Alsdorf - Schüler zeigen Rassismus die rote Karte

Schüler zeigen Rassismus die rote Karte

Von: mas
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Schullleiter Winfried Bock (vorne l.) freut sich mit Schülern und Kollegen über die Auszeichnung zur „Schule ohne Rassismus“, die ihnen Silke Peters (2.v.l.) und Aiman Mazyek (3.v.l.) überreichten.

Alsdorf. „Stolz“ – das war das Wort des Abends. Dicht gefolgt von Verpflichtung. Beides haben die Schüler und Verantwortlichen des Alsdorfer Gymnasiums verinnerlicht. Das war spürbar. Das war sichtbar. Anlass war ein Schild mit einer großen Wirkung, das Silke Peters vom kommunalen Integrationszentrum der Städteregion Aachen den Schülern – nebst Pädagogen – feierlich überreichte.

Und das Gymnasium somit offiziell in ein Netzwerk von Schulen integriert, die sich verpflichtet haben, aktiv gegen Rassismus vorzugehen. Das Gymnasium der Stadt Alsdorf ist eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Das wird nunmehr immer am Gebäude zu lesen sein. Gelebt wird diese Einstellung aber nicht erst in diesen Tagen. Die Auszeichnung, die von der Bundeskoordination Schule vergeben wird, hat mit der neuen Trägerin eine würdige Vertreterin bekommen. Das unterstrich auch Peters. Sie hatte die Auszeichnung überbracht und weckte damit auch die Ehre eines hochrangigen Gastes. Dem Festakt wohnte nämlich auch Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland, bei. Mazyek hatte auch die Patenschaft für das Projekt übernommen.

Ganz salopp

Wie es dazu kam, schilderte Projektleiter Thomas Schneider, Lehrer am Gymnasium. Seinerzeit suchte der neue Kollege an der Schule seinen Chef und Leiter Wilfried Bock auf. Ganz salopp trat er auf ihn zu: „Ich hab‘ da mal ein Anliegen...“ Das Projekt war angestoßen – und immens von „Null auf Hundert“ geschossen ging es weiter. Schneider erarbeitete mit den Schülern mehrerer Klassen, wie man Courage zeigen und Sozialkompetenzen fördern könne. „Wir haben uns intensiv mit der Frage befasst, was wir tun können, um dem Rassismus die rote Karte zu zeigen“, berichtete der Pädagoge. Die Auszeichnung zur „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ betrachten Schneider und seine Schüler unter anderem so: „Wir haben nun nicht nur ein Schild, das an der Schulwand hängt. Wir sind gefordert, das Projekt mit Leben zu füllen.“

Mazyek ließ seinen Gefühlen bei der Veranstaltung freien Lauf: „Ich bin überwältigt, heute hier sein zu dürfen,“ betonte der Courage-Pate und fügte hinzu: „Ihr bekommt die Plakette zu Recht“. An die Schülerschaft appelierte er mit einer deutlichen Botschaft: „Setzt Euch für diejenigen ein, die aus rassistischen Gründen diskriminiert werden“.

Mazyek zeigte sich überzeugt, dass den Schülern ihr Engagement Spaß machen werde, „auch wenn es schon mal Widerstände zu überbrücken gibt“. Es gelte, „große Errungenschaften wie beispielsweise Demokratie, Rede- und Pressefreiheit zu erhalten. Viele Menschen auf der Welt haben das nicht“. Zudem zitierte Mazyek den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff: „Wir alle sind Deutschland. Es ist an uns, dass zu erhalten“. Der Gast erinnerte die Schüler und Lehrer an die Selbstverpflichtung, die sie als „Schule ohne Rassismus“ für die Gegenwart und die Zukunft übernommen haben.

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