Schaufenberger Friedhof: Wem gehört das Grundstück?

Von: -ks-
Letzte Aktualisierung:

Alsdorf. Geschenkt oder nicht geschenkt? Nach einigem Suchen nach Unterlagen ist nun doch Licht in die Diskussion um die Überlassung eines Teilgrundstücks des alten Schaufenberger Friedhofs an die Stadt Alsdorf gekommen.

Die alte Ruhestätte soll aufgegeben (entwidmet) werden und weiter als Park erhalten bleiben. Claudia Cormann, Enkelin des Landwirts Wilhelm Hein, hatte eindringlich im Ausschuss für Stadtentwicklung geltend gemacht, dass besagter Hein (FDP-Ratsmitglied von 1952 bis 1955), der Kommune seinerzeit das nun in Rede stehende Gelände geschenkt habe.

Verbunden war dies mit der Auflage, dort eine Familiengrabanlage unbegrenzt nutzen und jeweils auch neu belegen zu können.

In zwei Gräbern sind zwischenzeitlich Cormanns Großeltern sowie ihr Sohn beigesetzt worden. Cormann verfüge leider nicht über eine schriftliche Vereinbarung, die Schenkung sei aber unter älteren Alsdorfern und vor allem Schaufenbergern bekannt.

Indiz für die Vereinbarung sei auch, dass ihre Familie die Grabstätte seit Jahren unentgeltlich nutze. Laut Verwaltung seien hierüber auch bei der Stadt keine Unterlagen vorhanden, Cormann sei für ihre Behauptung „beweispflichtig”. Nach längerer Debatte legte der Ausschuss Wert darauf, dass die Verwaltung eine gütliche Regelung anstreben soll und die Grabstätte möglichst erhalten bleiben soll, was ohnehin für das alte Mahnmal verunglückter Bergleute ohnehin gelte.

Nun tauchten doch Unterlagen auf. Die waren offensichtlich unter einem anderen Namen abgelegt: Margarete Zens, geborene Hein, Schwester des besagten Wilhelm Hein. Am 9. Februar 1954 war demnach ein „Vertrag nebst Auflassung” verhandelt und notariell beurkundet worden. Hierbei ging es um den Verkauf eines 11,16 Aar großen Grundstücks an der Paul-Dorn-Straße nebst Obstbaumbestand. Verkäuferin: Margarete Zens.

Der Erwerb erfolge für die Friedhofserweiterung der Stadt. Und nun folgt die Verbindung zum Großvater von Claudia Cormann in folgender Formulierung: „Der Kaufpreis wird der Verkäuferin von der Stadtkasse Alsdorf gezahlt, sobald alle zu diesem Vertrag erforderlichen Genehmigungen vorliegen, und zwar für deren Rechnung an die Ehefrau des Landwirts Wilhelm Hein, Sibilla gebr. Zens.”

In dem Schriftstück heißt es weiter: „Die Stadt Alsdorf verpflichtet sich ferner, den Eheleuten Wilhelm Hein und Sibilla geb. Zens, auf dem hier verkauften Grundstück das erste zur Verteilung stehende Doppelwahlgrab auf die Dauer von 40 Jahren unentgeltlich zur Benutzung zu überlassen.”

Danach müsse sich eine weitere Benutzung, falls gewünscht, „nach der gültigen Friedhofsnutzung der Stadt Alsdorf” richten. Die Regelung gelte auch für Kinder und Kindeskinder.

Erster Beigeordneter Ralf Kahlen macht Claudia Cormann keinen Vorwurf, dies aus Erzählungen und Erinnerungen heraus anders dargestellt zu haben, sondern geht von gutem Glauben aus. Die Stadt habe Cormann einen Kompromissvorschlag gemacht.

Auf Anfrage bestätigte Cormann dies. Demnach habe die Stadt ihr vorgeschlagen, das Familiengrab in Form einer kleinen Gedenkstätte in den Park einzubeziehen. Weitere Beerdigungen könnten dort aber nicht mehr stattfinden.

Hier sei alternativ von einer Grabanlage auf dem aktuellen Friedhof die Redet. Grundsätzlich halte Cormann den Vorschlag für gut, habe aber über dessen Annahme noch nicht entschieden, sondern wolle erst mal weiter recherchieren (lassen).
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert