„Schicksalswege“: Betrachter mit Leidens- und Pilgerwegen konfrontieren

Von: ehg
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Freuen sich auf die Ausstellung: Pfarrer Gattys und Künstler Dieter Eichelmann.

Würselen. Im Rahmen der Denkmaltage präsentiert der 1946 in Bardenberg geborene Künstler Dieter Eichelmann, dessen Skulptur „Der Glücksjäger“ den neuen Kreisverkehr an der B 254 künstlerisch in Szene setzt, seinen 16-tafeligen Bildzyklus „Schicksalswege“ in der Pfarrkirche St. Sebastian. Eichelmanns künstlerische Anfänge liegen im Informel, das sich in Paris als Gegenpol zur geometrischen Abstraktion ausbildete und sich nicht auf geometrische Traditionslinien begründet.

In den vergangenen Jahren begleiten, wie die Ausstellung und auch die jüngste Skulptur im öffentlichen Raum belegt, Figuren seine Arbeiten. Dabei konzentriert sich sein Interesse auf Begegnungen. So auch der jüngst in nahezu zweijährigem Schaffen entstandene Bildzyklus.

Darin konfrontiert der diplomierte Architekt, der auch ein Bildhauerstudium absolvierte, in verschiedenen Sequenzen und Techniken den Betrachter mit Lebens-, Leidens-, Kreuz- und Pilgerwegen verschiedener Menschen. Dabei ist er allen Beteiligten und jeder Einzelne ihm Weggefährte. Als Grundlage dient ihm die Spirale als Symbol. Die krapprote Spirale auf zweifarbigem Grund – die Farbwahl ist an den liturgischen Farbenkanon angelehnt – bildet den Weg für ein Kreuz, das sich in 15 Schritten vom Bildrand in die Bildmitte bewegt.

Das Keramik-Kreuz ist auch Bildträger für die aus Federstahl piktogrammartig gefertigte Leidensdarstellung. In der Mitte der Bildtafeln befindet sich ein quadratisches Zentrum. Sobald das weiße Keramik-Kreuz auf seinem Spiralweg das quadratische Zentrum berührt, wird die das Zentrum berührende Fläche farbig, „bleu de severes“ glasiert.

In jeweils vier Spiralsegmenten je Bildtafel ist eine Fotografie, die ein Mensch auf seinem Lebens-, Leidens- und Pilgerweg schuf, zu sehen.

Fotosequenz 1 zeigt an 15 verschiedenen Tagen 15 verschiedene Straßen in verschiedenen Ländern, gesehen unter dem Eindruck des zu Hause lebenden todkranken Vaters. Die Reise wurde wegen dessen Gesundheitszustandes in Australien abgebrochen. Fotosequenz 2 zeigt an verschiedenen Tagen immer den gleichen Baum, gesehen und fotografiert aus dem gleichen Fenster einer Suchtklinik in der Eifel.

Fotosequenz 3, eine Gartenidylle in Würselen an 15 verschiedenen Tagen und schließlich Fotosequenz 4, eine von einer Insel in der Weser bei Bremen fotografierte Öffentlichkeit. Die Fotos stammen von einem psychisch Kranken, der periodisch an die gleiche Stelle der Insel pilgert.

Der ausgestellte Zyklus wird bei der Vernissage am Freitag, 6. September, um 18 Uhr durch lyrische Texte und Musik von Christoph Leuchter abgerundet, die sich auf die bildliche Darstellung beziehen.

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