Schaurig-schöne Abenteuer für Leseratten

Von: mabie
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Spannend war es: Till Lange (l.) und Birgit Mehrmann (r.) vom „jugendstil“ näherten sich in Rodas Stadtbücherei dem Thema „Vampire“. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Wer am Abend kurz einen Blick auf das Erdgeschoss der Stadtbücherei in der Erkensstraße warf, dem fuhr gleißendes Licht in die Augen. Gelb und rot war es, strahlte in Richtung Außenfassade und erleuchtete innen spotartig den gesamten Lesebereich.

Dort tummelten sich rund 30 Kinder, die aber nicht ganz alleine gekommen waren. Denn in großen Rucksäcken waren nicht nur alle Utensilien für eine gelungene Übernachtung samt Isomatte und kleiner Luftmatratze vorhanden, sondern sicherlich auch das ein oder andere Kuscheltier.

Tierisch spannend

Tierisch spannend war auch das, was Birgit Mehrmann und Till Lange vom Kinder- und Jugendliteraturzentrum „jugendstil“ im Gepäck hatten. Denn an den sonst so aufgeräumten und penibel sortierten Regalen fanden sich dicke Bahnen von Spinnweben, hier und da lugten ein paar freche Fledermäuse hervor und auch die Geschichten für die unerschrockenen Leseratten zwischen acht und zehn Jahren waren alles andere als gewöhnlich. „Kai Flammersfeld und die Transsylvanischen Schicksalskekse“ lagen auf dem literarischen Teller und schmeckten den Kindern trotz einiger von den beiden „jugendstil“-Vertretern atmosphärisch perfekt und auch gruselig umgesetzten Lesungen bestens.

Die Geschichte von Kai, einer Romanfigur von Hagen Röhrig, ist ganz schön spannend. Kai erlebt seine ganz persönliche „Nacht der Nächte“, in der er sich von einem ganz normalen Jungen, der ein wenig Angst vor dem Unheimlichen hat, in den neuen Kai, den Vampir Kai verwandelt.

Abends auf dem alten Waldfriedhof ist das passiert, wo im Zwielicht der Spannung zwischen Licht und Schatten nichts so ist, wie es scheint. Aber zum Glück gibt es ja noch Kais Oma, erstaunlicherweise eine echte Vampir-Expertin, die für ihn sagenhafte Transsylvanische Schicksalskekse backt. Mit Hilfe seiner neuen Freunde Gutta, Gangolf und Gerrith gewöhnt sich der zum Vampir gewachsene Junge aber schnell an sein neues Leben.

Hinter der Geschichte entdeckten Birgit Mehrmann und Till Lange dann aber noch mehr, was die faszinierten Kinder tief in die Erzählung vom frisch gebackenen Vampir eintauchen ließ. So wurden sie gleich am Eingang befragt, was sie denn alles so über die Blutsauger wissen, wie man sie bekämpfen kann und was das Vampir-Dasein so ausmacht.

Spielrunden zeigten pantomimisch typische Gruselbegriffe auf und für die beste Gruselstimmung wurden natürlich auch das passende Licht und die perfekte Atmosphäre geliefert. Die anschließende Nacht mit dem gemeinsamen Frühstück war natürlich nicht nur für die jungen Bibliotheksgäste ein echter Genuss, auch die Eltern freuten sich, ihre Kinder nach einer Nacht unter fremdem Dach wieder in die Arme schließen zu können.

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