Alsdorf - Schön aber laut: Provisorische Kita in der Kraftzentrale

Schön aber laut: Provisorische Kita in der Kraftzentrale

Von: Stefan Schaum
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Große Rennstrecke auf den Fluren und ein neues Bällebecken: Das sind die Vorzüge im Behelfsquartier. Fließendes Wasser gibt es in den Gruppenräumen aber nicht. Foto: Stefan Schaum
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Große Rennstrecke auf den Fluren und ein neues Bällebecken: Das sind die Vorzüge im Behelfsquartier. Fließendes Wasser gibt es in den Gruppenräumen aber nicht Foto: S.Schaum
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Große Rennstrecke auf den Fluren und ein neues Bällebecken: Das sind die Vorzüge im Behelfsquartier. Fließendes Wasser gibt es in den Gruppenräumen aber nicht. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Für die Kleinen ist das super. Wie sie jetzt über die Flure flizen können mit ihren Tretautos! Meterweit rasen und nirgends ein Hindernis in Sicht. Als Rennstrecke machen sich die Korridore in der Kraftzentrale richtig gut. Seit sechs Wochen spielen die 111 Kinder der Kita Florianstraße nicht mehr in der gewohnten Umgebung ihres Familienzentrums, denn das ist zu einem Sanierungsfall geworden.

Stattdessen lernen die Kinder derzeit die Vorzüge des „Langhauses“ kennen. Und auch ein paar Nachteile. Was den Platz betrifft, ist das Ganze freilich ein Hauptgewinn. Da kommen locker 200 Quadratmeter auf die bisherigen Flächen drauf. Hier lässt sich prima Verstecken spielen und Fangen auf den Fluren.

Auch ein neues Bällebecken steht auf einem der Gänge, und das ist nicht das einzige „Bonbon“, das es nach dem Ortswechsel gab. „Wir haben uns gerade eine neue Vogelnestschaukel bestellt, die wir auch mitnehmen dürfen, wenn wir wieder in die Florianstraße zurückkehren“, sagt Leiterin Gerda Backes.

Das Gerät ist willkommen, denn das derzeitige Außengelände – eine umzäunte Kiesfläche auf dem Parkplatz – macht nicht viel her. Deshalb erkunden die Gruppen meist den nahen Annapark, in dem sich hier und dort allerdings auch Scherben finden. Vorsicht ist da geboten.

Ein kleiner Dank

Die Schaukel könnte man auch als kleinen Dank seitens der Stadt ansehen, denn der Umzug hatte es für die Erzieherinnen in sich. Zwar hatten Umzugstransporter das Mobiliar von Schaufenberg zur neuen Adresse am Annapark gefahren, doch es blieb für das Kita-Team noch einiges zu schleppen, einzurichten, aufzufüllen. Einige Schweißtropfen hatte das während der richtig heißen Sommertage gekostet, und erst so langsam wird es richtig wohnlich am neuen Ort.

Einige Bilder hängen schon an den Wänden und bunte Fußstapfen-Aufkleber finden sich auf den Fluren, die den Kindern die Wege von ihren Gruppenräumen zu den Waschräumen weisen. Diese Räume sind so eine Sache: Während es in der Florianstraße jeweils Toiletten und Waschtische pro Gruppenraum gab, gibt es nun nur einen Raum pro Etage. „Da kann es schon mal eng werden, wenn viele Kinder an die Becken wollen“, sagt Backes.

Laut wird es ebenfalls, und nicht bloß dort. So schön lang und hoch die Gruppenräume auch sind – so sehr schallt es in ihnen. Da wird fröhliches Kinderlachen ganz schnell zur Nervenstrapaze für die Erzieherinnen. „Der Geräuschpegel ist momentan eine Belastung für die Kolleginnen“, sagt die stellvertretende Leiterin Beatrix Furmanski.

In den kommenden Tagen will die Grund- und Stadtentwicklungsgesellschaft, die die Kita im Gebäude betreut, so genannte „geräuschabsorbierende Platten“ an die Wände hängen. Kein Allheilmittel, wie GSG GS-Geschäftsführer Günter Jansen einräumt, „aber ein wenig besser sollte es mit der Lautstärke dadurch werden“.

Er selbst hat auch Sorgen, aber weniger wegen der Akustik: Seit Dienstag gibt es ein zweites Gutachten zum baulichen Zustand der Kita Florianstraße, das zu einem noch schlechteren Fazit als das erste gelangt: „Es sind viel mehr Stützpfeiler des Gebäudes in schlechtem Zustand als wir befürchtet hatten.“ Um nicht zu sagen: so ziemlich alle. 20 Stück. „Das wird ganz verheerend, was die Sanierungskosten angeht!“

Die mag Ralf Kahlen, Erster Beigeordneter, noch nicht beziffern. Kann er auch nicht, erst müssen weitere Gespräche mit einem Statiker geführt werden. Doch selbst wenn Mittel aus der Versicherungssumme nach einem Wasserschaden – durch den der bauliche Zustand erst offenbar wurde – benutzt werden: es reicht nicht.

Kahlen: „Die Stadt wird sicher einen sechstelligen Betrag draufpacken müssen. Die Kosten für diese Sanierung werden uns noch richtig weh tun.“ Doch saniert werden muss, denn einen Neubau dürfte die Stadt sich kaum leisten können. Auf 111 Plätze ganz verzichten, kann sie aber auch nicht.

Im Langhaus bekommen die Kleinen davon nichts mit. Sie haben Spaß im neuen Quartier. Für ein Jahr – denn dann müssen sie definitiv raus. Am besten zurück. Sofern das bis dahin möglich ist.

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