Schüler wollen mit Stoffbeuteln und Waffeln den Regenwald retten

Von: Marie Eckert
Letzte Aktualisierung:
15015014.jpg
Unermüdlich im Einsatz für die Umweltschutzidee: Dieudonne, Paul, Nele, Azra und Ben (v. l.) am Stand der Baesweiler Realschüler. Foto: Marie Eckert

Baesweiler. 50 Kinder auf einer Mission: Die Plastiktüten aus Baesweiler sollen verschwinden. Ihre Werkzeuge für dieses Projekt: gebackene Waffeln und selbstgestaltete Stoffbeutel. Ort des Geschehens: Ein Stand auf dem Wochenmarkt in Baesweiler.

Die 50 Kinder kommen aus zwei Sozialwissenschaftskursen der Realschule Baesweiler, in der Ökologie ein durchgehendes Thema ist – ein freiwillig gewählter Kurs. Das ist wichtig zu wissen, um zu verstehen, wie motiviert und begeistert die Kinder agieren, um ihren Teil zum Umweltschutz vor Ort beizutragen.

„Im Kurs ist eine wilde Diskussion darüber entstanden, was man denn konkret selbst unternehmen könnte“, erzählt Lehrer René Langohr. Die Idee, Baesweiler „plastikfrei“ zu machen, sei schnell da gewesen. „Den Kindern war es wichtig, dass der Beutel aus recycelten Materialien besteht.“ Das Design war ebenfalls schnell gefunden: „Greenteam“ prangt in großen, grünen Lettern auf der grauen Stofftasche, darunter kleiner „Realschule Baesweiler“.

Das Besondere: Taschen und Waffeln haben keinen festen Preis, jeder kann so viel oder so wenig geben, wie er möchte. Alles haben die Schüler selbst gemacht – die 500 Tüten mit Stoffmalfarbe bedruckt, den Waffelteig in der Schule vorbereitet, Plakate gebastelt. Ungefähr zweieinhalb Monate haben die Kinder parallel zum Unterricht daran gearbeitet, schätzt Langohr. Mit 400 Euro bezuschusst worden ist das Projekt vom Jugendbüro der Städteregion Aachen.

Drei der Schüler standen für den Verkauf am Stand dauerhaft auf dem Wochenmarkt, der Rest war an 14 vorher abgestimmten Standorten in der Stadt unterwegs, alle anderthalb Stunden wurden die Positionen gewechselt. Eigentlich sollte die Aktion bis 12.30 Uhr dauern, um kurz vor 11 Uhr dann die Nachricht von Langohr an die Schüler, die Nachschub holen wollten: „Die Beutel sind alle weg.“ Das ging viel schneller als ursprünglich gedacht.

Vom Erlös wollen die Schüler Regenwald in Peru kaufen und womöglich noch ein weiteres Projekt vor Ort unterstützen. Auch Überlegungen zur Wiederholung der Aktion im kommenden Schuljahr stehen schon im Raum, dann voraussichtlich auch im Nachbarort Setterich. Potenzial gibt es schließlich genug: „Wir hätten nicht gedacht, dass es so gut läuft“, freut sich Langohr.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert