Schneeweiß ist es bisher nur in Salzsilos

Von: Holger Bubel
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In den Lagern warten Berge aus Salz auf den Einsatz: In Alsdorf begutachten der Kaufmännische Betriebsleiter Stephan Maaßen und der stellvertretende Einsatzleiter Winterdienst, Detlef Meinert, das Streumaterial. Foto: Holger Bubel

Nordkreis. Der Winter 2010/11 bleibt nicht nur vielen Autofahrern im Gedächtnis. Auch den Verwaltungen der Nordkreis-Kommunen läuft ein (Kälte-)schauer über den Rücken bei der Erinnerung an eine wahrlich weiße Weihnacht: Schnee, Schnee und noch einmal Schnee, damit überraschte Petrus damals eine gewöhnlich schneearme Region wie die Aachener.

Seit dieser Erfahrung haben die Städte in Sachen Kampf gegen das pappige Nass mit Streusalz mächtig aufgerüstet: Ein Vielfaches an Schnee- und Eis-Bekämpfungsmittel wurde eingekauft, dazu wurden neue Salzsilos errichtet. Außerdem wurde in weitere Räumfahrzeuge für den städtischen Fuhrpark investiert.

Ein Blick in einen zwar grauen, doch wenig von der weißen Pracht versprechenden Himmel macht diese Investitionen derzeit ein wenig fragwürdig. Aber: „Das Salz wird ja nicht schlecht. Was wir in diesem Winter nicht verwenden, nutzen wir im kommenden“, sagt Franz-Josef Mahr, Leiter der Kommunalen Dienstleistungsbetriebe Würselen (KDW). Die Stadt Würselen hatte zu Beginn der Winterperiode insgesamt 300 Tonnen Salz auf Lager, darunter 100 Tonnen in einem eigens für strenge Winter angeschafften zusätzlichen Silo.

Innerhalb von drei Tagen stehen den Würselenern außerdem weitere beim Lieferanten fremdgelagerte 148 Tonnen zur Verfügung. Benötigt wurden bislang lediglich 20 Tonnen im kurzen Winter-Intermezzo im Dezember des vergangenen Jahres.

Ihre Siloanlage erweitert hat auch die Stadt Herzogenrath, und zwar um 180 auf 380 Tonnen Kapazität. „So wie es derzeit aussieht, machen wir zukünftig in Salz“, scherzt Fachbereichsleiter Bau und Betrieb, Rolf Kalmbach. Bislang wurden 60 Tonnen in den vier Herzogenrather Streubezirken mit einer Gesamtlänge von 220 Kilometern verbraucht.

„Salz-Halle“ angemietet

„Unsere vier Silos sind noch randvoll“, sagt auch der Technische Beigeordnete der Stadt Baesweiler, Peter Strauch. „Die paar benutzten Tonnen Salz sind kaum der Rede wert. Ich hätte nichts dagegen, wenn der Winter so milde bleibt.“

Auf zukünftige „Mega-Winter“ hatte sich auch Alsdorf eingestellt, und sogar zur Erweiterung der Lagerkapazität eine „Salz-Halle“ angemietet, erklärt der Kaufmännische Betriebsleiter vom Eigenbetrieb Technische Dienste, Stephan Maaßen. 440 Tonnen Streusalz hatten die Alsdorfer gebunkert.„Bislang haben wir 60 Tonnen verbraucht, für die kalte Phase im Oktober auf Brücken und markanten Stellen und im Dezember.“ Stephan Maaßen glaubt, dass selbst bei einem noch möglichen Eis-Winter die vorhandene Salzmenge ausreicht. Wenn nicht? „Dann haben wir noch 100 Tonnen auf Abruf.“

Auf einen weiterhin milden Winter hoffen alle kommunalen Verantwortlichen – im Sinne ihrer Bürger. Denn: Durch einen verminderten Winterdienst-Einsatz fallen nicht nur Kosten für das Streusalz weg, auch erhöhte Personalkosten für den Einsatz außerhalb der regulären Dienstzeit – in der Nacht oder an Wochenenden und Feiertagen mit Zuschlägen – fallen nicht an. Schneefreie Straßen müssen schließlich nicht geräumt werden. „Allerdings“, schränkt Franz-Josef Mahr ein, „müssen ja auch ‚normal‘ befahrbare Straßen gepflegt werden.“ Heißt: Wo nicht gestreut wird, wird gefegt.

Ob sich aber die Einsparungen im Geldbeutel der Bürger bemerkbar machen, bleibt erstmal abzuwarten. Die Gebührenbedarfskalkulationen in den Verwaltungen werden erst im Dezember 2013 gemacht. Dann stehen auch die Betriebskosten des laufenden Jahres fest. Eine Gebührenstabilität dürfte für die vier Nordkreiskommunen das vornehmliche Ziel sein. Denn, wie Rolf Kalmbach, sagt: „Dieser Winter 2010/11 steckt uns in den Knochen.“ Die Kosten dafür müssen die Gebührenzahler bis heute tragen.

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