Schüler bilden weiße Mauer gegen Rechts

Von: Stefan Schaum
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Protest in Weiß: Mit der Farbwahl ihrer T-Shirts unterstreichen die Alsdorfer Gesamtschüler gestern ihren Wunsch nach Frieden und Toleranz. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Sie stehen da wie eine Mauer. Eine Mauer ganz in Weiß. Mit der Farbwahl ihrer T-Shirts haben über 1000 Schüler der Alsdorfer Gesamtschule am Donnerstag auf ihrem Sportplatz auf ein Schreiben der NPD reagiert.

Die Partei versucht dieser Tage landesweit, per Post und E-Mail Schülervertretungen zu erreichen und für ihre rechtsextreme Position zu werben. Die deutliche Antwort der Gesamtschüler: Mit uns nicht!

Noch vor den Osterferien kam der Brief, adressiert an die Schülervertretung. Von „Islamisierung an Schulen” ist im Schreiben die Rede, von „Stadtvierteln, die man als Deutscher gar nicht mehr betreten darf”. Sogar einen Wettbewerb schlagen die Absender vor. Ideen sollen Schüler entwickeln, wie man der Islamisierung des Landes begegnen könne.

„Das ist einfach schockierend”, sagt eine junge Dame aus der Schülervertretung. Sie will namenlos bleiben. Nicht weil sie Angst habe. „Es soll nicht einer aus der Aktion herausstechen - wir sind alle gegen Rechts!”

So posieren sie in ihren weißen Shirts für ein Foto, das auch auf der Homepage ihrer Schule und in der Schülerzeitung erscheinen und aufmerksam machen soll auf den Wunsch nach Toleranz.

Gleich gelöscht

Eine E-Mail der NPD ist kürzlich an der Realschule in Setterich sofort aus dem elektronischen Postfach verschwunden. „Die hat unsere Sekretärin gleich gelöscht”, sagt Schulleiter Michael Göbbels. Seiner Schülersprecherin Justine Skrotki hat sie damit einen Gefallen getan. „Ich wäre im ersten Moment wohl platt gewesen, wenn ich das hätte lesen müssen”, sagt die 16-Jährige.

„An unserer Schule sind wir ganz klar gegen solche Dinge, da hätte so eine Partei gar keine Chance.” Was nicht bedeutet, dass sie es nicht versuchen könnte. Vor Schulhöfen will die NPD in den kommenden Wochen CDs verteilen und sogar USB-Sticks, auf denen sie ihre Texte verbreitet. Solange die Verteiler vor den Schulmauern bleiben, können Lehrer sie rein rechtlich nicht an solchen Aktionen hindern.

Überschreiten sie jedoch die Grenze, will mancher Schulleiter seine Position ganz klar machen. „Wir waren bislang zum Glück noch nie Ziel solch einer Aktion”, sagt Reinhard Granz, Leiter des Herzogenrather Gymnasiums. „Aber wenn so jemand auf den Schulhof kommt, würde ich ihn persönlich rausschmeißen!”
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