Schützen sind stolz auf 165-jährige Tradition

Von: fs
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Blicken auf ein seltenes Jubiläum: Seit 165 Jahren besteht die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Herzogenrath-Afden 1850. Foto: Wolfgang Sevenich

Herzogenrath. Die St. Sebastianus Schützen Herzogenrath-Afden können mit Stolz auf eine 165-jährige Tradition zurückblicken. Es war im Jahr 1850. Josef Geuenich war Pastor von St. Gertrud. Am 19. Juni 1850 erfolgte die Einführung der neuen Gemeindeordnung, und am 30. Juni 1850 wurden zwölf Gemeinderäte gewählt, sieben für Herzogenrath und fünf für Afden. Im gleichen Jahr setzen sich am Sebastianustag Fabrikant Dunkel, der Landwirt Elbern aus Ritzerfeld und viele andere Persönlichkeiten der Stadt an einen Tisch und beschlossen, einen Schießverein zu gründen.

Das war die Geburtsstunde der Bruderschaft, die damals den Namen „St. Sebastianus Schützengilde Afden 1850“ erhielt. Ein Jahr nach der Gründung wurde Mathias Elbern Schützenmeister, und in den Jahren 1852/53 wurde von der Herzogenrather Bevölkerung die erste Fahne gestiftet. Im Jahre 1873 wurde die Fahne angeschafft. Sie überstand die Wirren zweier Weltkriege gut, war bis 1985 in Gebrauch und ist heute noch im Besitz der Bruderschaft.

Ganz Herzogenrath war auf den Beinen, so wird berichtet, wenn alljährlich die Schützen zum Königsvogelschuss aufzogen, allen voran der Schützenoberst Peter Nießen hoch zum Ross. Zu den wertvollsten Dokumenten, welches die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft besitzen dürfte, gehört ein fast vergilbtes Kassenbuch, das mit der Jahreszahl 1866 beginnt und im Jahre 1944 in der Wohnung des langjährigen Schützenbruders Josef Dückers, aufgefunden wurde. Franz Reinartz verwahrte es über den Krieg hinweg.

Es hat in den Reihen der Gilde und Bruderschaft zahlreiche Schützen gegeben, die die meisten Jahre ihres Lebens Mitglied dieser Bruderschaft waren. Alten Herzogenrathern werden Namen wie der Schmied Franz Altdorf, der über 60 Jahre Mitglied der Bruderschaft war, Leo Funken, Heinrich Reiß, Karl Dreschers, Anton Vondenhoff, Wilhelm Böhmen, Josef Dückers, Leo Sauren, Franz Reinartz, Cornel Hammel, Martin Wolff, Wilhelm Rosenbaum, Wilhelm Königs, Peter Dovermann und Erwin Kärger sicherlich bekannt sein.

Ein ganz besonderer Tag in der 165-jährigen Geschichte war der Kirmesmontag, 5. Juli 1982. Am voraufgegangenen Sonntag hatten die Schützen mit dem Königsvogelschuss begonnen. Doch vor Anbruch der Dunkelheit war es nicht gelungen, den Vogel von der Stange zu holen. Also wurde das Schießen am Montag fortgesetzt. Unter den Augen einer neutralen Beobachtergruppe gelang Wilhelm Rosenbaum an diesem Montagnachmittag nach 1980 und 1981 zum dritten Male in Folge der entscheidende Treffer. Wilhelm Rosenbaum wurde somit erster und bisher einziger Kaiser der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Herzogenrath-Afden.

Da die alte Fahne aus dem Jahre 1873, die bis zum heutigen Tag eingeschweißt aufbewahrt wird, schadhaft geworden war, beschloss man, eine neue Fahne anzuschaffen. Feierlich wurde diese Fahne in der Pfarrkirche St. Gertrud durch den Präses der Bruderschaft, Pastor Peter Reuters, gesegnet. Als eine der ersten Bruderschaft im Umkreis schufen die St. Sebastianus Schützen sich in Eigenleistung auf dem Schießstand ihr eigenes Zuhause, ihr Schützenhaus. Die St. Sebastianus Schützenbruderschaft will die wertvolle Tradition noch lange fortsetzen.

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