit den jeweiligen Schulmitwirkungsgremien”. Mit Blick auf die hohe Zahl an nach Aachen und Broich abwandernden Schülern müsse dringend ein Sekundarstufe-II-Angebot in Kohlscheid geschaffen werden. Das Konzept zur Umsetzung des Ganzen obliege der Stadtverwaltung, sagt Fasel: „Wir sehen nur die Defizite und sagen, was wir anstreben.”

Der rot-grün-rote Wille umfasst ergänzend „ohne Beeinträchtigung” des Bestehenden ein „alternatives Schulangebot” für jährlich maximal 30 Kinder. Fasel verwendet hier bewusst nicht mehr Etiketten wie Jenaplan- oder Gemeinschaftsschule („zwei Begriffe, die allgemein nicht mehr diskutierbar scheinen”): „Wir reden jetzt über Inhalte.” Die Inklusion Behinderter und Nichtbehinderter ist hier genauso gemeint wie jahrgangsgemischte Unterrichtsformen und ein Verbleib über die gesamte Schulzeit. Fasel: „Das ist Standard der modernen Pädagogik, eine Reform der Schullandschaft ist längst überfällig.”

Rot-grün-roter Infoabend im TPH

Auch Rot-Grün-Rot möchte das gemeinsame Konzept nur unter Einbeziehung der Bürger und betroffenen Schulen umsetzen.

Deshalb laden SPD, Grüne und Linke alle Interessierten zu einer gemeinsamen Präsentation ihrer schulpolitischen Vorstellungen ein am Donnerstag, 2. Dezember, 20 Uhr, in den Technologiepark Herzogenrath (TPH) an der Roermonder Straße in Kohlscheid.

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