Schulneubau: Bürger befürchten Verkehrschaos

Von: ehg
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Die Bürger befürchten ein zu hohes Verkehrsaufkommen im Zuge des Schulneubaus. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Um das maximal viergeschossige Gebäude der Gesamtschule mit hochgerechneten 868 Schülern auf den beiden Aschenplätzen an der Krottstraße realisieren zu können, muss erst einmal Baurecht geschaffen werden.

Dazu muss der seit 1984 bestehende Bebauungsplan überarbeitet und ein neuer Plan mit entsprechender Änderung des Flächennutzungsplanes aufgestellt werden. An diesem Verfahren müssen die Bürger frühzeitig beteiligt werden. Zu einer Bürgerversammlung begrüßte der Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung, Karl-Jürgen Schmitz, jetzt die recht zahlreich versammelten Anlieger im Sitzungssaal.

Bevor sie zu Wort kamen, erläuterte Fachgebietsleiter Manfred Schmitz-Gehrmann ausführlich den Stand des Verfahrens. Das von einem kompetenten Büro erstellte verkehrstechnische Gutachten liegt bereits vor. Wie berichtet, kommt es zu dem Ergebnis, dass zur Anbindung der Schule an das öffentliche Verkehrsnetz keine straßenbaulichen Maßnahmen vorgenommen werden müssen. Es bestehe kein dringender Handlungsbedarf. Dennoch seien im Rathaus Überlegungen bezüglich eines Kreisverkehrs an der Kreuzung Friedrichstraße/Wilhelmstraße/K 30 angestellt worden. Gut zu erreichen sei die Schule über qualifizierte Radwege. Wie Schmitz-Gehrmann darstellte, sei der Bedarf an Parkplätzen gedeckt. Bei gleichzeitigen Veranstaltungen in Aula und Sporthalle könne der Schulhof beziehungsweise der Parkplatz am Aquana einbezogen werden.

Für die Anbindung des öffentlichen Personennahverkehrs könne entweder die Haltestelle am Euregio-Kolleg ausgebaut oder eine solche auf dem Gelände der kleinen Sporthalle neu geschaffen werden. Wobei Schmitz-Gehrmann den Ausbau der vorhandenen Haltestelle favorisierte. Was den Immissionsschutz betrifft, liegt noch kein Untersuchungsergebnis vor. Ebenfalls müsse noch untersucht werden, wie viel Lärm durch die Schule von innen heraus verursacht werde. Kein Thema für den aufzustellenden Bebauungsplan seien – so Schmitz-Gehrmann – die in der kleinen Halle vermuteten Fledermäuse. Zur Untersuchung des Geländes auf Altlasten seien Bodenproben entnommen worden. Es seien keine gravierenden Bestände festgestellt worden, so dass dafür keine erhebliche Kosten anfallen werden. An einem Gutachten für die Entwässerung wird derzeit noch gearbeitet.

Von den Anliegern auf den Prüfstand gestellt wurde vor allem das vorliegende Verkehrsgutachten. Dabei gelangte eine Anliegerin zu dem Schluss, dass die Infrastruktur nicht stimme. Schmitz-Gehrmann stellte klar, dass man sich noch in einem frühen Stadium des Planverfahrens befinde. Es werde im Bebauungsplan festgeschrieben, was gebaut werden dürfe. Moniert wurde von anderen Anliegern, dass das Untersuchungsareal zu eng abgesteckt worden sei. Nicht, beziehungsweise zu wenig einbezogen worden seien die ruhenden und fließenden Verkehre, die vom Euregio-Kolleg verursacht würden. Ebenso wenig sei das Verkehrsaufkommen an der Grundschule Würselen-Mitte berücksichtigt worden.

Ein Anlieger der Wilhelmstraße klagte darüber, dass dieser Straße eine noch höhere Lärmbelästigung zugemutet werde. Nicht nur von ihm, sondern auch von vielen anderen wurden die ermittelten Zahlen und damit die Ergebnisse der Zählungen in Frage gestellt. Das Wort von einem Gefälligkeitsgutachten machte nach der Versammlung die Runde. Ein weiterer Stein des Anstoßes waren die angedachten Bring- und Abholplatzplätze vor der Haustüre der Anlieger.

Dass während der Rush Hour die Staus im Kreuzungsbereich noch größer werden als bisher, wurde allgemein befürchtet. Die von der K 30 kommenden Rettungsfahrzeuge hätten heute schon ihre liebe Not durchzukommen. Es werde zu dieser Zeit ein Chaos entstehen, hieß es. Eine weiter gehende Frage war, wie das künftige Sportzentrum angebunden werde und welche zusätzliche Verkehrsbelastung dadurch entstehen werde.

Am Ende der Bürgerversammlung dankte Karl-Jürgen Schmitz den Anliegern für viele konstruktive Anregungen und ihr weitgehend sachlichen Stellungnahmen. Sie würden bei den weiteren Planungen einbezogen, versicherte er.

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