Schule Pannesheide hat offenbar Zukunft

Von: Beatrix Oprée
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Stauraum Mangelware: Für den jahrgangsübergreifenden Unterricht in Pannesheide braucht es vielfältiges Lehrmaterial. Foto: B. Oprée

Herzogenrath. Im Flur des Altbaus riecht es nach frischem Mörtel – am Ende der Treppe zum Kellergeschoss ist die Wand neu verputzt worden. Nach Entfernen einer Brandlast ist hier ein Wasserschaden entdeckt geworden, sagt der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda im Gespräch mit unserer Zeitung. Eine Holzplatte hatte davor gehangen.

Noch einiges mehr hat sich in den Sommerferien in der Grundschule Pannesheide getan, was die dringend gebotene Aufrüstung der Brandschutzmaßnahmen angeht. Die Mängel waren im vergangenen Sommer bei der alle sechs Jahre anstehenden Überprüfung vor dem Hintergrund von Gesetzesänderungen offenbar geworden.

So wurden im Altbau zwischenzeitlich die Deckenträger aus Stahl auf ihre brandschutztechnische Eignung überprüft, in absehbarer Zeit sollen sie noch feuerfest ummantelt werden. Die Brandschutztüren wurden gewartet und, um sicherzugehen, dass Fluchtwege nicht verschlossen werden können, im Erdgeschoss mit Blindzylindern versehen.

„Wir wollen über das, was gesetzlich notwendig ist, hinausgehen und die Schule auf den neuesten Brandschutzstandard stellen“, sagt Ragnar Migenda und räumt auf Nachfrage auch gleich mit Gerüchten um eine vermeintlich vorgesehene Schließung des Schulstandorts auf: „Wir würden diese Maßnahmen jetzt nicht ergreifen, wenn der Sargnagel schon geschmiedet wäre.“

Aber es gibt auch noch viel mehr zu tun in der Gemeinschaftsgrundschule, deren Altbau vor rund 140 Jahren errichtet wurde. Da für die nötigen Maßnahmen ein Nutzungsänderungsantrag respektive Bauantrag nötig ist, werden die entsprechenden Unterlagen derzeit von der städtischen Bauordnung geprüft. „Um die schulischen Nutzungen, die sich gemäß der Erfordernisse im Laufe der Jahre so eingestellt haben, auch genehmigungstechnisch anzupassen“, wie Beigeordneter Migenda es ausdrückt. Und: „Die Politik stand ja vor der Frage: Schraubt man die Nutzung der Schule auf den einstigen Genehmigungsstand zurück oder wird man den neuen pädagogischen Anforderungen – unter anderem der Inklusion – gerecht?“

Die große Koalition hatte schließlich beantragt, die notwendigen brandschutztechnischen Maßnahmen „grundsätzlich an dem Genehmigungszustand aus den Jahren 1995/96 auszurichten“, dabei aber auch die neuen Schulbestandteile wie offene Ganztagsschule, Übermittagsbetreuung von 8 bis 13 Uhr sowie Schulsozialarbeit zu berücksichtigen. In der Sondersitzung am 10. Mai hatte der Bau- und Verkehrsausschuss die Verwaltung dann beauftragt, die weitreichendste der drei vorgestellten Vorgehensvarianten auszuführen. Etwaige Umbauarbeiten am frei stehenden Ergänzungsbau sollten indes bis zum Vorliegen des Schulentwicklungsplans zurückgestellt werden, der Mitte September erwartet wird.

So müssen Schüler und Lehrer nach den Ferien vorerst weiter im Provisorium leben. Unter geänderten räumlichen Voraussetzungen: So wird das Sekretariat ins Büro der Offenen Ganztagsschule (OGS) im Altbau umziehen, das OGS-Büro dafür ins Erdgeschoss des 1964 errichteten zweistöckigen Turnhallenanbaus. Die im dortigen Obergeschoss befindliche Halle bleibt wegen des noch nachzurüstenden zweiten Rettungswegs samt Brandtür für den Schulsport noch geschlossen. Eine weitere Fluchttreppe wird an den Altbau angebaut.

Völlig frei geräumt werden muss indes das großzügige Treppenhaus des 1998 errichteten Neubaus, das unter der Annahme, es sei baurechtlich ein Foyer, auch für Unterrichtszwecke genutzt worden war. Die Wandbehänge waren als mögliche Brandlasten schon vor Jahresfrist entfernt worden. Die Garderobenleisten durften nicht mehr benutzt werden, nun sollen sie vorerst ganz entfernt werden, damit im Notfall auch wirklich kein Kleidungsstück brandbeschleunigend wirken und eventuell den Fluchtweg beeinträchtigen könnte. Da Schüler mit Blick auf die bevorstehende kalte Jahreszeit aber dennoch Jacken und Mäntel aufhängen können müssen, werden im oberen Musik- respektive im Materialraum im Erdgeschoss provisorische Garderoben eingerichtet.

Was Schulleiterin Monika Wallbrecht vor die Frage stellt, wo derweil die für den jahrgangsübergreifenden Unterricht intensiv genutzten Lehrmaterialien gelagert werden sollen. Wallbrecht hatte als Vertreterin der Grundschulen im Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur Ende April unter dem Punkt „Bericht aus den Schulen“ bereits deutlich gemacht, dass wichtige Räume im Zuge des Provisoriums fehlen, darunter das Selbstlernzentrum/Bibliothek und der Computerraum. Sie plädierte deswegen unter anderem für die schnelle Schaffung eines zweiten Fluchtwegs für besagten Neubau – die Gutachter schlagen eine Treppe auf der Rückseite des Neubaus vor –, um auch die Klassenzimmer im dortigen Obergeschoss wieder voll nutzungsfähig zu machen.

Jetzt ruht die Hoffnung auf dem Schulentwicklungsplan.

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