Schuldnerberatung in der Verbraucherzentrale

Von: Verena Kettenhofen
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Gepfändet: Wenn wirklich der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht, darf der längst noch nicht alles pfänden. Dinge, die zum Hausrat dazu gehören, wie etwa die Waschmaschine, sind unpfändbar. Anders sieht es bei Wertgegenständen wie Schmuck, Fahrzeugen oder Kameras aus. Foto: Stock

Alsdorf. Über zu wenig Arbeit in den vergangenen zehn Jahren können sich Ulrike Ermert und Torsten Wendt von der Verbraucherzentrale Alsdorf nicht beschweren. Angesichts von 689 Verbraucherinsolvenz- sowie 415 Schuldnerberatungsneufällen und 16040 Kurzberatungen ist klar: Die Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberater hatten viel zu tun.

Und es ist anzunehmen, dass die Arbeit in Zukunft nicht weniger werden wird, im Gegenteil. „In der heutigen Zeit mit Kurzarbeit und steigender Arbeitslosigkeit sind Schulden ein stetig steigendes Problem”, weiß Ulrike Ermert, die mit ihrem Kollegen nach zehn Jahren nun einmal Bilanz gezogen hat. Klar ist, seit 1999 haben sich die jährlichen Neuaufnahmen in der Verbraucherberatung in Alsdorf mehr als vervierfacht.

Dabei ist es auf der einen Seite bedenklich, dass immer mehr Menschen finanziell in Schwierigkeiten geraten und überschuldet sind, andererseits sind Ulrike Ermert und Torsten Wendt froh, wenn Schuldner den Weg in die Verbraucherzentrale finden.

„Wir bemühen uns um einen fairen Interessensausgleich für alle Beteiligten und es zeigt sich deutlich, wer sich beraten lässt, fühlt sich hinterher in der Regel besser, weil er das Gefühl hat, dass etwas getan wird”, so die Expertin.

Dies bestätigt auch eine Umfrage, die die Verbraucherzentrale in die Wege geleitet hat. Fast alle der Befragten seien mit der angebotenen Problemlösung sehr zufrieden gewesen.

Die Problemlösung bei hohen Schulden ist häufig die Verbraucherinsolvenz, über die die Berater der Verbraucherzentrale in einem kurzen Vortrag nun informierten. Und auch wenn allein das Wort bei vielen Betroffenen ein mulmiges Gefühl hervorruft, Ermert und Wendt erkennen in dem Verfahren nur Vorteile.

„Und zwar für alle Beteiligten”, stellt Ermert heraus. Der Schuldner hätte eine gute Chance der Schuldenfalle zu entkommen und die Gläubiger kämen zu ihrem Geld oder wenigstens zu einem Teil davon.

Bevor allerdings das Verbraucherinsolvenzverfahren in die Wege geleitet werden kann, muss der Schuldner versuchen, sich außergerichtlich mit den Gläubigern zu einigen.

„Das ist nicht immer ganz einfach. Wenn jemand mehrere Gläubiger bezahlen muss, müssen alle mit dem Lösungsweg, den der Schuldner anbietet, einverstanden sein. Ist nur einer nicht damit zufrieden, ist die außergerichtliche Einigung gescheitert”, erklärt Torsten Wendt.

In 20 Prozent der Fälle klappe es mit der außergerichtlichen Einigung, in 80 Prozent der Fälle müsse aber das gerichtliche Insolvenzverfahren eingeleitet werden.
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