Schlaganfall: Die Rückkehr in ein normales Leben ermöglichen

Von: Karl Stüber
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Dr. Frank Bergmann spricht bei Medizinforum über die Therapieansätze nach einem Schlaganfall. Foto: Stefan Keller

Nordkreis. Die Rückkehr ins normale Leben nach einem Schlaganfall zu ermöglichen, ist Ziel von Dr. Frank Bergmann. Und er arbeitet mit Patienten intensiv daran, einen weiteren Schlaganfall zu verhindern. Bergmann gehört zum Zentrum für Neurologie und Seelische Gesundheit am Kapuziner Karree in Aachen und ist Kooperationspartner des Medizinischen Zentrums Würselen (MZ).

Der Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie ist einer der Referenten des Forums Medizin und unserer Zeitung, das – mit freundlicher Unterstützung der Stadt Würselen – am Dienstag, 24. November, um 19.30 Uhr im Alten Rathaus beginnt und sich unter den verschiedensten Aspekten mit dem Thema Schlaganfall beschäftigt.

„Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der Patient“, betont Bergmann. Dabei gehen er und seine Kollegen von einem „bio-psycho-sozialen Krankheitsverständnis“ aus. Heißt: Der Patient wird in seiner gesamten Persönlichkeit betrachtet. Seine körperlichen gesundheitlichen Einschränkungen sind genauso wichtig, wie seine psychischen Belastungen und sein soziales Umfeld – neben Familie also auch die Arbeitsbedingungen.

Gemeinsam werden Strategien erarbeitet, was der vom Schlaganfall Betroffene tun muss, um einen zweiten zu vermeiden. Die Zahlen sprechen für sich: Zehn Prozent aller Schlaganfallpatienten erleiden innerhalb eines Jahres einen weiteren. Die Sekundärprophylaxe soll dies verhindern.

Das Blut in Fluss halten

Zur Therapie gehören Medikamente, die das Blut in Fluss halten und neue Verschlüsse verhindern helfen. Über bis zu „sieben Brücken“ der Selbstdisziplin sollte der Patient schon gehen – bei der Änderung seines Lebensstils.

Heißt: Sieben zu beachtende Faktoren können das Risiko um 50 bis 70 Prozent verringern, sagt Bergmann. Es geht um Blutzucker, -fette und -druck. Der „Body Mass Index“ sollte auf einen besseren Wert gesenkt werden. Salopp gesagt: „Höhe mal Breite“ und das im Verhältnis dazu stehende Gewicht nebst Fettanteilen stehen im Fokus. Weitere Faktoren sind folglich: Diät bzw. gesunde Ernährung und Nikotinverzicht!

Je nach Schwere der Folgen eines Schlaganfalls ändert sich das Leben eines Patienten allein schon durch die Einschränkungen und den Rehabilitationsbedarf – aber auch für die Angehörigen, wie der Fachmann betont. Der Alltag will neu erlernt sein. Physiotherapie, Ergotherarpie und Logopädie sind dabei wichtig. Eine umfassende neuropsychologische Diagnostik als Basis zeigt zu behandelnde Defizite und notwendige Methodik auf.

Bei den körperlichen, psychologischen und sozialen Folgen – dazu zählen Schmerzen, Einschränkungen der Kommunikation oder der Beweglichkeit (Führerscheinverlust) – stellt sich als Folge bei jedem dritten Patienten eine Depression ein, wie der Neurologe sagt. Auch die Beeinträchtigung des Hirnstoffwechsels durch den Schlaganfall kann dafür verantwortlich sein.

Hier wird mit Medikamenten und Psychotherapie gegengesteuert. Einige Antidepressiva haben möglicherweise einen positiven Nebeneffekt. Sie stabilisieren die Funktion von Hirnzellen und regen partiell die Neubildung von Hirnzellen an.

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