Schiffe in Aachen? Archäologen sind Beweis auf der Spur

Von: Stephan Mohne
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fluss ausgrabung
Bei Ausgrabungen in Aachen ist ein Flusslauf gefunden worden. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Wissenschaftler sind in Aachen einer Sensation auf der Spur: Es gibt deutliche Anzeichen, dass zur Römerzeit, vielleicht auch danach noch, ein breiter Fluss durchs heutige Stadtgebiet floss.

Möglicherweise handelte es sich auch um eine durch Stauung des Johannisbachs angelegte künstliche Wasserstraße, die mit Flachbodenschiffen befahren werden konnte.

Solche Schiffe brauchten laut Andreas Schaub, Aachener Stadtarchäologe, nur eine Wassertiefe von 50 Zentimetern, um eine Fracht von 15 oder gar 18 Tonnen transportieren zu können. Dies sei weitaus ökonomischer gewesen als der Transport von Gütern auf dem Landweg.

Vermutet hatte die Wissenschaft schon lange, dass es einen derartigen Wasserlauf gegeben hat. Laut Schaub wäre es höchst ungewöhnlich, dass eine Siedlung von der Bedeutung Aachens keinen schiffbaren Wasserweg gehabt hätte. Bislang fehlten allerdings letzte Beweise.

Deutliche Anzeichen für diese Wasserstraße hat man jetzt bei Grabungen im Rahmen des Umbaus des Internationalen Zeitungsmuseums an dessen Rückseite gefunden.

Fast 100 Meter weit entfernt im RWTH-Bereich gibt es derlei Hinweise auch. Endgültige Beweise will man nun bei weiteren Untersuchungen finden, wobei auch Wissenschaftler der TH in die Spurensuche einsteigen sollen.

Gefunden worden ist bei dieser Grabung auch Aachens erste Müllkippe - im Schlick des Flussufers. Diese Müllkippe könnte für die Archäologen zu einer wahren Fundgrube mit hunderten oder gar tausenden Funden werden, die weiteren Aufschluss über Aachens Geschichte geben könnte.

Weitere Erkenntnisse aus dieser Grabung: An der Stelle des 1498 gebauten Gebäudes, in dem das Zeitungsmuseum ist, standen vorher schon mindestens zwei Mal andere Häuser. Der Bereich war also schon deutlich früher besiedelt, obwohl es sich um „miserablen Baugrund” handelt, so Schaub.
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