Schüler ernten für Theaterstück „Kurzschlüsse” viel Applaus

Von: Elisa Zander
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Einer verrückter als der ande
Einer verrückter als der andere: Im Hause der Familie Nudelbaum geht es wegen einer Erbschaft drunter und drüber. Staubsaugervertreter Bodo Mückenmacher (Leon Eikelmann) ist einer derjenigen, der Adelheid (Annalena Schümmer) und Rudi Nudelbaum (Constantin Gross) den letzten Nerv raubt. Foto: Elisa Zander

Würselen. Als der penetrante Staubsaugervertreter Bodo Mückenmacher eine Tüte Staub vor Adelheid Nudelbaum kippt, ist es endgültig vorbei. Die sowieso schon genervte Dame des Hauses, die jeden Moment ihre reiche Erbtante erwartet, gehen die Nerven durch und sie verschwindet durch die Tür - eine wohlweisliche Entscheidung.

Die Türen - gleich ob Zimmer-, Haus- oder Schranktür - werden im Laufe des Abends zu Hauptrequisiten. Laufend bescheren die Akteure dem Zuschauer neue Möglichkeiten, in Lachsalven auszubrechen. „Kurzschlüsse” heißt das Theaterstück, das der Literaturkurs des Heilig-Geist-Gymnasiums (HGG) an zwei Abenden im Pfarrheim St. Lucia präsentierte.

Und Kurzschlüsse hatte insbesondere Rudi Nudelbaum, herrlich gespielt von Constantin Gross, gleich reihenweise. Als er am Morgen aufwacht, seine Geliebte - und Kosmetikberaterin der Ehefrau - Hildegard (Vera Sauren) neben sich liegend, war die Welt noch in Ordnung. Bis sein Blick auf den Wecker fällt. Schon vor zehn Minuten hätte seine Frau von einer Beerdigung zurück sein sollen, da bleibt nichts anderes übrig, als den Betthasen erst im Bett und dann im Wandschrank zu verstecken.

Von da an verselbstständigen sich die Turbulenzen. Als Adelheid Nudelbaum (Annalena Schümmer) erzählt, ihre Tante Jaqueline (Seline Rieth) würde nicht der Familie, sondern einer wohltätigen Einrichtung ihr Geld hinterlassen, entscheidet Rudi Nudelbaum kurzentschlossen, eine Klinik für geistig Minderbemittelte aufzumachen. Einen Bewohner haben sie schließlich schon: Tochter Beate (Laura Lemmen).

Staubsaugervertreter Mückenmacher, überzeugend: Leon Eickelmann, wird ohne sein Wissen in die Riege der Patienten aufgenommen und auch Rudi Nudelbaum muss als Verrückter herhalten. Eine vielleicht nicht so schlaue Idee, wie sich herausstellt, denn Jaqueline will Rudi Nudelbaum kennenlernen - und so schlüpft dessen bester Freund Dieter (Marco Bartz) in die Rolle des Hausherren.

Eine Kurzschluss-Entscheidung folgt der anderen, stets mit daraus resultierenden Folgen. Die Inszenierung unter der Regie von Lehrer Wilfried Bonn ist gelungen. Die Grundlage des durchweg komischen Theaterstückes, kombiniert mit der guten Laiendarstellung, die nicht aufgesetzt, sondern von einer reellen Darstellung des jeweiligen Charakters profitiert, bekommt das, was sie verdient: Viel Gelächter und langen Applaus. Und da soll noch einer sagen, Kurzschlüsse seien nicht komisch.
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