Schichtdienst verdrängt klassische Ferienjobs

Von: Britta Kahlen
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Reagierte auf einen Such-Aushang im Supermarkt: Laura Dölle (19) kellnert in einem Bauernhofcafé. Foto: Britta Kahlen

Alsdorf. Es ist Ferienzeit, und viele Schüler sonnen sich auf der Liege im Freibad, gehen ihrem Hobby nach und treffen sich mit Freunden. Oder sie gehen arbeiten. Allerdings gibt es kaum noch Nebenjobs, die nur in der Ferienzeit angeboten werden.

Die Schülerjobbörse verzeichnet hier sogar einen eindeutigen Trend. Firmen in der Region haben keine Nebenjobs für Schüler mehr. Denn mittlerweile wird in vielen Betrieben im Schichtdienst gearbeitet. Diese langen Schichten sind aber für Minderjährige verboten. Außerdem stellen Firmen immer häufiger Kurzarbeiter ein.

So fallen die herkömmlichen Bereiche für Nebenjobs weg: „In den vergangenen Jahren hat das Angebot für Ferienjobs kontinuierlich abgenommen. Man könnte sagen, der Ferienjobmarkt ist tot”, berichtet Silvia Dietl von der Agentur für Arbeit.

Wenn arbeitswillige Schüler nichts im Bekanntenkreis oder durch Mund-zu-Mund-Propaganda finden, geben sie in der Regel auf. Allerdings bietet sich da noch die Schülerjobbörse in Alsdorf oder Baesweiler an. Diese ist eine Initiative der katholischen Kirche in der Region Aachen-Land. Die Jobbörse vermittelt kostenlos kleine Taschengeldjobs an Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren.

Die Schüler übernehmen dabei meist Botengänge oder Arbeiten in Haus und Garten. Ihr Honorar liegt zwischen vier bis sechs Euro pro Stunde. Die Arbeitgeber sind hauptsächlich private Haushalte, die Firmen beschränken sich auf Einzelaufträge.

Aber selbst bei der Schülerjobbörse gibt es keine reinen Ferienjobs. Die Tätigkeiten sollen in der Schulzeit weitergeführt werden. Gerade in der Ferienzeit gibt es einen vorübergehenden Aufnahmestopp der Jobsuchenden. „Nach den Ferien gibt es dann meist wieder mehr Jobangebote”, sagt Liselotte Wisten von der Schülerjobbörse Alsdorf.

Die 17-jährige Ilona Schüller hatte Glück. Sie ist schon seit einem Jahr in der Kartei der Schülerjobbörse und hat schon mehrere Angebote vermittelt bekommen. Diesmal soll sie im Haushalt eines älteren Ehepaares helfen. Es ist ihr erster Tag bei der neuen Arbeit und sie ist schon ein bisschen nervös. Völliges Neuland ist Putzen und Staubwischen nicht für Ilona. „Etwas lernen werde ich hier trotzdem”, meint die 17-Jährige.

Auch Laura Dölle möchte in ihrem Ferienjob gefordert werden. Die 19-Jährige ist durch eine Anzeige im Supermarkt auf den Ferienjob in einem Bauernhofcafé aufmerksam geworden. Laura hat gerade Abitur gemacht und bis zu ihrem Studienbegin noch viel Zeit. „Mit dem verdienten Geld möchte ich schon mal für eine Wohnungseinrichtung sparen,” sagt sie. „Aber ich gebe es jetzt auch schon beim Shoppen oder in der Freizeit aus”, gesteht die Abiturientin dann doch.

Auch Ilona will von dem Honorar ihr Taschengeld aufbessern. In ihrer freien Zeit möchte sie das Geld nutzen, um wie die anderen Jugendlichen ihren Sommer im Freibad oder mit Freunden zu genießen.
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