Schüler drängen auf die Bühne

Von: Stefan Schaum
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Freunde finden: Darum geht es im Stück „Das kleine Nilpferd” der Käthe-Kollwitz-Schüler. Foto: Stefan Schaum

Nordkreis. Die Mühe wird sich lohnen. Jürgen Mohr zweifelt nicht daran. Zwar mussten die Schüler etliche Kulissenteile und Kostüme entwerfen und muss alles zum Auftritt nach Aachen kutschiert werden. Doch wartet dort ein ganz besonderes Erlebnis.

Ein Auftritt bei den Schultheatertagen der Städteregion. „Da können unsere Schüler zeigen, was alles in ihnen steckt”, sagt der Leiter der Käthe-Kollwitz-Förderschule in Herzogenrath. Und das sei so einiges.

„Sich vor andere hinzustellen und sich laut und deutlich zu äußern, ist für die Kinder schon eine große Herausforderung.” Eine, an der sie richtig wachsen können. Für die Schule, die Sprache und die emotionale und soziale Entwicklung zu Förderschwerpunkten gemacht hat, ist die erste Teilnahme bei dem Festival, das Kindern und Jugendlichen das Theater(spielen) schmackhaft machen will, eine willkommene Ergänzung des Lehrplans.

„Solch ein Auftritt kann das Selbstvertrauen der Kinder enorm stärken”, sagt Mohr. „Sie erleben dabei, was sie alles schaffen können. Eine ideale Förderung.” Er kennt das. Denn auch bei Schulfesten sind Schauspieler aus eigenen Reihen ebenso gefragt wie erfolgreich.

Die Theater-AG der Schule ist ohnehin ein rühriger Haufen. Derzeit haben die Schüler „Das kleine Nilpferd” vor der Brust. Das Stück nach einem Bilderbuch von Christian Pletz soll am Donnerstag, 20. Mai, um 11 Uhr in den Kammerspielen des Aachener Theaters beginnen.

Leihgaben

Auf die Premiere werden die Schüler nicht nur von den Lehrerinnen Anne Schmidt und Florina Zirmer vorbereitet. Auch die Theaterpädagogin Katharina von Gallwitz besucht sie einmal pro Woche. Sie ist sozusagen eine Leihgabe der Städteregion. Die stellt vielen teilnehmenden Schulen Experten - vom Schauspieler bis zum Musiker - zur Seite. Seit Oktober laufen die Proben, langsam steigt das Lampenfieber.

Das dürfte bald auch in der Grundschule Alt-Merkstein grassieren. Zwar müssen die Schüler für den Auftritt am Dienstag, 15. Juni, 15 Uhr, nur in die nahe gelegene Gesamtschule wechseln, doch erfordert ihr Stück „Max und die Zaubertrommel” einigen logistischen Aufwand. Immerhin sind vor und hinter den Kulissen alle Viertklässler der zweizügigen Schule aktiv. Auch Schulchor und Orchester mischen kräftig mit. So mancher Schüler im Projekt setzt sich derzeit erstmals mit einem Musikinstrument auseinander.

Vor allem Xylophone kommen zum Einsatz. Gleich sechs davon stehen in dem kleinen Raum, in dem die neu formierte Band auch mit einer E-Gitarre und Schlagzeug übt. Lehrerin Stefanie Mrotzek gibt dabei den Ton vor. „Die Schüler sind mit viel Eifer bei der Sache. Viele blühen richtig auf. Auch uns Lehrerinnen macht es total viel Spaß.”

In dem Musical, bei dem Schüler neben einigen Sprechrollen auch jeden einzelnen Ton der Tonleiter verkörpern werden, gibt es viel Gelegenheit, sich kreativ auszutoben. Und zu zeigen, was die Schultheatertage ganz allgemein zeigen wollen. Mrotzek: „Bei uns sieht man, das Schule viel mehr ist als nur Lesen, Rechnen, Schreiben und Stillsitzen.”

51 Schulen nehmen an der sechsten Auflage der Schultheatertage der Städteregion Aachen teil. Aus dem Nordkreis sind neun vertreten.

Mit den Stücken „Findus und der Hahn im Korb” und „Tatort Gemüsebeet” treten die Pannesheider Grundschüler am Mittwoch, 19. Mai, 11 Uhr, in den Kammerspielen des Theaters Aachen auf.

„Oh, wie schön ist Panama” heißt der Beitrag der Grundschule Alsdorf-Broicher Siedlung, der ebenfalls am Mittwoch um 15 Uhr in den Kammerspielen beginnt.

Die Merksteiner Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule führt am Donnerstag, 20. Mai, um 11 Uhr in den Kammerspielen das Stück „SOS in Feuerland” auf. „Robin - Der Weg zum Mut” ist als Inszenierung der Alsdorfer Marien-Realschüler am Dienstag, 25. Mai, 11 Uhr, im Ludwigforum Aachen zu sehen.

Lausbubenstreiche von „Max und Moritz” serviert am Montag, 14. Juni, 11 Uhr, die Katholische Grundschule Broichweiden im Aachener TheaterK. Shakespeares „Ein Sommernachtstraum” bringt die Realschule Würselen am Dienstag, 22. Juni, 19 Uhr, im Aachener Grenzlandtheater auf die Bühne.

Ebenfalls von Shakespeare stammt „Der Sturm”, den das Würselener Euregio-Kolleg am Sonntag, 20. Juni, 19 Uhr, im Grenzlandtheater inszeniert.

Der Eintritt ist bei allen Veranstaltungen frei. Karten können unter 0241/27458 reserviert werden.

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