Baesweiler - Schüler lernen eigene Stärken kennen

Schüler lernen eigene Stärken kennen

Von: Lars Odenkirchen
Letzte Aktualisierung:
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Handwerkliches Geschick: Miellad (2.v.l.) versucht, in kurzer Zeit den Holzblock in Form zu feilen. Murat und Riza schauen zu. Foto: Lars Odenkirchen

Baesweiler. Ein Muster aus Kreisen ist auf dem Tisch zu sehen. Daneben liegen kleine runde Plättchen. Murat (14) weiß genau, was er damit anzufangen hat: „Ich muss die Plättchen nehmen und dann das Muster daneben genau spiegelverkehrt legen. Und das möglichst schnell!”

Geschick ist dabei gefragt, und natürlich ein Stück weit abstraktes Vorstellungsvermögen.

Der Test, den Murat heute Abend erklärt, ist nur einer von vielen, denen sich er und seine Mitschüler aus der achten Klassen der Lessingschule gestellt haben.

Zeichnen, Schrauben sortieren, Holz feilen oder Karteikarten ordnen - bei verschiedenen Übungen sollten die Schüler im Rahmen des Programms „Kompetenzcheck” ihre Stärken entdecken und fördern.

„Neben diesen Tests haben wir noch Übungen zu den so genannten Softskills, etwa Teamfähigkeit und soziale Kompetenz gemacht. Außerdem mussten die Schüler sich auf einem Fragebogen selbst einschätzen”, erklärt Rainer Rissmayer vom Nell-Breuning-Haus, das als Träger des Projekts aufgetreten ist.

Von Schulsozialarbeiter Bruno Kordysiak und Lehrer Georg Randy, den Berufskoordinatoren der Lessingschule, erhielten die Schüler im Anschluss Auswertungen ihrer Stärken und Schwächen - und damit auch Tipps, welcher Beruf für sie der richtige sein könnte.

Individuelle Empfehlungen

„Wir konnten den Schülern so nicht nur sagen, ob es ein sozialer, handwerklicher oder verwaltender Beruf sein sollte, sondern darüber hinaus noch viele individuelle Empfehlungen geben”, erklärt Kordysiak.

Mit ihrem Wunschberuf setzten sich die Schüler danach auseinander, holten zusätzliche Infos ein und entwarfen Plakate, die sie nun Mitschülern, Lehrern, Eltern und Offiziellen präsentierten.

Herausgekommen ist dabei ein bunter Mix: Vom Kfz-Mechaniker über die Krankenpflegerin bis zur Innenarchitektin sind Berufswünsche an den Wänden zu sehen.

Ausführlich auseinandergesetzt haben sich die Schüler mit den Themen wirklich: Auf vielen Plakaten findet man Interviews, die Schüler sind in Betriebe gegangen und haben Berufstätige befragt. Vorurteile über die Berufe, Vor- und Nachteile des Berufsfeldes, nötige Qualifikationen - all das wird erklärt.

„Einige Schüler haben sich dabei sehr hohe Ziele gesetzt, für die sie hart arbeiten müssen”, meint Georg Randy, „wir haben an der Schule ein breites Spektrum, von sehr guten Hauptschülern bis hin zu schwächeren Schülern, für die es schwer wird, die Ziele zu erreichen. Doch eine tolle Motivation sind solche Ziele doch in jedem Fall.”

Ob nun ein konkreter Berufswunsch entstanden ist oder nur eine vage Vorstellung - Freude gemacht hat den Schülern das Projekt in jedem Fall. Miellad (14), der Elektroniker werden will, findet es „super, das mal gemacht zu haben.”

Murat stimmt ihm zu: „Das hat schon Spaß gemacht. Man merkt, ob man geschickt ist und was man handwerklich kann. Und man findet heraus, ob man bei manchen Sachen schnell genervt ist.” Bei aller Begeisterung kann das Projekt allerdings nur der Anfang des Weges sein, wie Randy erklärt: „Die Schüler müssen ihre Ziele jetzt auch umsetzen. Das ist ein langer Weg, auf dem wir die Schüler nun auch begleiten müssen. Dabei dürfen aber auch die schulischen Leistungen nicht vergessen werden. Für die meisten Berufe reichen ja nicht allein die sozialen und motorischen Fähigkeiten, auch der Abschluss muss stimmen.”
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