Schlechte Bausubstanz: Geplantes Schulzentrum bereitet Probleme

Von: Verena Müller
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Das Langhaus am künftigen Kultur- und Bildungszentrum in Alsdorf: Gleich mehrere Probleme wurden an der alten Bausubstanz festgestellt. Foto: Verena Müller

Alsdorf. Während der Bauarbeiten am Kultur- und Bildungszentrum (KuBiZ) auf dem Annagelände zeichnen sich größerer Probleme ab, deren Ausmaß im Moment noch nicht abzuschätzen ist. Zwar liegt der Neubau im Kosten- und Bauzeitenplan; doch gibt es nach Informationen dieser Zeitung in der Kraftzentrale offenbar gravierende statische Defizite.

Im Moment besteht der Verdacht, dass acht Maschinenfundamente und die Kappendecken der größten freitragenden und unter Denkmalschutz stehenden Industriehalle in Nordrhein-Westfalen nicht die erforderliche Stabilität besitzen. Auch die Sanierung der Außenfassade und der Dachträgerkonstruktion werden wohl aufwendiger als zunächst geplant. Das größte Bauprojekt in der Geschichte der Stadt Alsdorf droht, das größte Sorgenkind der Stadt zu werden.

Die betroffenen Bauteile

Wenn sich alle Befürchtungen bewahrheiten, müsse man von „einer Katastrophe“ sprechen, sagte Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders auf Anfrage unserer Zeitung. Bei den laufenden Abbruch- und Sanierungsarbeiten im Langhaus war festgestellt worden, dass nicht – wie angenommen – nur Teile der Fundamente beziehungsweise der Deckenauflager verstärkt werden müssen, sondern schlimmstenfalls die Gründung umfassend erneuert werden muss: die Fundamentblöcke im Untergeschoss inklusive der darüber liegenden Kappendecke.

Zudem verbergen sich unter der Bleimennige-Beschichtung der freitragenden Dachstahlkonstruktionen Rostentwicklungen gravierenderen Ausmaßes, die den Sanierungsaufwand erheblich vergrößern.

Dagegen erweist sich der Mauermörtel, der zwischen den Klinkern der Außenfassade zur Fugensanierung teilweise entfernt werden muss, aufgrund der damals beigemischten Zuschlagstoffe, als wesentlich zäher und stabiler als gewünscht. Die Füllungen sind härter als der Zahn, wenn man so will.

Mehrkosten in Millionenhöhe?

Falls alle genannten Bereiche vollumfänglich saniert und erneuert werden müssen, kann man von Mehrkosten in Millionenhöhe in der Kraftzentrale ausgehen. Verzögerungen lassen sich dann kaum vermeiden.

Aber ob es soweit kommt, kann heute noch nicht mit Gewissheit gesagt und die Schadenshöhe noch nicht genau beziffert werden. Nun sollen laut Bürgermeister bis Mitte Oktober die erforderlichen Gutachten, Konzepte und Berechnungen erstellt werden, um die erforderlichen Arbeiten darzustellen und die finanziellen und zeitlichen Folgen abschätzen zu können.

Bis Mitte 2016 sollte neben dem Neubau der Schulen auch die Kraftzentrale fertiggestellt werden. Noch im Mai dieses Jahres war Alfred Sonders zuversichtlich: „Das lange Warten hat (....) bald ein Ende“, hatte er vor Schülern des Gymnasiums und der Realschule versprochen. Ihr Umzug zum Schuljahr 2016/2017 ist jetzt jedenfalls mit einigen Fragezeichen versehen. In den betroffenen Teilen der Kraftzentrale sollen unter anderem eine Stadtteilküche, ein multifunktionaler Raum, Fachräume (Werken, Hauswirtschaft, Musik) der Realschule und Musikräume des Gymnasium untergebracht werden.

Wer muss die Kosten tragen

Nun kann man spekulieren: Wäre ein Teileinzug sinnvoll? Könnten provisorische Containerklassen errichtet werden? Könnte man eventuell Teile des 15 000 Quadratmeter großen Neubaus mitnutzen oder das Fördermaschinenhauses des benachbarten Energeticons anmieten? All dies wird in den nächsten Wochen zu klären sein.

Bliebe dann noch die Frage der Kostenübernahme. Laut Sonders ist man wenigstens in dem Punkt noch zuversichtlich, da er zwei Jahre nach Erwerb der Kraftzentrale auch den Verkäufer des Langhauses, den Grundstücksfonds des Landes NRW, als Treuhänder und Projektpartner in der Pflicht sieht. Bislang beläuft sich die Gesamtinvestitionssumme auf 40,3 Millionen Euro.

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