Nordkreis - Schulen: „Ausgangssperre“ zur Sonnenfinsternis?

Schulen: „Ausgangssperre“ zur Sonnenfinsternis?

Von: Annika Kasties
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Nicht ohne Brille: Nur wer durch eine spezielle Schutzfolie blickt, kann die Sonnenfinsternis bedenkenlos genießen. Foto: Stefan Schaum/Stock

Nordkreis. Apollon scheint es dieses Jahr langsam angehen zu lassen. Pünktlich zum astronomischen Frühlingsbeginn wird es düster. Für Freitagvormittag ist eine partielle Sonnenfinsternis (neumodisch auch „Sofi“ genannt) über Mitteleuropa angekündigt. Das Spektakel, das den Winterschlaf des griechischen Frühlingsgottes um rund zwei Stunden verlängert, stellt die Schulen im Nordkreis vor eine Herausforderung.

Wenn sich der Mond vor die Sonne schiebt, bietet sich nicht nur ein faszinierendes Naturschauspiel. Es ist auch Vorsicht geboten. Schon ein kurzer Blick in die Sonne kann die Netzhaut des Auges dauerhaft schädigen. Deshalb sind die Schulen im besonderen Maße gefordert, die Sicherheit ihrer Schüler zu gewährleisten. Das NRW-Schulministerium hat über die Bezirksregierung einen Hinweis an alle Schulen geschickt: Niemand darf die Sonnenfinsternis ohne geeigneten Schutz beobachten!

Für die Schulen heißt das: Am kommenden Freitag Vorsorge treffen. Gegen 9.30 Uhr soll der Mond zwischen Erde und Sonne treten. Also zur Pausenzeit, wenn viele Kinder im Freien sind. Oder auch nicht. „Wir ziehen die Pause ausnahmsweise etwas vor, damit wir die Kinder zu Beginn der Sonnenfinsternis alle wieder im Gebäude haben“, sagt Karin Lüttgens von der Grundschule Loverich. Sicher ist sicher. Denn wären die Kinder im Freien, könne man nicht alle im Blick haben und verhindern, dass nicht doch wer in die Sonne schaut. Und Brillen? Hat die Schule nicht. 2003 war das anders. „Damals hatten wir Schutz für alle Kinder besorgt und standen auf dem Schulhof. Das war schon ein Spektakel“, erinnert sich Lüttgens. In diesem Jahr aber seien die Brillen schwer zu bekommen.

Die maximale Verdunkelung ist für 10.30 Uhr angekündigt, dann ist die Sonne zu knapp 80 Prozent bedeckt. Damit der Tag ohne Augenschäden vonstatten geht, setzt man an der Gesamtschule Alsdorf auf Aufklärung. „Die Lehrer werden ihre Schüler intensiv darauf hinweisen, nicht in die Sonne zu gucken“, versichert Schulleiter Martin May. Besondere Schutzbrillen seien nicht angeschafft worden. Das Thema werde auch im naturwissenschaftlichen Unterricht aufgegriffen. „Für unsere Physiklehrer ist die Sonnenfinsternis super.“ Ähnlich sieht es am Heilig-Geist-Gymnasium in Broich aus. Auch hier überlässt es die Schulleitung den Lehrern, inwiefern die Verdunkelung des Himmels in den Lehrplan integriert wird.

So wird es auch an der Gesamtschule in Kohlscheid gehalten. „Und wie wir die Pause gestalten, entscheiden wir kurzfristig, je nach Wetterlage“, erklärt Direktorin Barbara Onkels. Ist der Himmel wolkenverhangen, hat sich das Thema ohnehin erledigt.

„Alle Schüler, die eine ‚Sofi-Brille‘ haben und wo es im Fachunterricht passt, dürfen auf den Schulhof gehen und sich das Ereignis von 10.15 bis 10.45 Uhr ansehen“, sagt Birgit Jansen, Leiterin des städtischen Gymnasiums in Herzogenrath. „Alle anderen müssen leider im Schulgebäude bleiben und darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie auf keinen Fall in die Sonne schauen dürfen.“

Auf Nummer sicher geht auch Daniel Bick, Leiter der Gesamtschule in Merkstein. Augenschutz ist Voraussetzung, dass die Schüler nach draußen dürfen: „Wir haben weiter vorgesehen, dass ein Physikkollege mit einem geeigneten Teleskop die Sonnenfinsternis verfolgt und per Video ins Forum auf die Großbildleinwand überträgt. Gibt es Wetter- oder technische Probleme über tragen wir Fernsehbilder.“ Spezielle Brillen wurden auch hier keine angeschafft, zu teuer. „Und Eltern per Order zum Kauf als Lernmittel zu verpflichten, wäre ziemlich unverhältnismäßig und rechtlich bedenklich“, ergänzt Bick.

Kinder mit Sofi-Brille dürfen auch an der Grundschule in Pannesheide auf den Schulhof, das Einverständnis der Eltern voraussetzend. Allerdings geht es nur in kontrollierten Kleingruppen ins Freie, um zu sehen, „ob es etwas zu sehen gibt“. So hoffen jetzt alle auf „ungetrübte“ Sicht.

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